Bezirk Neusiedl: Diebstahl bei Bordellbesitzer. Schmuck um 40.000 Euro weg. Bordellbesitzer kaufte Diebesgut zurück.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 14. Mai 2021 (04:34)
Aus einem Bordell wurden wertvolle Schmuckstücke und Uhren im Gesamtwert von 16.850 Euro gestohlen.
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Eine 43-jährige Slowakin sowie zwei Landsmänner im Alter von 44 und 52 Jahren standen vorige Woche wegen mehrerer Diebstähle im Haus eines Bordellbesitzers vor Gericht.

Die Frau hatte als Prostituierte bei dem Bordellbesitzer gearbeitet. Als das Freudenhaus zusperrte, ließ der Mann die spielsüchtige Frau aus Mitleid weiter bei ihm wohnen.

Ihren 44-jährigen Bekannten hatte sie ins Haus gebracht, als der Bordellbesitzer jemanden für Maler- und Maurerarbeiten suchte. Der Slowake wohnte daraufhin in der Gartenhütte.

Von 29. November bis 22. Dezember 2019 verschwanden aus dem Bordell wertvolle Schmuckstücke, zum Beispiel fünf Uhren im Gesamtwert von 16.850 Euro, darunter eine Rolex, eine Halskette im Wert von 13.000 Euro, Armbänder, Gold- und Silbermünzen. Die Wertgegenstände hatten sich in einem Tresor befunden. Offenbar kannten die Täter den Aufbewahrungsort des Tresorschlüssels, nahmen diesen an sich und räumten den Tresor nach und nach aus.

Ein weiterer Diebstahl wurde in der Nacht des 20. Juni 2020 begangen. Damals soll die Ex-Prostituierte den Wohnungsschlüssel des Bordellbesitzers aus dem ihr bekannten Versteck genommen und aus dem Haus 416 Euro Bargeld, ein Handy und eine Playstationkonsole gestohlen haben.

Auch ein Anhänger mit Diamanten verschwand

Verschwunden ist weiters ein mit Brillanten besetzter Versace-Schlüsselanhänger aus Gold.

Vor Gericht schoben sich die Ex-Prostituierte und ihr 44-jähriger Komplize gegenseitig die Schuld für die Diebstähle in die Schuhe. Der 52-jährige Beteiligte war nur als Chauffeur tätig gewesen und hatte die Frau im Juni zum Haus des Bordellbesitzers gebracht.

Der Bordellbesitzer habe sich bei ihr beklagt, so die Ex-Prostituierte, dass „viele, viele Sachen“ verschwunden seien. „Ich sollte mich erkundigen, wo sie hinkamen“, so die Slowakin.

Sie sei daraufhin mit dem Bordellbesitzer in slowakische Pfandhäuser gefahren, weil sie wusste, dass der 44-Jährige dort Teile des Schmucks versetzt hatte. Eine Halskette und einige Goldmünzen habe der Bordellbesitzer zurückgekauft.

Die Ex-Prostituierte und der 44-Jährige wurden zu je 15 Monaten Haft verurteilt, davon drei Monate unbedingt. Der 52-jährige „Chauffeur“ erhielt acht Monate Haft auf Bewährung.

An den Bordellbesitzer müssen die beiden Haupttäter 40.000 Euro zurückzahlen.

Das Urteil ist rechtskräftig.