Sorge um die Geburtenstation in Oberpullendorf. Der vorliegende Entwurf zum Regionalen Strukturplan Gesundheit – Burgenland 2025 sieht Verlagerung nach Oberwart vor.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 28. Januar 2021 (05:55)

Die Sorge, dass der Geburtenstation am Krankenhaus die Schließung drohen könnte, macht derzeit im Bezirk die Runde.

Schon in früheren Jahren waren immer wieder Gerüchte um eine mögliche Schließung aufgetaucht, wie im Jahr 2007, als der Gynäkologieverbund Süd-Mitte geschaffen und Abteilungen der Krankenhäuser Oberpullendorf, Oberwart und Güssing unter einer gemeinsamen Führung zusammengeschlossen wurden. Der damalige Gesundheitslandesrat Peter Rezar erteilte Gerüchten um eine damit verbundene mögliche Schließung der Oberpullendorfer Geburtenstation damals eine klare Absage.

KRAGES-Geschäftsführer Hubert Eisl zum Regionalen Strukturplan Gesundheit: „Ist noch gar nicht ausdiskutiert.“
KRAGES

Dass nun wieder Schließungsgerüchte auftreten, dürfte nicht zuletzt am Entwurf zum Regionalen Strukturplan Gesundheit – Burgenland 2025 liegen, der der BVZ anonym zugespielt wurde. Darin ist beim Krankenhaus Oberpullendorf von einer Verlagerung der geburtshilflichen Versorgung die Rede und davon, dass die geburtshilfliche Versorgung im Rahmen des Planungshorizonts 2025 ausschließlich in Oberwart erfolgen soll, während die Leistungen der In-Vitro-Fertilisation (Kinderwunschambulanz) weiterhin an der Abteilung erbracht werden sollen.

Im Masterplan für Burgenlands Spitäler, der 2019 ausgearbeitet wurde mit der Vorgabe alle fünf Spitalsstandorte und alle Arbeitsplätze zu erhalten, war für das Krankenhaus Oberpullendorf noch unter anderem eine Basisversorgung mit Interner Abteilung inklusive Intensiv-Überwachung, Gynäkologie/Geburten und Akutambulanz festgeschrieben (siehe Faksimiles).

„Es geht dabei auch um das Thema Sicherheit“

Wie KRAGES-Geschäftsführer Hubert Eisl auf Anfrage der BVZ bestätigt, ist die Verlagerung der Geburtenstation von Oberpullendorf weg ein Thema, „das gerade intern in Diskussion ist.“ Gynäkologie und Kinderwunschzentrum sollen aber in Oberpullendorf bleiben. Es gehe bei der Diskussion um die Verlegung der Geburtenstation auch um das Thema Sicherheit. In den beiden Schwerpunktkrankenhäusern in Eisenstadt und Oberwart gibt es jeweils eine Neonatologie.

„Es ist vorher nicht vorhersehbar, aber wenn etwas sein sollte, ist es sicher besser, wenn daneben eine Kinderintensiv ist“, so Eisl. Weiters verweist er auf den Österreichischen Strukturplan Gesundheit, wo die Erreichbarkeit für die nächstgelegene Abteilung für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit 45 Minuten (für 90 Prozent der Bevölkerung) definiert ist. „Ich denke, dass es auch zumutbar ist, mit dem Hintergrund einer höheren Sicherheit, für die Geburt nach Eisenstadt oder Oberwart zu fahren“, so Eisl.