Felix Dvorak: Der Publikumsliebling wird 90

Portrait

Vom Wiener Kabarett bis zur Seebühne in Mörbisch: Am 4. November feiert Felix Dvorak seinen 90. Geburtstag. Der Schauspieler, Autor und langjährige Festspielintendant hat auch im Burgenland Spuren hinterlassen.

Von Nina Mayer

Elisabeth und Felix Dvorak. 1960 machten sie ihre Verlobungsreise nach Eisenstadt und sind seither große Burgenlandfans. Der Schauspieler feiert am 4. November seinen 90. Geburtstag.

Elisabeth und Felix Dvorak. 1960 machten sie ihre Verlobungsreise nach Eisenstadt und sind seither große Burgenlandfans. Der Schauspieler feiert am 4. November seinen 90. Geburtstag.

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Felix Dvorak versteht es, Menschen zum Lachen zu bringen. Als Schauspieler, Kabarettist, Autor und Intendant zählt er zu jenen Künstlerpersönlichkeiten, die den österreichischen Humor entscheidend mitgeprägt haben. Am 4. November wird der gebürtige Wiener 90 Jahre alt. Seine Karriere führte ihn auf bedeutende Theaterbühnen, ins Fernsehen, in internationale Varietés und auch ins Burgenland.

Eine besonders schöne Verbindung zur Region führt nach Mörbisch. Bei den Seefestspielen stand Dvorak 1981 in Johann Strauss’ Operette „Der Zigeunerbaron“ auf der Bühne. Er verkörperte den Conte Carnero. Die Produktion unter der musikalischen Leitung von Franz Bauer-Theussl und in der Inszenierung von Glado von May lockte damals 29.396 Besucher auf die Seebühne. Für Dvorak war der Auftritt ein Kapitel seiner vielseitigen Bühnenlaufbahn, die von der klassischen Komödie bis zur Operette reichte.

Felix Dvorak beherrschte es schon in jungen Jahren, sich auf der Bühne bestmöglich in Szene zu setzen.

Felix Dvorak beherrschte es schon in jungen Jahren, sich auf der Bühne bestmöglich in Szene zu setzen.

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Humor kennt keine Grenzen

Abseits der Seebühne gibt es weitere Verbindungen zum burgenländischen Kulturleben: Dvorak begeisterte das Publikum auf Schloss Kobersdorf und war im Regionalradio mit seiner Sendung „Humor kennt keine Grenzen“ präsent. Das Format wurde über viele Jahre vom ORF-Landesstudio Burgenland betreut, in dem der Produzent und Musiker Willy Fantel eine prägende Rolle spielte. Am 10. Mai 1986 wurde im Kur- und Kulturzentrum Bad Tatzmannsdorf dazu eine Aufnahme mit Dvorak aufgezeichnet. Auf der später veröffentlichten Schallplatte präsentierte er Auszüge aus seinem Buch „Humor kennt keine Grenzen 2“.

Felix Dvoraks Weg zur Bühne war keineswegs vorgezeichnet. Auf Wunsch seines Vaters erlernte er zunächst das Konditorhandwerk. Doch die Leidenschaft für das Theater ließ ihn nicht los. 1961 gelang ihm ein entscheidender Karriereschritt: Er folgte Helmut Qualtinger in Gerhard Bronners Kabarettensemble nach, spielte an zahlreichen Wiener Bühnen, unter anderem in Werken von Johann Nestroy, Ferdinand Raimund und J.B. Molière. Mit seiner Darstellung des k. u. k. Scharfrichters Josef Lang am Theater in der Josefstadt gelang ihm ein besonderer Durchbruch.

Felix Dvorak begeisterte als jugendlicher Liebhaber.

Felix Dvorak begeisterte als jugendlicher Liebhaber.

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Tritsch-Tratsch in Paris und Las Vegas

Durch das Fernsehen wurde er einem breiten Publikum bekannt. Dvorak schrieb und spielte in Unterhaltungssendungen wie „Tritsch-Tratsch“, „Österreich hat immer Saison“ und „Wer A sagt“. Seine satirische Produktion „Flohmarkt Company“, die er gemeinsam mit Peter Lodynski entwickelte, wurde beim Fernsehfestival in Montreux mit der Goldenen Rose ausgezeichnet. „Mad in Austria“ brachte ihm weitere Preise und eine Nominierung für den Auslands-Emmy ein. Seine Sprachparodien führten ihn sogar auf internationale Bühnen, darunter in den Crazy Horse Saloon in Paris und – man höre und staune - ins MGM Grand Hotel in Las Vegas.

Mehr als zwei Jahrzehnte leitete Dvorak die Festspiele im Stadttheater Berndorf und auch die Komödienspiele Mödling und das Schloss-Weitra-Festival standen unter seiner Intendanz. Dabei war er nicht nur Organisator, sondern vielfach auch Regisseur, Dramaturg und Darsteller. Sein Anliegen war es, das Publikum zu unterhalten und die Tradition der österreichischen Komödie lebendig zu halten.

Felix Dvoarak mit seiner Gattin Elisabeth.

Felix Dvoarak mit seiner Gattin Elisabeth.

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Niemals betrübt

Neben seiner Arbeit für Bühne und Fernsehen veröffentlichte Dvorak zahlreiche Bücher, darunter „Sternstunden des Humors“, „Überlebenslauf“ und „Himmelhoch jauchzend und niemals betrübt“. Für seine Verdienste erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter das Große Goldene Ehrenzeichen des Landes Niederösterreich und 2017 den Berufstitel Kammerschauspieler.

Am 4. November blickt Felix Dvorak auf neun Jahrzehnte voller Rollen, Pointen und Geschichten zurück. Dass sein Weg ihn dabei auch nach Mörbisch und zum burgenländischen Radio führte, ist ein Stück Kulturgeschichte, das im Jubiläumsjahr besondere Aufmerksamkeit verdient.

