1. Klasse Mitte: Zwei Nachbarn gehen rauf

Erstellt am 27. Juni 2022 | 02:50
Lesezeit: 4 Min
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Pöttschinger Meisterjubel: Matthias Lang, Michael Matouschowsky, Stephan Führer und Julian Gruber (r.) feierten den Titel.
Foto: Foto Martin Ivansich
Es war ein packender Dreikampf bis zur allerletzten Runde – mit zwei Siegern und einem Verlierer. Der Triumphator war Pöttsching, auch Bad Sauerbrunn jubelte über den Aufstieg. Kobersdorf blieb auf der Strecke.
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Die Saison in der 1. Klasse Mitte war an Dramatik kaum zu überbieten. Meister-, Aufstiegs- und Abstiegsfrage wurden erst in der Schlussrunde beantwortet - und wie! Im direkten Duell sicherte sich Pöttsching mit 3:1 gegen Bad Sauerbrunn 1b den Meistertitel und belohnte sich für harte Arbeit in den vergangenen Jahren.

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Ziel erreicht: Bad Sauerbrunns 1b-Team durfte auch jubeln. Die Truppe aus dem Kurort stieg als Zweiter gemeinsam mit Nachbar Pöttsching auf.
Foto: BVZ

In der letzten regulären Saison 2018/19 vor den beiden Abbruch-Jahren 2020 und 2021 gelang Pöttsching der Meistertitel in der 2. Klasse Mitte, jetzt legte der ASV nach. Und der Erfolg hat viele Faktoren. Ein wesentlicher: „Ich bin jetzt schon einige Zeit als Trainer tätig, aber was hier an Zusammenhalt gelebt wird, das toppt alles. Da hält jeder zusammen von den helfenden Händen über Funktionäre, Vorstand und Mannschaft“, betont Meistertrainer Markus Buchner, der sich aber nicht auf dem Erfolg ausruhen will.

Schon am Montag nach dem Meisterstück war sein Fokus Richtung 2. Liga gelegt: „Natürlich haben auch wir, die Trainer, gefeiert. Aber wir wollen unseren Weg weitergehen und deshalb darf man sich nicht ausruhen. Die Planung für die 2. Liga-Saison hat längst begonnen.“

Und wie sieht die aus? „Der Stamm der Mannschaft wird bleiben, punktuell ergänzen wir den Kader oder adaptieren ihn“, so Buchner, der einen Heimkehrer begrüßen darf. Jakub Slezak wird von Forchtenstein zurück zum ASV kommen. „Er war auch schon beim Spiel gegen Bad Sauerbrunn am Platz, freut sich auf die spannende Aufgabe bei uns in der 2. Liga“, meint Buchner, der damit offensiv noch einmal eine tolle Option mehr hat.

Und die Offensive war unter anderem auch ein riesiger Baustein im Meisterpuzzle der Pöttschinger in der abgelaufenen Saison. 81 Tore erzielte der ASV – kein Team schoss mehr Treffer. Das zweitbeste Offensivteam, Vizemeister Bad Sauerbrunn 1b, kam auf 72 Tore. „Das war auch unsere Ausrichtung, offensiv und aktiv Fußball zu spielen. Dass aber ein Jan Kowanz so explodiert, das hat ja keiner wissen können.“

„Klar ist, wir wollen nichts mit den Abstieg zu tun haben und schielen dabei auch ein wenig auf einen Cup-Platz.“ Markus buchner Trainer ASV Pöttsching

Der Außenbahnspieler netzte 23 Mal ein, teilte sich damit die Schützenkönig-Krone mit Teamkollege Michal Sojka sowie Kroatisch Geresdorf-Legionär Martin Gosztola. Buchner will aber nicht nur das herausragende Offensivduo Sojka/Kowanz hervorstreichen: „Nein, es ist und war ein Teamerfolg. Natürlich stehen die Torschützen meist im Rampenlicht. Was aber ein Bernd Steindl, Christoph Stiegler, Flo Stefanits und vor allem auch Kapitän Fabian Fröch defensiv geleistet haben, war ebenso sensationell. Ich könnte in Wahrheit alle Spieler erwähnen, speziell auch jene die ihre Rolle als Zwölfter, Dreizehnter oder Vierzehnter tadellos absolvierten und immer, auch wenn es nicht für die Startelf reichte, mehr als 100 Prozent gegeben haben.“

Und den Einsatz erwartet sich der Coach auch in der 2. Liga: „Weil dort ist die Qualität noch einmal höher.“ Bezüglich Zielsetzung geht es Buchner vorsichtig optimistisch an: „Klar ist, wir wollen nichts mit dem Abstieg zu tun haben und schielen dabei auch ein wenig auf einen Cup-Platz.“ Personell hat der Meistertrainer, wie erwähnt, mit Slezak eine Offensiv-Option mehr. Außerdem kommt Marco Piller zum ASV, und Peter Puschautz nach seinem Auslands-Aufenthalt wieder retour. Lukas Jagschitz (Sigleß) und Stefan Handler (Lackenbach) verlassen den Verein.

„Ziel war der Aufstieg, das haben wir geschafft“

Nur wenige Kilometer neben Pöttsching durfte man sich auch über den Aufstieg freuen. Auch wenn der verpasste Meistertitel ein wenig schmerzte, den man im direkten Duell in Pöttsching eben verspielte: „Ziel war der Aufstieg, das haben wir geschafft“, stellt Trainer Richard Kern jedenfalls klar. Er kann speziell auf ein richtig gutes Frühjahr zurückblickte.

Immerhin lag man zur Saisonhalbzeit neun Punkte hinter Kobersdorf, machte den Rückstand wett und hatte bis zum Schluss sogar noch die Titelchance. Die wird es im kommenden Jahr wohl eher nicht geben: „Wir wollen gut in die 2. Liga reinstarten und uns den Grundstein für unser Vorhaben so rasch es geht erarbeiten. Das Ziel heißt Klassenerhalt“, gibt Kern die sportliche Marschrichtung für die neue Saison vor.

Beim Kader wird sich personell kaum etwas ändern: „Minimal, wir werden mit dem Großteil der Mannschaft, die Platz zwei fixiert hat, reingehen. Mit dem Training startet die 1b-Mannschaft aus dem Kurort am Montag, der erste Probegalopp ist dann für den 5. Juli gegen Weikersdorf (Aufsteiger in die 1. Klasse Süd/NÖ) angesetzt.