Unsere Meister aus Rudersdorf: Vergoldete Generation

Erstellt am 27. Juni 2022 | 03:04
Lesezeit: 4 Min
Der 2. Liga-Meister aus Rudersdorf war in dieser Saison aus einigen Gründen nicht zu stoppen: Ein toller Jahrgang, garniert mit einigen Routiniers und echten Könnern.
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Langsam aber sicher kehrt beim 2. Liga-Meister aus Rudersdorf wieder Ruhe ein. Die Feierlichkeiten fanden mit dem abschließenden Heimspiel gegen Neuberg (2:2) ein Ende, welche zuvor knapp zwei Wochen den Ort nahe der steirischen Grenze in Atem hielten. Am 28. Mai 2022 wurde der USV Rudersdorf nach einem 1:0 über Jabing und dem Umfaller vom einzig noch verbliebenen Konkurrenten von der SpG Edelserpentin wieder ein Landesligist. Es dauerte 25 Jahre, einige Höhen und viele sportliche Tiefen inkludiert, ehe dem Traditionsverein, der in den 1970er gar in der Regionalliga kickte, dieses Kunststück wieder vorbehalten war.

Verdient vorbehalten, denn der USV war über die gesamte Saison das klar konstanteste Team. Phasenweise diktierten zwischendrin andere – Schlaining, Jennersdorf, Jabing, Edelserpentin oder Stegersbach – aber die Elf von Klaus Fuchs war dann in einer anderen Liga unterwegs. Es gab ganz einfach keine Umfaller, denn nur dreimal wurde verloren. Paradoxerweise zweimal davon gegen Rechnitz, die die Saison als 13. beendeten. Es passte einfach sehr vieles zusammen: Anes Podunavac hatte ein Ausnahme-Jahr im Tor und hielt selbst verletzt gegen Jabing den Sieg noch fest. Die Defensiv-Reihe mit Jerry Weber, Sascha Klucsarits, Tobi Kirisits, Maxi Geschl, Daniel Bauer, Reinhard Hirt oder auch Christoph Zotter war eine Bank und davor war die Zentrale mit Fabian Wonisch und Danijel Vincelj Herz und Schwungrad des USV.

Offensiver wirbelten dann die Eigengewächse Lauro und Marco Sifkovits, Noah Frühmann oder Julian Gaal und wurden von Schützenkönig Ibo Sahin, Denis Svaljek und Georg Rabl optimal flankiert. Ein perfekter Meister-Mix aus Unbekümmertheit, Routine, individueller Klasse, Ehrgeiz, Willen und Leidenschaft. „Unser Trainer stellte die Mannschaft immer sehr gut ein, die Burschen setzten es toll um“, sagte der Sportliche Leiter Martin Salber und schoss nach: „Der gute Teamspirit war ein weiterer Punkt. Wir arbeiteten mit- und nicht gegeneinander.“

Man kennt sich eben, denn vor allem die jungen Spieler kicken mit kleineren Unterbrechungen seit der Jugend zusammen. So tauchte kurz nach dem Meistertitel noch ein Foto von Tobi Kirisits mit Lauro Sifkovits und Fabian Wonisch auf, wo Kirisits schon in der Ersten kickte und die beiden anderen Jungs kaum zehn Lenzen zählten. Und genau diesen Spielern, die sich zwischenzeitlich höherklassig probierten, wollte man eben diese perfekte Plattform bieten.

In der 2. Liga wäre es schwer gewesen, sie zu halten, jetzt funktioniert das leichter. So will man den Kader auch zusammenhalten und mit zwei Verstärkungen landesligareif machen. Dass es eine Stufe höher kein Zuckerschlecken wird, dem ist man sich bewusst. „Der Klassenerhalt hat sicher oberste Priorität“, so Salber, der nachschoss: „Wir wissen sehr gut, dass es nicht einfach wird und so hart es auch klingen mag, glaube ich schon, dass wir wahrscheinlich von Beginn an hinten mit dabei sein werden.“

Auch weil man sich wieder in unbekanntem Terrain bewegt. Der Landesliga-Fußball hat sich verändert und der USV war zumindest in den letzten zehn, 15 Jahren kein wirklicher Anwärter auf ein Ticket. So feierte man durchaus Erfolge gegen höherklassige Vereine – BFV-Cupfinale gegen Parndorf 2016 (0:3-Niederlage) – aber wirklicher 2. Liga-Titelkampf war kaum dabei. „Es war eine sehr lange Abstinenz“, meinte Salber, der aber auch davon ausgeht, dass der USV ein gutes Stückerl spielen könne. Das tut die Sportanlage sicher. Diese zählt im Landessüden mit zu den Schönsten und infrastrukturell ist man top gerüstet.

Bleibt nur noch die Frage nach dem Übergang, denn Meistertrainer Klaus Fuchs verabschiedete sich zurück in die Steiermark, wo er etwas kürzertreten wolle. Für ihn kommt Alfred Horvath aus Rotenturm. Dieser war interimistisch schon einmal beim USV tätig, ehe er über die Umwege Gerersdorf-Sulz und eben Rotenturm nun zum Burgenlandliga-Trainer avanciert. Positiv: Die meisten kennt er fußballerisch sehr gut und die Anlaufzeit wird kurz sein. Ihm wird auch Fritz Fuchs zur Seite stehen, denn der langjährige Fachmann übernimmt die Reserve. So ist vereinsintern vieles auf Schiene gebracht. Jetzt fehlt nur noch der Klasse-Fußball, den man über die letzten Wochen und Monate zeigte.