Der Vergangenheit gestellt: Gedenkstätte für NS-Opfer

Erstellt am 06. April 2022 | 21:40
Lesezeit: 2 Min
Jahrelang wurde über die Errichtung einer Roma Gedenkstätte in Kemeten diskutiert. Eingeweiht wurde nun eine Gedenkstätte für alle NS-Opfer.
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Wie in vielen anderen burgenländischen Orten hat es auch in Kemeten vor dem Zweiten Weltkrieg eine Roma Siedlung gegeben. Rund 200 Romnija und Roma lebten in dieser, nach dem Krieg kehrte nur eine einzige Person wieder zurück. Um den gefallenen Romnija und Roma zu Gedenken, wurde in der Gemeinde bereits in den frühen Zweitausender Jahren die Errichtung einer Roma-Gedenkstätte gefordert.

2021 wurde dann nach langer Diskussion mit der Umsetzung des Projektes gestartet. Nach einer Bürgerbefragung entschied die Gemeinde dann in Kooperation mit der Roma-Volkshochschule eine Erinnerungstafel für alle NS-Opfer, besonders aber für die Kemeter Roma zu errichten.

Anfang April wurde diese am örtlichen Friedhof feierlich eingeweiht. Vor Ort war auch der Künstler und Vorsitzender der Roma-Volkshochschule, Andreas Lehner. Dieser erklärte die gestalterischen Hintergründe der Gedenktafel. Die rund 200 Löcher würden auf die nach dem Krieg fehlenden Menschen hinweisen genauso wie die Schräglage der Tafel.

Bürgermeister Wolfgang Koller wies bei der Einweihung auf die Wichtigkeit der Erinnerungskultur hin: „In Zeiten der gesellschaftspolitischen Veränderung und einem Krieg in Europa ist es wichtig, an die Vergangenheit zu erinnern und auf gemachte Fehler aufmerksam zu machen.“

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