Rotwein-Pionier feierte 80er

Heribert Bayer aus Neckenmarkt, einer der ersten Önologen Österreichs und zugleich Pionier der modernen österreichischen Rotweinproduktion, feierte am 4. August seinen 80. Geburtstag.

Erstellt am 12. August 2021 | 04:18
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Feierte einen runden Geburtstag. Heribert Bayer prägte das Geschmacksbild von österreichischen Rotwein mit.
Foto: zVg

Heribert Bayer war seit den späten 80er-Jahren als önologischer Berater für zahlreiche namhafte burgenländische Winzer tätig und ging später selbst unter die Weinproduzenten. Dabei gab er seinem Sternzeichen Löwe einen hohen Stellenwert. Denn sowohl sein berühmter Paradewein, die Cuvée „In Signo Leonis“, als auch die gleichnamige Kellerei ist nach seinem Sternzeichen benannt. Seit 2006 wird diese von seinem Sohn Patrick Bayer in seinem Namen und nach seiner Philosophie erfolgreich weitergeführt.

Vorreiter der modernen Weinproduktion

Bereits nach dem Weinskandal 1985/86 machte sich Bayer in der österreichischen Weinszene einen Namen. So war er maßgeblich an der Neugestaltung des österreichischen Rotweinstils beteiligt. Mit der Anwendung der malolaktischen Gärung und dem Einsatz von kleinen französischen Eichenfässern gehörte er dazumal in Österreich zu den Vorreitern der modernen Rotweinproduktion. Dank seiner Ansätze und seiner Winzerfreunde, die ihm vertrauten und diesen neuen Weg des Rotweinschaffens unterstützten, hat sich der österreichische Rotwein geschmacklich als auch qualitativ weiterentwickelt. Bis heute bildet diese Veränderungen das Fundament heimischer Rotweine.

Eigene Vorstellung von Rotwein

Heribert Bayer wurde am 4. August 1941 in Mödling geboren. Seine Eltern zog es in seiner Jugend nach Mailand, wo er seine Leidenschaft für den Wein zu entwickeln begann.

Nach seinem Studium der Chemie in Mailand, kehrte Heribert Bayer nach Österreich zurück wo er in unterschiedlichen Managerpositionen internationaler Chemiekonzernen tätig war. Dabei nutzte er auf seinen internationalen Geschäftsreisen stets jede freie Minute, um sich seinem Hobby, dem Wein, zu widmen. So studierte er im Selbststudium die kalifornische, italienische und österreichische Weinlehre.

Insbesondere die Frage, wieso seine internationalen Geschäftspartner beim gemeinsamen Business-Essen den österreichischen Rotwein vehement ablehnten, ließ Bayer keine Ruhe und so tauchte er tiefer in die Materie der Rotweinproduktion ein. Dabei erkannte er schnell, dass es zwischen der österreichischen und sonst gängigen Lehrmeinung aus den USA, Italien und Frankreich einen wesentlichen Unterschied bei der Rotweinherstellung gab. Auf Basis dessen entwickelte Heribert Bayer seine eigene Vorstellung vom österreichischen Rotwein.

Nach dem Weinskandal fand er dann als önologischer Berater aufstrebender burgenländischer Rotweinwinzer eine gute Gelegenheit, seine Rotwein-Philosophie gemeinsam mit Winzerfreunden in die Tat umzusetzen. Bis heute ist es jene Philosophie, die das Geschmacksbild vom österreichischen Rotwein prägt. Der Erfolg blieb nicht lange aus und weitere Beratungstätigkeiten bei Weingütern folgten.

Wein-Heimat in Neckenmarkt gefunden

1994 war schließlich die Zeit für den Wein unter eigenem Namen gekommen. Das Weingut nannte Heribert Bayer „In Signo Leonis“. Damals als Hobby mit zirka 1.800 Flaschen begonnen, begab sich Heribert Bayer kurz darauf auf dreijährige Suche nach der für ihn perfekten Rotwein-Heimat und landete 1997 am Neckenmarkter Hochberg. Dank seiner Freunde, der Winzergenossenschaft Neckenmarkt, erhielt er dort Zugriff auf jene alten Rebanlagen, die er als Fundament für das Schaffen großartiger Weine ansah. Noch im selben Jahr entstand dann auch erstmals die Cuvée „In Signo Leonis“ in seiner heutigen Zusammensetzung.

Mit dem Entschluss von Sohn Patrick, das Weingut weiterzuführen, wurde aus einem Hobby ein Beruf. Ein halbes Jahr nach Heriberts 60. Geburtstag eröffnete die Kellerei in Neckenmarkt, die bis heute die Weinheimat der Familie Bayer ist.