Projekt-„Anschlussdenkmal“: „Darüber reden“. Auf dem Platz davor sollen Geschichte und Entstehung des NS-Bauwerks dargestellt werden. Gemeinderat beschloss Gestaltung als „Denk-, Informations- und Lernort“.

Von Daniel Fenz. Erstellt am 15. April 2021 (03:51)
So soll sich das Denkmal in Zukunft präsentieren: Es wird Informationen an vier Säulen zur Geschichte geben.
Lehner, Lehner

Die Gemeinde mit Bürgermeister Hans Unger an der Spitze initiierte ein mit EU-Leader-Mitteln gefördertes Projekt beim „Anschlussdenkmal“. Dabei wurden verschiedene Gestaltungsvorschläge des Künstlers und Ausstellungskurators Andreas Lehner in mehreren öffentlichen Präsentationen mit der Bevölkerung diskutiert.

Danach wurden Entwürfe modifiziert und der vom Ortschef eingerichteten „Arbeitsgruppe Denkmäler“ vorgelegt, danach entschied sich der Gemeinderat für den Entwurf, der auch vom Bundesdenkmalamt sowie in den öffentlichen Diskussionen mehrheitlich Zuspruch gefunden hatte. Das Gestaltungskonzept wurde in der letzten Gemeinderatssitzung einstimmig angenommen und soll innerhalb der nächsten zwei Jahre realisiert werden. Der Entwurf, er wurde von Andreas Lehner gestaltet, zitiert die ursprünglich im „Anschlussdenkmal“ befindlichen Sockel mit Feuerschalen, die nach Kriegsende entfernt wurden. Diese Pylonen werden – zahlenmäßig reduziert und in anderen Proportionen – im Freiraum vor dem Denkmal platziert. Als Material ist dunkelgrau gefärbter, geschliffener und polierter Beton vorgesehen. An den vier Säulen werden die Basisinformationen zur Geschichte des Denkmals zu finden sein; mittels QR-Codes kann man weitere Infos im Internet abrufen. Die Texte werden in mehreren Sprachen angeboten.

Die geplante Gestaltung des Platzes vor dem „Anschlussdenkmal“ sei „ein wichtiger Teil des Gesamtprojektes, mit dem der denkmalgeschützte und sanierte Bau zukunftsfähig gestaltet werden soll“, betont Unger. Das von der Historikerin Ursula Mindler-Steiner geleitete Projekt umfasst eine wissenschaftliche Publikation, ein Buch mit gesammelten Erinnerungen und Gedanken zum „Anschlussdenkmal“ mit dem Titel „Darüber reden“, Informationsfolder und von PädagogInnen erarbeitetes Unterrichtsmaterial.