Haring: „Der Abstieg ist ein absoluter Supergau“. Der Siegendorfer Hearts-Legionär Peter Haring wartet auf eine neue OP und blickt auf ein verkorkstes Jahr zurück.

Von Philipp Frank und Philipp Frank. Erstellt am 01. Juni 2020 (05:32)
Der 26-jährige Siegendorfer Peter Haring blickt auf ein verkorkstes letztes Jahr zurück und wartet immer noch auf einen Operationstermin. Zudem ist er sportlich mit seinen Hearts of Midlothian abgestiegen.
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Die letzten eineinhalb Jahre waren nicht gerade einfach für Peter Haring. Der Mittelfeldspieler im Dress des Hearts of Midlothian Football Club aus Edinburgh kämpfte fast nur mit verletzungsbedingten Ausfällen. „Ich habe genau vor einem Jahr das letzte Mal ein Match absolviert“, berichtete der noch 26-Jährige, der am kommenden Dienstag Geburtstag feiert.

„Das Wichtigste ist, dass ich bald wieder fit bin und trainieren kann.“Peter Haring sehnt nach einem schwierigen Jahr mit Verletzungen der eigenen sportlichen Normalität entgegen

Seit Jänner 2019 plagen den Profi Verletzungsprobleme. „Begonnen hat alles mit einer Leistenbruch-Operation. Seitdem habe ich immer wieder Beschwerden im Bauch- und Adduktorenbereich. Dann kam eine Schambeinentzündung dazu, die immer abklingt und nach wenigen Trainingseinheiten wieder ausbricht“, so der Siegendorfer zerknirscht.

Ein weiterer OP-Termin in der schottischen Hauptstadt wurde einen Tag vor dem geplanten Eingriff wegen der Corona-Pandemie abgesagt. „Das war natürlich sehr bitter so kurz vor dem Lockdown. Es war dann auch zu spät, um wieder nach Hause nach Österreich zu fliegen. In einer Woche soll der Termin für die Operation aber endgültig feststehen“, zeigt sich Haring zumindest ansatzweise zuversichtlich.

Seit dem Ausbruch des Virus sitzt er nun mit seiner Freundin in Schottland fest und absolviert daheim sein Reha-Programm. Das Leben in der Metropole genießt Peter Haring trotzdem soweit wie möglich. Von den Voraussetzungen her ist Edinburgh, wie er berichtet, „eine absolut geile Stadt. Die Lebensqualität ist ein Traum.“

Sportlich lief es für seine Hearts heuer aber nicht nach Wunsch. Aufgrund des Corona-Virus wurde die Schottish Premiership nach einer Abstimmung unter den Vereinen vorzeitig abgebrochen, aber nach dem Ist-Stand gewertet – der Traditionsverein musste als Letzter absteigen. „Das ist ein absoluter Supergau – nicht nur für den Verein, auch für die Liga. Das ist ungefähr vergleichbar, wie wenn in Österreich Austria oder Rapid absteigen würden. Wir haben einen Zuschauerschnitt von 17.000 Fans“, stellt der Mittelfeldmotor und Publikumsliebling klar.

Sportliche Aussicht bei Hearts weiter gegeben

Wie seine Zukunft nach dem sportlichen Desaster nun aussieht? „Das Wichtigste ist, dass ich bald wieder fit bin und trainieren kann. Dann werden wir die Situation analysieren und entscheiden. Ich habe noch zwei Jahre Vertrag hier – der gilt auch für die 2. Liga. Egal was passiert, ich weiß, dass der Klub alles unternehmen wird, um so rasch wie möglich wieder in die 1. Liga aufzusteigen.“

Bis dahin kann sich noch einiges tun. Der Verein will diesen Abstieg nicht so einfach akzeptieren und plant mit weiteren Absteigern aus anderen Ligen rechtlich dagegen vorzugehen. „Unsere Eigentürmerin will einen Vorschlag unterbreiten, damit die Ligen aufgestockt werden. Dazu braucht es auch wieder eine Mehrheit. Mehr Vereine bedeutet aber auch weniger Geld für die anderen Klubs. Das ist alles sehr kompliziert. Die Chance lebt, aber sie ist sehr gering.“

Wann es in Schottland wieder mit dem Fußball losgeht, steht in den Sternen. „Hier ist alles noch zu, Lockerungen sind noch lange nicht in Sicht. Der geplante Trainingsstart am 10. Juni ist nicht sehr realistisch.“ Dafür der baldige Operations-Eingriff, um bereit für eine Rückkehr auf den Platz zu sein. In Zeiten wie diesen ist schon das ein Hoffnungsschimmer.