Christoph Tischler agierte ziemlich mutig und ehrlich

Tadtens Trainer Christoph Tischler setzte drei seiner vier Legionäre auf die Ersatzbank – und das ausschließlich leistungsbedingt.

Erstellt am 07. Oktober 2021 | 01:41
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Tadten-Trainer Christoph Tischler ist mit einigen seiner Legionäre unzufrieden und setzte sie am Wochenende kurzerhand auf die Bank.
Foto: CSW

Dass Fußball-Gastarbeiter auf der Ersatzbank Platz nehmen müssen, passiert nur sehr selten. Denn die Slowaken und Ungarn im Amateurfußball gelten in den meisten Fällen als richtige Leistungsträger. Entweder als Spielmacher, Abwehrchef, Tormann oder Knipser. Doch die Zeiten haben sich geändert – immer seltener findet man unter den Legionären Männer mit echter Top-Qualität. So kommt es auch vor, dass der eine oder andere als Lückenbüßer verpflichtet wird.

In Tadten beschäftigt man momentan vier Slowaken. Gleich drei von ihnen waren am Samstag beim 1:1-Remis gegen Gattendorf zuerst nur Wechselspieler. „Das sagt sowieso schon alles“, stellte Trainer Christoph Tischler konsequent fest.

„Die Leistung passt eben nicht. Wenn ein Eigenbauspieler gleich gut trainiert, dann wird er bei mir spielen.“ Mutig und ehrlich – sich mit den Legionären auf sportliche Art und Weise „anzulegen“: Stürmer Jan Andrejko kam erst zur Pause zu seinem Einsatz. Auf seiner UFC-Visitenkarte stehen mickrige zwei Treffer, für den SV Rohrbach hat er vor drei Saisonen noch neun Mal getroffen. „Vielleicht sind wir ja der falsche Klub für ihn“, rätselt Tischler über die Abschlussschwäche des Angreifers.

Auf der Wechselbank durchschmoren mussten hingegen Michal Mustica und Jakub Blazi. Letzterer erhielt sogar die Höchststrafe und „durfte“ eine Halbzeit in der Reserve kicken (beim 3:6 gelang ihm wenigstens ein Tor). Lediglich mit David Valek ist man in Tadten zufrieden – er spulte am Samstag als Sechser eine solide Partie runter.

Sieht so aus, als würde man sich in der Winterpause nach neuen Verstärkungen umsehen. „Stimmt“, bestätigt Tischler. Noch sind zwei Spiele der Hinrunde zu absolvieren. Da ist es kaum zu erwarten, dass vom „Ersatzbank-Trio“ einer derart explodieren wird, dass sich die sportliche Leitung über eine Weiterverwendung einig wird.