Der Zug ist in Oberschützen abgefahren. Nach rechtsgültigem Rückbaubescheid wird die Bahnstrecke von Oberschützen nach Bad Tatzmannsdorf rückgebaut. Ortschef bedauert die Entscheidung.

Von Daniel Fenz. Erstellt am 01. Mai 2019 (04:07)
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Bahn ist Geschichte. Bürgermeister Hans Unger bedauert die Entscheidung in der Gemeinde.
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Zuletzt war Bürgermeister Hans Unger noch davon ausgegangen, dass die Bahnstrecke zwischen Oberschützen und Bad Tatzmannsdorf erhalten bleibt. Nun werden die Gleise von Betreiber Franz Schuch, Geschäftsführer der Südburgenländischen Regionalbahn, abgebaut.

„Ich hatte natürlich immer den Wunsch, in der Region ein nachhaltiges Bahnprojekt zu verwirklichen. Ich musste mir aber eingestehen, dass es wirtschaftlich nicht möglich ist, diese Bahn alleine zu betreiben.“ Daher wird das Teilstück Bad Tatzmannsdorf – Oberschützen rückgebaut.

Die Zukunft des Teilstücks Bad Tatzmannsdorf – Oberwart ist hingegen noch offen. „Wir haben für das Teilstück nach Oberschützen mit den Bürgermeistern und externen Experten gedanklich jeden Stein umgedreht, von rein touristischer Nutzung bis zur Nutzung zur technischen Forschung“, erklärt Schuch.

Er hat aber auch Verständnis dafür, dass die Bürgermeister mit öffentlichen Mitteln sehr gewissenhaft umgehen müssen. „Es ist mir besonders wichtig, die Bürger offen über die aktuellen Entwicklungen und Visionen für das Teilstück Oberwart – Bad Tatzmannsdorf zu informieren“, so Schuch. Der Ortschef bedauert die Entscheidung der Regionalbahn. „Wir wollten gemeinsam eine Lösung für die Bahn, sind aber leider auf der Strecke geblieben.“

Unger: „Einzigartig in ganz Österreich“

Für Unger wäre die komplette Strecke auch für ein touristisches Projekt interessant gewesen. Nun muss man sich in der Gemeinde auch Gedanken darüber machen, was mit dem Bahnhof in seiner Gemeinde passiert. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz.

„Wir haben das Gebäude am Bahnhof unter die Lupe genommen, man kann dort sicher noch einiges verwirklichen.“ Er meint abschließend dazu: „Eine Schiene, die zurückgebaut wird, das ist einzigartig in ganz Österreich. Mir ist sonst kein derartiger Fall bekannt.“