Grüne gegen Fachmarktzentrumsbau. Der geplante Bau eines Fachmarktzentrums im Norden Pinkafelds sorgt für Unmut, vor allem bei den Grünen. Sie haben eine Online-Petition gegen den Bau gestartet.

Von Eva-Maria Leeb. Erstellt am 16. Juli 2020 (05:58)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
440_0008_7888399_owz29evagruenepifachmarkt.jpg
Sind gegen das geplante Fachmarktzentrum in Pinkafeld. Die Grünen wollen mit einer Petition den Bau im Norden von Pinkafeld verhindern.
Grüne

Entlang der Wiener Straße in Pinkafeld soll nach dem Neubau einer neuen Billa-Filiale, nun auch ein Fachmarktzentrum erbaut werden. Diese Pläne der Stadtgemeinde stoßen aber auf Widerstand. So haben die Grünen Pinkafeld, unterstützt von den Grünen Burgenland, eine Online-Petition gegen den Bau ins Leben gerufen.

Nicht noch mehr Flächen versiegeln

„Unser Ziel ist es aber, dass die Petition auch überparteilich funktioniert und so viele Personen wie möglich unterschreiben“, erklärt dazu die Grüne Gemeinderätin Mirjam Kayer. Sie habe bei vielen Gemeinderatssitzungen bereits darauf hingewiesen, dass es ein Fehler ist, wenn im Gebiet der Wiener Straße noch mehr Flächen versiegelt werden und somit die Natur und Innenstadt von Pinkafeld dezimiert wird. Bislang seien diese Warnhinweise jedoch ohne Erfolg gewesen. „Wir erwarten uns ein klares Nein zum Bau des Fachmarktzentrums und zur weiteren Flächenversiegelung. In der heutigen Zeit sollte es jedem klar sein, dass solche Projekte nicht zukunftsträchtig sind - weder bezüglich des Klimaschutzes, noch der Innenstadtbelebung“, appelliert Kayer an die Gemeinde.

Auch die Pinkafelder NEOS sind gegen den Bau. „Wie bekannt, waren wir NEOS schon seit 2018 gegen dieses Projekt. Unsere diesbezüglichen Anträge im Gemeinderat wurden von der SPÖ-Mehrheit leider abgelehnt. Dieses Projekt widerspricht den geltenden Leitlinien der Stadtentwicklung, führt zur weiteren Ausdünnung der Innenstadt, gefährdet Arbeitsplätze und Unternehmen und rechtfertigt nicht den weiteren Bodenverbrauch“, sagt NEOS-Gemeinderat Eduard Posch. Es sei absurd, wenn bereits ansässige Betriebe wie NKD und kik nur übersiedeln und mit TEDI ein bestehender Familienbetrieb im Zentrum ruinös konkurriert wird. „Die SPÖ-Gemeinderäte müssen in dieser Frage endlich im Sinne der Stadt handeln. Wir müssen gemeinsam diesen Schwachsinn verhindern und entsprechende Bebauungsrichtlinien beschließen“, fordert Posch.

Auch die ÖVP Pinkafeld ist gegen unnötige Flächenversiegelungen in Pinkafeld. „Wie schon bei der Diskussion um die Notwendigkeit eines Neubaus für einen Lebensmitteldiskonter sehen wir auch das geplante Fachmarktzentrum am nördlichen Stadtrand äußerst kritisch. Derzeit gibt es für den geplanten Standort weder ein Bebauungskonzept noch Bebauungsrichtlinien im Sinne einer durchdachten Stadtentwicklung“, kritisiert VP-Vizebürgermeister Andreas Stumpf. Man sei für die Stärkung der Pinkafelder Wirtschaft und die Belebung der Innenstadt. „Wir sind aber nicht bereit, die Dezentralisierungen zu unterstützen und den Stadtkern weiter auszudünnen, wenn andere Möglichkeiten gar nicht angedacht werden oder die Verhältnismäßigkeit dafür nicht gegeben ist“, so Stumpf.

Bürgermeister will Arbeitsplätze schaffen

SP-Bürgermeister Kurt Maczek kann die Kritik nicht verstehen und erklärt dazu: „Wir haben schon seit vielen Jahren ein Fachmarktzentrum geplant. Es gab schon zwei Anläufe, jetzt ist es fix.“ Die Flächen im Norden seien schon seit Jahren als Gewerbegebiet ausgewiesen. Es sei das einzige Gebiet, wo sich Pinkafeld ausweiten könne und eine dementsprechende Infrastruktur vorhanden sei. „Wir wollen als Gemeinde wachsen und die Kaufkraft in Pinkafeld behalten. Zusätzlich schafft das Fachmarktzentrum auch neue Arbeitsplätze“, sagt Maczek und meint weiter: „Wir wollen in Pinkafeld etwas bewegen und nicht am Stand treten.“