Deutschkreutz: Kölly-Ära geht zu Ende

Manfred Kölly übergibt am kommenden Montag die Funktion des Bürgermeisters. Der Deutschkreutzer stand 19 Jahre an der Spitze der Blaufränkischlandgemeinde.

Erstellt am 02. September 2021 | 03:35
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Übergibt am kommenden Montag sein Bürgermeisteramt. Manfred Kölly.
Foto: BVZ

Am 6. September wird Bürgermeister Manfred Kölly nach einem Urteil wegen Amtsmissbrauchs bei der Gemeinderatswahl 2017 (der Strafrahmen steht noch nicht fest) sein Amt als Bürgermeister übergeben. Kölly hatte unabhängig vom endgültigen Strafrahmen im Frühling angekündigt sein Amt im September zurückzulegen. Der Wahl zu seinem Nachfolger/seiner Nachfolgerin werden sich Petra Aminger (LBL), Andreas Kacsits (ÖVP) und Johann Steinhofer (SPÖ) stellen. (Die BVZ berichtete).

Manfred Kölly startete seine politische Karriere 1992 im Gemeinderat von Deutschkreutz, damals noch als Unabhängiger. Drei Jahre später trat er der FPÖ bei und zog 2000 für die Freiheitlichen in den Landtag ein.

Im Jahr 2002 wurde Kölly bei der Gemeinderatswahl zum Bürgermeister von Deutschkreutz gewählt. Zu dieser Zeit war er der einzige FPÖ-Bürgermeister des Burgenlandes. Drei Jahre später trennten sich die Wege zwischen dem Deutschkreutzer und der FPÖ wieder.

Bündnis Liste Burgenland gegründet

Im Jahr 2007 gründete Manfred Kölly gemeinsam mit dem ehemalige FPÖ-Parteiobmann Wolfgang Rauter eine eigene Partei, das Bündnis Liste Burgenland. Bei den nächsten Gemeinderatswahlen im Oktober 2007 erzielte Kölly mit seiner Freien Bürgerliste 38,7 Prozent und wurde stärkste Kraft im Deutschkreutzer Gemeinderat. Bei den folgenden beiden Gemeinderatswahlen folgte die Wiederwahl zum Bürgermeister.

Abschied nach 19 Jahren im Bürgermeisteramt

Nun ist es an der Zeit für eine Veränderung. „Da ich bereits seit über 30 Jahren in der Kommunalpolitik, 20 Jahre in der Landespolitik und fast 20 Jahre als Bürgermeister unserer Gemeinde tätig bin, werde ich, wie bereits angekündigt, das Amt des Bürgermeisters in andere Hände übergeben“, so Kölly, der von 2010 bis 2020 auch im Landtag vertreten war.

Zu den Highlights seiner Zeit als Ortschef zählt er viele innovative Projekte, die umgesetzt worden sind, darunter die Windräder, das Vinatrium, das neue Feuerwehrhaus, den Ausbau des Wirtschaftsparks, eine eigene Rettungsdienstelle, den Kauf des Grenzgebäudes, das betreute Wohnen Haus Lisa, die neuen Kabinen am Sportplatz und Tennisplatz, der Erhalt des Goldmark Museums, der Umbau des Kindergartens sowie den Bau eines Urnenhains. Ein besonderes Anliegen waren dem Deutschkreutzer aber auch immer die zahlreichen Vereine, Wirtschaftstreibenden sowie Winzer, die ein Aushängeschild der Gemeinde sind.

„Bei zahlreichen Projekten zeichnete sich Deutschkreutz als Vorreiter aus. Einige, wie zum Beispiel das Krematorium, konnten leider nicht umgesetzt werden, was schade ist. Für viele Projekte sind bereits die Weichen gestellt“, so Kölly, der darauf hofft, dass Petra Aminger in seine Fußstapfen treten wird: „Ich wünsche ihr viel Energie und Kraft , denn die Arbeit wird nicht weniger. Ich bin aber überzeugt, dass sie das sehr gut meistern wird.“

Motto: Deutschkreutz in Bewegung

Für die Zukunft seiner Heimatgemeinde wünscht sich Kölly, „dass Deutschkreutz auch weiter in Bewegung bleibt und die Lebensqualität aufrecht erhalten und stetig verbessert wird“.

Seinen Mitbewerbern sei er immer „mit offenen Visier entgegengetreten“ und „bei Diskussionen nie unter die Gürtellinie gegangen, das war mir immer wichtig. Ich war immer Idealist und Realist zugleich und war täglich zu 100 Prozent für unsere schöne Gemeinde da. Vieles konnte ich auch durch meine lange Tätigkeit im Land für unsere Gemeinde erreichen“.

In die Politik möchte Manfred Kölly laut derzeitigem Stand nicht mehr zurückkehren. „Bei Bedarf werde ich Petra Aminger gerne unterstützen. Aber grundsätzlich ist es mit fast 68 Jahren nun an der Zeit, sich zur Ruhe zu setzen und meiner Familie, meinen Mitarbeitern, den Mitgliedern des Gemeidesrates, Bürgern, Vereinen, Wirtschaftstreibenden und Freunden Danke zu sagen“.