Kinder in schwierigen Situationen finden in einer neuen Betreuungsstelle von SOS Kinderdorf in Eisenstadt ein stärkendes pädagogisches Angebot.
"Diese Altstadt ist ein Schatz"
STadtmanagement
Trägt der 7-Punkte-Plan für die Eisenstädter Innenstadt Früchte? Stadtmanagerin Margit Sommer erklärt, woran man Fortschritte erkennt.
"Eisenstadt in Weiß" ist ein starker Frequenzbringer für die Innenstadt.
© Nina Mayer
2021 startete die Landeshauptstadt mit einem 7-Punkte-Plan zur Stärkung der Innenstadt. Gleich erledigt war die Gründung des Vereins Stadtmanagement, das den Stadtmarketing-Verein der Geschäftsleute ablöste und von der Stadt finanziert wird.
2022 übernahm Margit Sommer die Geschäftsführung des Stadtmanagements. "Die Innenstadt zu beleben, war mir in die Wiege gelegt", sagt sie. Sie wuchs in der Hauptstraße auf, ihre Eltern führten eine Kaffee-Konditorei.
Ihr Fokus liege darauf, mehr Frequenz in die Stadt zu bringen. "Kunden kommen wieder, wenn sie sich wohlfühlen", sagt Margit Sommer, die auf 15 Jahre Erfahrung im Tourismusmanagement zurückgreifen kann. Die Aufenthaltsqualität in der Stadt zu verbessern, stand ganz oben auf der Prioritätenliste der Stadt.
"Wir leben für die Stadt!", sagt Margit Sommer, Geschäftsführerin des Stadtmanagements Eisenstadt.
© Ronald Fenk
Zu diesem Zweck wurden in der Innenstadt Bäume gepflanzt, neue Sitzgelegenheiten geschaffen, der Blumenschmuck erneuert, ein kostenloses WLAN für die Fußgängerzone installiert. Sprühnebellanzen sorgten im Sommer für Abkühlung.
Eine Hauptrolle in der Innenstadt spielen die Hausbesitzer. "Mit ihnen müssen wir uns bemühen, attraktive Geschäfte in die Innenstadt zu holen", sagt Margit Sommer, in deren Aufgabenbereich auch das Leerstandsmanagement fällt. Neun Prozent der Geschäftsflächen stehen derzeit leer, der Leerstand war schon einmal geringer, aber dann kamen 300 Quadratmeter des Herrenmodengeschäfts Thurner am unteren Ende der Fußgängerzone dazu.
"Alles, was unter zehn Prozent ist, ist okay", sagt die Stadtmanagerin. Sehr erfreut ist sie darüber, dass die Hausbesitzer ihre Fassaden instandsetzen und optisch störende Geschäftsportale zurückbauen. Die Stadt unterstützt diese Maßnahmen mit einer Fassadenförderung. "Diese Altstadt zu haben, ist ein Schatz", weiß Margit Sommer und lobt die Hausbesitzer, die Wert auf ein schmuckes Fassadengesicht legen.
Geld gibt es seit 2021 auch für Betriebe, die sich neu in der Altstadt ansiedeln: Im ersten Jahr beträgt der Innenstadtbonus 500 Euro pro Monat, im Folgejahr 300 Euro und danach für ein weiteres Jahr 200 Euro. "Insgesamt wurde der Bonus für über 50 Betriebe genehmigt, 20 Betriebe erhalten ihn derzeit", informiert Margit Sommer.
Betriebe schätzen die Innenstadtlage
Viele Betriebe, sagt sie, würden den Altstadtkern bewusst einem Standort im Fachmarkt- oder Einkaufszentrum vorziehen. Leitbetriebe wie Thalia oder H&M sorgen für Frequenz und sogar ein Diskonter wie NKD schätzt die Lage in der Fußgängerzone. Der Gastronomie wiederum kommen die autoverkehrsfreien Flächen zugute, die für Schanigärten genutzt werden können. Das Schanigartenentgelt wurde bereits während der Corona-Pandemie gestrichen.
Gemeinsame Events wie das heuer zum dritten Mal veranstaltete "Eisenstadt in Weiß" oder "Eisenstadt goes Pink", heuer erstmals im Monat Oktober, zeigen, wie gut ein gemeinsames Motto funktioniert. "Durch solche Aktionen entsteht ein Teamgeist", sagt Margit Sommer.
Zu den stärksten Frequenzbringern im Jahr zählten heuer die Wein- und Genusstage mit mehr als 38.200 Frequenzen. Das Abendshopping im September zeigte hingegen ein enttäuschendes Bild: Um 18.30 Uhr waren bereits viele Geschäfte geschlossen, die Innenstadt kaum frequentiert. "Am Nachmittag war mit Kinderprogramm und Musik mehr los", sagt Margit Sommer. Für nächstes Jahr überlegt man sich neue Konzepte.
Beim Abendshopping am 18. September wirkte die Fußgängerzone leer.
© BVZ / Kirchmeir
Ein Geheimrezept für die erfolgreiche Innenstadt gebe es nicht, meint die Stadtmanagerin. "Man muss immer dranbleiben und darauf achten, dass die Zusammenarbeit zwischen Handel und Gastronomie funktioniert."
Bei der City Tagung, die kürzlich in Wien stattfand, wurde Eisenstadt als Paradebeispiel für eine erfolgreiche Innenstadtentwicklung gelobt. Sie habe, so Margit Sommer, darauf hingewiesen, dass dies mit großer finanzieller Unterstützung der Stadt geschehen sei. Dennoch: "Für mich war es eine Bestätigung, dass die Außenwirkung da ist und viele Eisenstadt positiv sehen."