Mönchhof: Wie man Dächer mit Schilf deckt

Erstellt am 09. Mai 2022 | 05:37
Lesezeit: 2 Min
Im Dorfmuseum Mönchhof wurde dieser Tage gezeigt, wie man Schilfdächer deckt.
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Für altertümliche Bräuche und Arbeitsweisen war das Dorfmuseum Mönchhof schon immer prädestiniert. Kürzlich fand allerdings im Zuge des EU-geförderten Projekts Eurevita Pannonia ein Kurs statt, der selbst für das Dorfmuseum ein Novum darstellte.

Im Zeitraum vom 25. April bis zum 6. Mai demonstrierte Jacobus „Koos“ Van Hoorne, Sohn des bekannten Schilfdachdeckers Arie Van Hoorne und einer der letzten Schilfdachdecker Österreichs, wie man eine Schilfhütte baut beziehungsweise wie man ein Schilfdach deckt. Als Vorbild für diese „Hiatahittn“ fungierte ein Gemälde, das im Dorfmuseum ausgestellt ist und eine solche typische Hütte zeigt, wie sie in früheren Zeiten in den Weingärten rund um den Neusiedler See zu finden war.

Schon damals ein Baustoff in der Region

Nicht zuletzt aufgrund des hohen Schilfaufkommens rund um den See war die Verwendung des Naturbaustoffs Schilf auch für unsere Vorfahren schon naheliegend.

Für den Kurs bereitete man das Material zunächst in Oggau und Breitenbrunn vor, um es dann zur Verarbeitung nach Mönchhof zu bringen. Dort wurde die Hütte dann binnen sechs Tagen gebaut und alle Arbeitsschritte in einem Bautagebuch festgehalten. An dem Kurs nahmen neben den naturgemäß interessierten Handwerkern des Dorfmuseums insgesamt sechs Personen teil, darunter auch Baumeister Michael Dobrovits und die Architektin Astrid Kropf.

In Anbetracht der aktuell ständig steigenden Rohstoffpreise könnte Schilf auch in Zukunft wieder an Relevanz gewinnen. Haltbar sind die Dächer jedenfalls: Im Durchschnitt hat ein Schilfdach eine Lebensdauer zwischen 30 und 50 Jahren, wobei es aber auch Belege von 100 Jahre alten Schilfdächern gibt.

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