Am Areal des Eisenstädter Krankenhauses finden Abbrucharbeiten statt: Das Haus F wird entfernt. Auf dem Areal wird die neue Psychiatrie errichtet, die auch Angebote für Jugendliche umfassen wird.
Trittsteinbiotope: Hilfe für Flora und Fauna
Naturschutz Breitenbrunn
Trittsteinbiotope stellen essenzielle Naturflächen und Oasen für Pflanzen und Tiere mitten im Ort dar. Der Naturschutzbund lädt bei Exkursionen ein, diese näher zu betrachten.
Kooperation. Exkursionsleiter Klaus Michalek vom Naturschutzbund, Grundbesitzer Peter Noever und Grüne-Gemeinderätin Rosemarie Grosz (v.r.) als Vertretung der Gemeinde im Trittsteinbiotop in Breitenbrunn.
© BVZ/Furtner-Janisch
Der Naturschutzbund versucht Trittsteinbiotope, die sich auch inmitten von Ortschaften befinden, und ihre besondere Bedeutung für Pflanzen und Tiere bekannter zu machen. So vor kurzem in Breitenbrunn im Zuge einer Naturkundlichen Exkursion auf dem Grundstück von Peter Noever, „die Grube“, einem ehemaligen Steinbruch.
Noever entwickelte hier ein Land-Kunst-Projekt, um den „Dialog mit der Natur zu suchen“, wie er selbst erklärt. So wird hier Kunst in die Landschaft und die Natur eingebettet. 2019 wurde das rund 3,5 Hektar große Grundstück unter Denkmalschutz gestellt.
„Die Grube“ ist auch ein Trittsteinbiotop, da die Natur sich weitgehend entwickeln darf und damit ein wichtiger Treffpunkt und Platz für Biodiversität, also viele verschiedene Pflanzen- und Tierarten. Hauptsächlich findet man hier Trockenrasenflächen und eine Vielzahl daran angepasste Pflanzen und Tiere, die zum Teil bereits gefährdet sind oder sogar vom Aussterben bedroht sind.
Trittsteinbiotope sind als kleine Lebensräume sehr wichtig. Sie verbinden größere Lebensräume miteinander und dienen Tieren als Zwischenstation auf ihren Wanderungen, um zu rasten. Besonders Insekten und Reptilien, aber auch Vögel nutzen diese Oasen, zu denen Tümpel, Blumenwiesen oder auch Hecken zählen können, zwischen verbauten Gebieten und Straßen. Die Bedeutung eines Trittsteinbiotops ergibt sich daraus, „welche Funktion es im Netzwerk der Lebensräume erfüllt“, erklärt Klaus Michalek, Exkursionsleiter und Biotopmanager vom Naturschutzbund Burgenland. Daher können auch kleine Flächen, Gärten etwa, ein wichtiges Trittsteinbiotop sein.
Um die Bedeutung solcher kleinen Biotope aufzuzeigen, wurde das Projekt „Netzwerk Trittsteinbiotope im Burgenland“ vom Naturschutzbund ins Leben gerufen, dass von Landschaftspflegefonds im Zuge des Burgenländischen Arten- und Lebensraumschutzprogramms gefördert wird. In Zuge dessen werden nun auch Exkursionen in insgesamt 20 der vorhandenen 140 Trittsteinbiotope im Burgenland angeboten. So können Interessierte teilweise Naturflächen entdecken, die nicht täglich zugänglich sind und so kleine Naturschatzplätze praktisch vor der Haustür erkunden.
Die vorhandenen Pflanzen- und Tierarten werden auch wissenschaftlich erfasst und mögliche Pflegemaßnahmen entwickelt. Pflegemaßnahmen wie der Rückschnitt von Büschen und Bäumen sind bei Trockenrasenflächen wichtig, da sie sonst verbuschen und die Trockenrasenflächen verschwinden können. Diese bieten aber einer Vielzahl an Tieren einen Lebensraum, allein 57 verschiedene Falter wurden etwa bisher in der „Grube“ in Breitenbrunn gefunden. Auch ein Uhu, eine ebenfalls gefährdete Art, hat hier seinen Platz gefunden.