HAK/HAS-Direktor Nitschinger: Gekommen, um zu bleiben. Einst selbst HAK-Schüler in Neusiedl, leitet Hannes Nitschinger nun die Schule. Die BVZ traf ihn zum Schulstart.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 10. September 2021 (10:01)
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Besonders wichtig ist dem neuen Schulleiter ein gutes Schulklima. Dazu gehört ein respektvoller Umgang zwischen Lehrern und Schülern.
Birgit Böhm-Ritter

Das neue Schuljahr startet in der Akademie der Wirtschaft (AkWi) mit einem neuen Schulleiter. Hannes Nitschinger folgt Beata Sämann-Takacs nach, die sich (wie berichtet) in die Pension verabschiedet hat. Gleich am ersten Schultag traf Nitschinger die BVZ zum Interview und sprach über steigende Schülerzahlen, Ziele und Herausforderungen, was er vom digitalen Schulbuch hält und warum er auch gerne mal schauspielert.

Eines vorweg: Nitschinger ist zwar in neuer Funktion an der AkWi, die sich aus Handelsakademie und Handelsschule zusammensetzt, der Neue von der Schule ist er aber bei Weitem nicht. Im Gegenteil, er kennt sie wohl wie seine Westentasche. „Ich bin 1994 als 14-Jähriger gekommen und nie wieder gegangen“, erzählt er mit einem Schmunzeln. Wohlgefühlt hat er sich immer und schon in der vierten Klasse der HAK war sein Berufswunsch klar. „Dass ich dann nach dem Studium der Wirtschaftspädagogik wieder in meiner Schule lande, war aber ein schöner Zufall.“

Mittlerweile unterrichtet er seit 15 Jahren an der AkWi in Neusiedl. Im Lehrerkollegium befinden sich sowohl Nitschingers ehemalige Lehrer als auch schon ehemalige Schüler. Seinem Lehrerteam möchte er Rahmenbedingungen schaffen, die einen guten Unterricht ermöglichen, der den Schülerinnen und Schülern auch Spaß macht. Das seien sicher die größten Herausforderungen für einen Schulleiter, so Nitschinger. Abseits von Corona.

Virusbedingt müssen sich Schulen immer wieder rasch auf neue Situationen einstellen. Nitschinger sieht das Thema mittlerweile recht gelassen. Als stellvertretender Schulleiter habe er in den vergangenen Monaten in dieser Hinsicht organisatorisch viel Erfahrung gesammelt. Die Schülerinnen und Schüler seien gut durch die Home Schooling - Phasen gekommen. Auch weil die Schule in Sachen Digitalisierung weit fortgeschritten sei, betont der neue Schulleiter.

Schulbuchautor für digitale Lehrbücher

Ein Puzzleteil sind dabei auch digitale Schulbücher. Und diese schreibt Nitschinger auch selbst. Er ist Schulbuchautor für Rechnungswesen. Ob digitale Bücher die klassischen Schulbücher zukünftig ablösen werden? „Es wird in den nächsten Jahren sicher ein Nebeneinander geben“, ist sich Nitschinger sicher. „Digitale Schulbücher bieten mit Erklärvideos ein Zusatzangebot sowohl für den Schüler als auch für den Lehrer.“ Dieses Zusatzangebot hat sich im Distance Learning bereits bezahlt gemacht. Nitschinger weiß aber auch, dass nicht alle Schüler problemlos durch die letzten beiden Schuljahre gekommen sind. „Manche sitzen eine Schulstufe zu hoch und tun sich schwer, weil die Basis fehlt.“

Durch eine Corona-Sonderregel durften nämlich auch Schüler mit einem Fünfer aufsteigen.

Besonders wichtig ist dem neuen Schulleiter die Stimmung in der Schule, darum hat er das Projekt „Schulklima 4.0“ ins Leben gerufen. „Es wird uns immer wieder bestätigt, dass bei uns ein besonders gutes Schulklima herrscht und das wollen wir beibehalten. Es gilt, präventiv zu arbeiten, bevor es brennt.“

Was denn das gute Schulklima ausmache? Es sei der Umgang zwischen Lehrern und Schülern. „Auch Schülervertreter werden in Entscheidungen miteinbezogen. Das will ich auch noch ausbauen. Man trägt eine Entscheidung dann lieber mit“, sagt Nitschinger. Neben dem hohen Grad an Digitalisierung sei das auch ein Mitgrund, warum die Schülerzahlen an der AkWi steigen.

Erstmals startet man heuer mit fünf ersten Klassen ins neue Schuljahr. Innerhalb von fünf Jahren stieg die Schülerzahl um 60 Jugendliche an. Heute besuchen 450 Schülerinnen und Schüler die HAK und HAS.

Übrigens: Als Ausgleich zum Schulalltag steht der Herr Direktor auch schon mal auf der Bühne der Theatergruppe Zurndorf. Seine Liebe zum Schauspiel hat er schon damals als Schüler in der Neusiedler HAK entdeckt. Seine wiederholte Bühnenpräsenz brachte ihm beim damaligen Direktor Bruno Wögerer den Beinamen „der Schauspieler“ ein.