Grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Stadtarchiv Rust

Archivprojekt Rust

Das Archiv der Freistadt Rust ist diese Woche Schauplatz eines grenzüberschreitenden Projekts, bei dem ungarische und österreichische Archivare und Studierende teilnehmen.

Von Sigrid Furtner-Janisch

Intiative. Archivar Wolfgang Bachkönig, ungarischen Botschafterin in Österreich, Ihre Exzellenz Edit Szilágyiné Bátorfi, Bürgermeister Gerold Stagl, ungarische Archivdelegierte Krisztina Arany und Archivar Martin Krenn (v.l.) riefen das grenzübergreifende Archivprojekt ins Leben.

Intiative. Archivar Wolfgang Bachkönig, ungarischen Botschafterin in Österreich, Ihre Exzellenz Edit Szilágyiné Bátorfi, Bürgermeister Gerold Stagl, ungarische Archivdelegierte Krisztina Arany und Archivar Martin Krenn (v.l.) riefen das grenzübergreifende Archivprojekt ins Leben.

© BVZ/Furtner-Janisch

Alte Dokumente werden in Archiven fachgerecht gelagert. Manchmal müssen die Behältnisse, in denen diese gelagert werden ausgetauscht werden, da sie ebenfalls schon in die Jahre gekommen sind – so auch im Stadtarchiv Rust, wo sich Unterlagen aus den vergangenen sechs Jahrhunderten finden. Dies wird nun in einem grenzübergreifenden Projekt mit ungarischen Archivaren und Studenten hier gemacht.

Dabei werden gleich zwei Aufgabenbereiche abgedeckt. Zunächst sichten die Dozenten und Studierenden die Dokumente. Diese sind noch in teils „veralteten Aufbewahrungsmappen. Nach der Sichtung werden sie in moderne, altersbeständige und säurefreien Kartons umgelagert“, erklärt Martin Krenn, Dozent an der Privaten Pädagogischen Hochschule Eisenstadt, Archivar des Ruster Archivs sowie Projektkoordinator die Grundidee.

Tatkräftig. Wolfgang Bachkönig (2.v.l.) und Krisztina Arany (2.v.r.) zeigen den Studierenden, darunter Ákos Tóth, Nándor Ódor und Noémi Ács (v.l.) den richtigen Umgang mit den Dokumenten.

Tatkräftig. Wolfgang Bachkönig (2.v.l.) und Krisztina Arany (2.v.r.) zeigen den Studierenden, darunter Ákos Tóth, Nándor Ódor und Noémi Ács (v.l.) den richtigen Umgang mit den Dokumenten.

© BVZ/Furtner-Janisch

„Das Ruster Archiv gehört zu den reichhaltigsten Stadtarchiven im Burgenland und beherbergt Bestände, die bis ins Spätmittelalter zurück reichen. Westungarn und das Burgenland waren über lange Zeit hin eine Region und hatten intensive Verbindungen“, erklärt Krenn. Daher sind hier viele Dokumente, die in ungarischer Sprache verfasst wurden, gelagert. Die „wertvollen Schriftstücke geben einen Einblick in die Wein-, Wirtschaft- oder Religionsgeschichte der Region“, so der Historiker.

"Das Projekt bringt Menschen und Insitutionen zusammen!"

Die Teilnehmer aus Ungarn übernehmen dabei die Sichtung der in ungarisch verfassten Texte, da die Archivare des Ruster Archivs kein oder nur sehr wenige ungarisch können. „Diese externe Expertise gibt uns einen Mehrwert der Informationen“, so Krenn. Man erhalte einen besseren Überblick, was thematisch in den Dokumenten festgehalten wurde, wodurch Forscher wiederum diese für ihre Arbeit nutzen können und Zugang zu neuen Quellen erhalten.

Gleichzeitig ist die Projektwoche eine „wertvolle Erfahrung für die Studierenden“, stellt Krisztina Arany fest. Sie ist ungarische Archivdelegierte beim Haus-, Hof- und Staatsarchiv sowie beim Finanz- und Hofkammerarchiv in Wien und ebenfalls Projektkoordinatorin. Außerdem bringt „das Projekt Menschen und Institutionen zusammen“, freut sie sich. Zusammen mit Martin Krenn und Wolfgang Bachkönig organisierte sie die grenzüberschreitende Projektwoche.

Ermöglicht wurde das Projekt durch Rusts Bürgermeister Gerold Stagl und Ihre Exzellenz Edit Szilágyiné Bátorfi, ungarische Botschafterin. „Die jetzige Dokumentation unserer gemeinsamen Vergangenheit ist eine Arbeit, die in die Zukunft hinausgeht, denn die wertvollen Dokumente geben uns Auskünfte, wie es früher war und können ein Wegweiser für die Zukunft sein. Bei der Arbeit können Freundschaften entstehen und das ist die Grundlage für eine friedliche Zukunft“, ist die Botschafterin überzeugt.