Ruine in Hirschenstein wird streng überwacht. Nach etlichen Diebstählen wird die ehemalige Lungenheilanstalt massiv überwacht. Auch Strafen drohen.

Von Carina Fenz. Erstellt am 24. Juli 2019 (04:30)

Für die einen ist es ein Schandfleck, für die anderen ein Abenteuerspielplatz — die Rede ist von der ehemaligen Lungenheilanstalt am Hirschenstein, die seit mittlerweile sieben Jahren leer steht. Das Gebäude, das auf 826 Meter Seehöhe liegt, wurde im Jahr 1955 eröffnet. Bis zum Jahr 1986 waren hier lungenkranke Patienten untergebracht. Danach wurde das Gebäude, das im Besitz der KRAGES ist, bis zum Jahr 2012 als Pflegeheim genutzt. Die VAMED hat nach wie vor das Nutzungsrecht.

Das „Geisterhaus“ ist aber auch ein begehrtes Objekt für Diebesbanden, die auf der Suche nach Kupferkabeln oder anderen Wertgegenständen sind, denn beim Auszug der VAMED wurden nahe zu alle medizinischen Gerätschaften und Möbel im Haus zurückgelassen. Die Schäden durch diverse Diebstähle werden mittlerweile im fünfstelligen Bereich beziffert, heißt es dazu vom Eigentümer der KRAGES.

Immer wieder ist das Gelände aber auch Ziel von Schaulustigen oder Spaziergängern, die ohne schlechten Hintergedanken die Gegend erkunden wollen.

Aber das ist jetzt nicht mehr so einfach, denn die KRAGES hat als Eigentümer den Objektschutz massiv verstärkt, was vor allem Spaziergängern zum Verhängnis werden kann. „Wir waren in der Vorwoche beim Gelände der ehemaligen Lungenheilanstalt unterwegs. Wir kennen die Gegend schon einige Jahre und haben wie immer unser Fahrzeug dort abgestellt, um im angrenzenden Wald Schwammerl zu suchen, Beeren zu sammeln und spazieren zu gehen. Dort wurden wir von einem Mann aufgehalten, der uns eine Strafe von 350 Euro androhte, da wir uns auf einem Privatgrundstück befänden. Leider habe ich das Hinweisschild beim Einfahren nicht gesehen, denn sonst hätte ich mich niemals dorthin begeben. Der Mann hat dann aber im Zuge des Gespräches laut gesagt, dass ich hiermit verwarnt sei und das nächste Mal, da es eine Videoüberwachung gibt, eine Besitzstörungsklage erhalten werde“, erklärt eine Dame aus Rechnitz im Gespräch mit der BVZ.

Auf Nachfrage der BVZ heißt es von der KRAGES dazu: „Wir mussten aufgrund der zahlreichen Vorkommnisse in und rund um das Haus die Sicherheit verstärken. Diese Auflage wurde auch im Zuge der zahlreichen Gerichtsverhandlungen, die es gegeben hat, vorgeschlagen. In erster Linie geht es darum, die Menschen vor Unfällen zu schützen“, erklärt der Pressesprecher der KRAGES.

„Wir mussten aufgrund der zahlreichen Vorkommnisse in und rund um das Haus die Sicherheit verstärken"

Trotz der verstärkten Sicherheitsmaßnahmen bleibt das Gelände aber weiterhin nicht von Vandalenakten verschont. Es gehe, so ein Sprecher der KRAGES, mittlerweile so weit, dass auch die Überwachungskameras zerstört werden. „Zivilrechtlich kann man freilich wegen unbefugtem Betreten tätig werden, das behalten wir uns auch vor. Uns ist natürlich wichtig, dass niemandem, der dort ohne Erlaubnis herum steigt, etwas passiert“, heißt es von der KRAGES.

Auf die Frage, was mit dem verfallenen Gebäude, das teilweise unter Denkmalschutz steht, passieren soll, heißt es von der KRAGES: „Wir sind in intensiven Gesprächen mit dem Land über die Zukunft des Gebäudes. Es soll eine nachhaltige Lösung gefunden werden, aber es ist eben schwer, ein solches Gebäude zu veräußern“, so die KRAGES.