Felix Dvorak und Fritz Muliar vor dem Theater an der Josefstadt.

Felix Dvorak und Fritz Muliar vor dem Theater an der Josefstadt.

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Im Interview spricht Felix Dvorak über seine Verbindungen ins Burgenland

Nina Mayer: Herr Dvorak, am 4. November feiern Sie Ihren 90. Geburtstag. Wenn Sie auf Ihre lange Karriere zurückblicken: Welche Erinnerungen verbinden Sie mit dem Burgenland?

Felix Dvorak: Weil ich immer schon eine Sympathie für das Burgenland hatte, haben meine Frau Elisabeth und ich 1960 unsere Verlobungsreise nach Eisenstadt gemacht. Und 2024 hat dann auch mein ältester Enkelsohn Mathias seine Frau Steffi, eine Burgenländerin, in Eisenstadt geheiratet. Außerdem habe ich einige Freunde, die in das Burgenland gezogen sind. Oft waren wir bei Joki Kirschner, dem Moderator der Sendung „Tritsch-Tratsch“, der in der Nähe von Tatzmannsdorf lebte, zu Gast.

Nina Mayer: 1981 standen Sie bei den Seefestspielen Mörbisch als Conte Carnero im „Zigeunerbaron“ auf der Bühne. Was ist Ihnen von dieser Produktion und den Sommerabenden am Neusiedler See besonders in Erinnerung geblieben?

Felix Dvorak: Die Abende die man nach den Vorstellungen am Neusiedler See ausklingen hat lassen. Die Gemütlichkeit bei herrlichem Wein und gutem Essen war immer etwas sehr Besonderes.

Nina Mayer: Mörbisch ist für die große Operettentradition bekannt. Was macht für Sie den besonderen Zauber einer Operette aus – und warum begeistert dieses Genre das Publikum bis heute?

Felix Dvorak: Der Zauber der Operette ist die Musik der alten Meister. Es werden Märchen erzählt und Illusionen erzeugt, die Menschen einfach berühren. Daher gehen diese Melodien einem auch heute noch ans Herz.

Nina Mayer: Ihre Sendung „Humor kennt keine Grenzen“ wurde vom ORF-Landesstudio Burgenland betreut. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit, und welche Erinnerungen haben Sie an Willy Fantel?

Felix Dvorak: Willy Fantel hat in mir das Potenzial für das Radio gesehen und mich in allem sehr unterstützt. So lief die Sendung „Humor kennt keine Grenzen“ 17 Jahre lang sehr erfolgreich überregional. Ausserdem hat er meine wichtigsten Schallplatten produziert. Nach der Sendung sind wir oft gemeinsam nach Schützen essen gegangen.

Nina Mayer: Ihre Fernsehproduktionen wurden in Montreux ausgezeichnet, Ihre Parodien führten Sie bis nach Paris und Las Vegas. Wo hat das Publikum am herzlichsten gelacht – und wo musste man den österreichischen Schmäh erst erklären?

Felix Dvorak: Der Humor meiner Sprachenparodien ist überall gleich gut angekommen und verstanden worden. Egal ob in Las Vegas, in Paris oder in Österreich. Das war eine Nummer, mit der ich um die Welt ziehen hätte können. Um meiner Familie aber nicht zu lange fern zu bleiben, habe ich längere Engagements, nicht angenommen.

Nina Mayer: Sie waren Schauspieler, Autor, Regisseur und Intendant. Welche dieser Aufgaben hat Ihnen persönlich am meisten bedeutet?

Felix Dvorak: Die Intendanzen der drei Sommertheater haben mich am meisten beglückt, weil ich da sehr viel meiner Ideen umsetzen konnte. Und, wenn solche Projekte, in denen viel Arbeit steckt, aufgehen und beim Publikum gut ankommen, ist das ein schönes Gefühl. Außerdem hat mir das Schreiben sehr viel Freude gemacht. Zu Büchern hatte ich schon seit meiner Kindheit eine besondere Beziehung. Eigentlich war es immer so, dass überall, wo ich kreativ etwas entwickeln konnte, ich viel Spaß an der Arbeit hatte.

Nina Mayer: Hat sich der Humor des Publikums in den vergangenen Jahrzehnten verändert? Worüber darf man heute lachen, worüber früher vielleicht nicht?

Felix Dvorak: Ja, der Humor hat sich sehr verändert. In politisch schwierigen Zeiten bekommt der Humor wieder einen neuen Stellenwert. Manchmal kann er da sogar zur Überlebensstrategie werden. Ich würde meinen: „Sag mir, worüber du lachst, und ich sag dir, wer du bist.“

Nina Mayer: Sie können auf ein langes Künstlerleben zurückblicken. Gibt es eine Begegnung oder eine Geschichte, die Sie bis heute zum Lachen bringt?

Felix Dvorak: Es gab sehr viele heitere Situationen auf den Bühnen oder bei Dreharbeiten. Besonders gerne erinnere ich mich an Kollegen mit denen man viel Spass hatte. Darunter waren Fritz Muliar, Ernst Waldbrunn, Attila Hörbiger, Maxi Böhm, Gusti Wolf, Rudi Carrell und Harald Serafin, mit dem ich schon in den 70er Jahren gespielt habe und mit dem mich eine innige Freundschaft verbunden hat.

Nina Mayer: Und zum Schluss, lieber Herr Dvorak: Was braucht ein Mensch, um sich sein Leben lang Humor zu bewahren?

Felix Dvorak: Humor! Denn Humor ist eine Naturveranlagung!

... wie man ihn kennt und liebt.

... wie man ihn kennt und liebt.

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