Mit dem Liegerad unterwegs nach Athen

Dominik Prikoszovits zieht es hinaus in die Welt. Derzeit ist er mit seinem Liegerad über Ungarn, Rumänien, Serbien und Bulgarien unterwegs nach Griechenland.

Erstellt am 19. August 2021 | 05:59

Dominik Prikoszovits brach Ende Juli mit seinem Liegefahrrad „Odessa“ auf eine außergewöhnliche Radtour auf. Im Gepäck hat er nur das mit, was er auch wirklich braucht, denn sein Ziel – Athen in Griechenland – ist rund 2.000 Kilometer entfernt. Die Tour hat er „Eule“ benannt.

Die erste Woche führte den 24-Jährigen durch Ungarn. Entlang am blauen Balaton Plattensee und weiter an der Donau Richtung Szeged, eine Altstadt an der Grenze zu Rumänien. „Die erste Woche war geprägt von weiten Feldern und der entstandenen Hitze der braunen Erdflecken und Asphalt“, berichtet der Frankenauer.

In Woche zwei ging es auf dicht befahrenen Bundesstraßen durch Rumänien. „Die Infrastruktur für uns Radler ist in diesem Land ausbaufähig. Nichtsdestotrotz ist die Landschaft in Rumänien atemberaubend schön. Die unterschiedlichsten Verhältnisse kommen hier ans Tageslicht. Sei es das kaputte Haus ohne Dach mit dem Auto mit nur drei Rädern vor der Hauseinfahrt, oder doch das hypermoderne Iulius Town in Timisoara wo bei einem Spaziergang durch das Millimeter genau geschnittene Gras leise Jazzmusic im Hintergrund deine Schritte sanft führt“ erzählt Prikoszovits, der seinen Weg mittlerweile durch Serbien und Bulgarien fortgesetzt hat.

„Das Reisen bringt mich vorwärts“

Die Reise nach Athen ist Dominik Prikoszovits erste Weitstrecken-Radtour. Das Reisen ist für ihn jedoch generell etwas, „das ich persönlich brauche, um weiter zu kommen. Wenn man etwas nicht kennt, sollte man es ausprobieren, um neue Erfahrungen zu erlangen“, ist Prikoszovits überzeugt. Als Transportmittel hat der Frankenauer kein gewöhnliches Fahrrad gewählt. „Mein Rad ist ein Liegerad namens Odessa. Die Empfehlung kam von einem Freund, der selbst viel auf Reisen ist. Innerhalb von drei Tagen fand ich dann das Liegerad auf der Plattform Willhaben. Man kann damit weite (flache) Strecken gut fahren und am Abend auch ohne Probleme noch sitzen“, schmunzelt Prikoszovits.

Tag für Tag ein neues Erlebnis

Auf seiner Reise hat der Mittelburgenländer bereits viele schöne Orte entlang der Donau gesehen und auch viele hilfsbereite, warmherzige und freundliche Menschen getroffen.

Aktuell stellen ihn jedoch so einige Fahrten bergauf vor Herausforderungen. „Außerdem ist mein Reisepass abgelaufen. Daher bin ich an der serbischen Grenze zurückgewiesen worden. Anschließend bin ich nach Rumänien gefahren, um so in der EU zu bleiben. Schließlich hab ich mir aber einen Notfallpass in Bukarest organisiert. Am Freitag, dem 13. August hat es dann auch noch die Metallseile meiner Gangschaltung auf der bulgarischen Autobahn zerfetzt. Zum Glück hat mir ein Mechaniker-Meister diese innerhalb einer Stunde reparieren können“, so Prikoszovits, der optimistisch bleibt und sein Ziel, Athen, Ende August erreichen möchte.

Pro Tag kommt er diesem im Schnitt 90 Kilometer näher. „Anfangs waren es noch um die 110 Kilometer, die ich pro Tag zurückgelegt habe. In hügeligen Gegenden eher 60 Kilometer am Tag. Meinen Schnitt mit 90 Kilometer pro Tag habe ich bis jetzt aber gut gehalten.“

Videoblog hält Reise-Eindrücke fest

Jeder Tag bringt für den Radsportler neue Herausforderungen, Erlebnisse und Begegnungen. „Es sind tolle Erfahrungen, die ich auf meiner Reise mitnehme“, so Prikoszovits. Diese teilt der Frankenauer auf seiner Homepage www.domi.wien sowie auf einem eigenen Youtubechannel.

Wieso er gerade Griechenland als sein Ziel gewählt hat? „Das weiß wohl nur meine innere Stimme. Aber manche Zeichen und Symbole kann man einfach nicht ignorieren.“