30 Millionen-Investition für neuen Leier-Standort

Erstellt am 07. Mai 2020 | 05:24
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Das Familienunternehmen in 3. Generation von Michael Leier unterzeichnete vergangene Woche den Vertrag für den Kauf des ehemaligen Enercon-Werks in Zurndorf.
Foto: Grabner
30 Millionen Euro investiert das erfolgreiche Familienunternehmen Leier in den neuen Standort in Zurndorf. Die Fertigstellung ist für Ende 2021 geplant.
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Das Baustoffunternehmen Leier mit Sitz in Horitschon unterzeichnete vergangene Woche den Kaufvertrag für das seit zwei Jahren leer stehende Enercon-Werk. Das Gesamtinvestitionsvolumen des neuen Betriebsstandortes in Zurndorf beträgt rund 30 Millionen Euro.

„Unser Ziel ist ein modernes Baustoffwerk an einem für uns geografisch günstigen Standort, zwischen Wien, Budapest, Bratislava und Györ. Die Lage ist für uns und unseren Markt ideal. Zurndorf wird einer der strategisch wichtigsten Betriebsstandorte in Österreich werden“, erklärt Baustoffproduzent Michael Leier. Ende 2021 sollen alle Adaptierungen und Umbauten abgeschlossen und die Produktion gestartet werden.

Langwierige Verhandlungen

Unmittelbar nach der Schließung des Enercon-Werks im April 2018 nahm der international agierende Unternehmer Michael Leier mit dem deutschen Konzern Kontakt auf, um sein Interesse an dem Gebäude, das aus mehreren großen Hallen besteht, zu bekunden. Die Verhandlungen zogen sich über zwei Jahre.

„Es waren schwierige Verhandlungen, aber es freut uns, dass wir diese positiv abschließen konnten. Ich möchte mich bei der Gemeinde Zurndorf und dem Land Burgenland, die uns dabei stets unterstützend zur Seite standen, bedanken. Uns war wichtig, dass das leer stehende Werk keine Industrieruine bleibt, sondern wieder belebt wird“, führt Leier aus.

„Ich bin überzeugt, es gibt ein Leben und eine Wirtschaft nach Corona. Das Wichtigste in solch‘ Ausnahmesituationen ist es, positiv zu denken.“Michael Leier

Das Bauwerk verfüge über eine Fläche von ungefähr 30.000 Quadratmetern. „Das Gebäude wurde wirklich sehr gut gebaut; nur das Innere der Hallen wird komplett erneuert und an unsere Ansprüche angepasst.“ 15 Millionen Euro der Gesamtkosten werden in neue Maschinenanlagen investiert.

Angesprochen auf die aktuelle wirtschaftliche Lage aufgrund der Corona-Krise antwortet Michael Leier: „Ich bin überzeugt, es gibt ein Leben und eine Wirtschaft nach Corona. Das Wichtigste in solch‘ Ausnahmesituationen ist es, positiv zu denken. Und das tun wir immer. Ich habe eine tolle Familie und ein großartiges Team und es wird uns gelingen, auch diese Hürde gemeinsam zu meistern. Ich muss aber abschließend festhalten: Unser Familienunternehmen hat die Krise bisher ohne größere Probleme überstanden.“

Gemeindepolitiker erfreut

Bürgermeister Werner Friedl (SPÖ) ist stolz, dass sich der international erfolgreiche Baustoffproduzent für Zurndorf entschieden hat. „Für uns Burgenländer ist das Unternehmen Leier eine Bereicherung. Dass sich Kommerzialrat Michael Leier nun auch noch dafür entschlossen hat, das Enercon-Werk zu erwerben und hier einen neuen Betriebsstandort zu etablieren, freut mich sehr und erfüllt mich mit Stolz. Ich bedanke mich bei Michael Leier, dass er in Zeiten wie diesen in unserer Region Arbeitsplätze schafft. Ein besonderer Dank geht auch an die Landesregierung, die sich für das Projekt eingesetzt hat.“

Gemeindevorstand Werner Falb-Meixner (ÖVP) freut sich ebenfalls, dass die ehemalige Enercon-Anlage in Zukunft nicht als Ruine leer stehe. „Gott sei Dank sind wir mit einem blauen Auge davon gekommen. Ein Wermutstropfen ist aber, dass statt bis zu 200 Personen bei der Enercon maximal 80 Personen bei Leier arbeiten können.“

Enercon stellte 2018 Produktion ein

Die Windenergiekomponentenfertigung Austria GmbH stellte den Betrieb in Zurndorf am 27. April 2018 ein. Zu diesem Zeitpunkt produzierten insgesamt 96 Mitarbeiter Fertigteilbetonturmsegmente für den österreichischen und deutschen Markt. In beiden Ländern habe sich das Auftragsvolumen für Windenergieanlagen massiv reduziert. „Aufgrund der ausbleibenden Projekte ist es dem Auftraggeber Enercon nicht mehr möglich, Aufträge an die WKF zu vergeben“, bedauerte man damals die Entwicklung.

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