Schloss Rotenturm wachgeküsst. Nach sieben Jahren erstrahlt das Schloss Rotenturm prächtig wie einst. Jetzt lud der Schlossherr zum offiziellen Besuch.

Von Vanessa Bruckner. Erstellt am 27. Januar 2017 (08:24)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Links:
BVZ, Heinz Schinner führte interessierte Rotenturmer selbst durch sein Schloss.

Vor 25 Jahren dachte man, es sei verloren. Verwunschen, wie ein böser Fluch, der in so vielen Märchen vorkommt. Dass das Schloss Rotenturm stattdessen ein Happy End bekam, verdankt es seinem Eigentümer Heinz Schinner.

Der Versicherungsunternehmer aus Wien kaufte im Jahr 2008 das verfallene Gebäude, inklusive Anwesen, vom damaligen Eigentümer, dem Land Burgenland. 60 Jahre Verfall bringt der Unternehmer, gemeinsam mit dem Bundesdenkmalamt, nach nur sieben Jahren Bauzeit wieder zum Strahlen. Dafür erhielt Schinner 2016 auch das burgenländische Kulturkreuz.

Vergangenes Wochenende lud der Schlossherr die Einwohner von Rotenturm zu einer ersten offiziellen Besichtigung „ihres“ Schlosses ein.

Schlossherr arbeitete mit 75 noch fleißig mit

„Wir waren drei Jahre früher mit den Arbeiten fertig, als mit dem Land vereinbart, und ich habe einige Extras machen lassen. Das Erdgeschoss ist jetzt zum Beispiel mit einem wunderschönen Marmorfußboden ausgestattet und hier findet sich auch eine Kopie des Tritonenbrunnen von Rom“, erzählt Heinz Schinner sichtlich stolz.

600 Quadratmeter Fläche inklusive vier Stiegenhäuser wurden alleine im Inneren des Schlosses saniert.

BVZ

Dabei legte der Eigentümer oft selbst Hand an. „Renovierung ist meine Leidenschaft. Ich habe schon als Jugendlicher das Handwerk des Vergoldens gelernt. Die Bleiglasfenster am Schloss beispielsweise habe ich selbst restauriert und auch sonst habe ich mich stets mit den ausführenden Fachleuten beratschlagt und eingebracht.“

Auch sah man den Schlossherren oftmals in schwindelerregenden Höhen auf den Gerüsten herumklettern, um detailgetreue Fotos zu machen. Eine beachtliche Leistung, schließlich ist Herr Schinner bereits 75 Jahre alt.

„Ich bin ein ‚Haftlmocha‘, wie man so schön sagt, still sitzen ist nichts für mich“, gesteht der Wiener schmunzelnd. Deshalb sind auch schon die nächsten Projekte in Planung. Im Schlosspark soll eine Arena für hunderte Personen entstehen und ein Museumspark, davon träumt Herr Schinner auch noch. Goldene Zeiten also für das einst verwunschene Schloss, denn eines hat er ja schon bewiesen, der Schinner: Märchen wahr werden lassen, das kann er.