Rust sagt Baba zu Meister Adebar

Abflug

Die Störche verabschiedeten sich 2025 früher als gewöhnlich aus Rust. Ein Großteil hat bereits das Winterquartier im Süden bezogen. Ein paar Nachzügler werden den Abflug heuer wohl nicht mehr schaffen und am Neusiedler See überwintern.

Von Von Peter Wagentristl

Störche über den Dächern der Ruster Altstadt.

Störche über den Dächern der Ruster Altstadt.

© BVZ/Wagentristl

Mit 26 Brutpaaren und 70 Baby-Störchen war die Bilanz 2025 zwar nicht ganz so stark wie im Vorjahr, beim Storchenverein ist man aber dennoch vollauf zufrieden: „Man kann sich nicht jedes Jahr so perfekte Bedingungen wie im Vorjahr erwarten. Auch 2025 war ein tolles Jahr“, betont Obmann Igor Smrtnik. Über einen längeren Zeitraum betrachtet zeigt der Trend aber klar nach oben, was nicht zuletzt dem Engagement des Vereins und seiner Unterstützer zu verdanken ist.

Rust sagt Baba zu Meister Adebar

© BVZ/Wagentristl, Peter Wagentristl

Acht Pfleglinge bleiben diesen Winter in Rust. Zu den fünf „Freifliegern“ in der Storchenstation kommen noch drei „Aufgepäppelte“, um die sich Lydia Karassowitsch angenommen hatte. Diese sollen später ausgewildert werden. Bei den übrigen Nachzüglern lässt sich aktuell schwer einschätzen, ob noch Störche die Reise nach Afrika antreten. Wer den Abflug verpasst, „wird heuer noch gepflegt und fliegt dann nächstes Jahr erstmals in den Süden“, erklärt Smrtnik.

„Im Vorjahr sind die letzten Störche Ende August geflogen - da startete der Zug in den Süden aber generell um rund 14 Tage später. Wir werden sehen“, so der Obmann.

Rust sagt Baba zu Meister Adebar

© BVZ/Wagentristl, Peter Wagentristl

Den Zeitpunkt für den Abschied aus Rust legen die Störche nach mehreren Kriterien fest, die sich für Zweibeiner nicht richtig rekonstruieren lassen. Das Wetter und die Thermik spielen dabei eine entscheidende Rolle. Vor dem Abflug kann man über Rust beobachten, wie die Störche, teilweise in großen Gruppen, am Himmel Kreise ziehen - einmal höher und dann wieder tiefer. Damit testen die Großvögel, ob die Thermik günstig für den langen Flug ist oder lieber zugewartet werden soll.

Ein kurioses Anblick ist auch die liebevoll „Abflugbesprechung“ genannte Zusammenkunft der Ruster Störche auf der Storchenwiese. Es wirkt, als würden die fliegenden Stadtpatrone dabei gemeinschaftlich ihre Reise organisieren. Warum Meister Adebar damit dieses Jahr so viel früher dran war als im Vorjahr, lässt sich nicht mit Sicherheit feststellen.

Rust sagt Baba zu Meister Adebar

© BVZ/Wagentristl, Peter Wagentristl

Größere Brocken Arbeit stehen für den Storchenverein nun bis zum Nesterputz nicht an. „In den letzten 15 Jahren haben wir die Nesterqualität stetig gesteigert. In der Regel müssen wir daher nur mehr zwei bis vier Nester wegen gewöhnlichem Verschleiß austauschen.“ Hinzu kommen zehn bis 20 Nisthilfen, die der Verein für Private anfertigt - den Großteil für Nester in der Region, aber auch in Niederösterreich und vielleicht demnächst auch für einen bairischen Promi.