Die Pfarren St. Margarethen, Oggau, Rust und Mörbisch werden seit September in einem gemeinsamen Seelsorgeraum geführt. Im Gespräch mit Daniel Freismuth (BVZ) erklären der neue Pfarrleiter und die Sekretärin des neuen Seelsorgeraums, welche Veränderungen und Vorteile der Seelsorgeraum mit sich bringt.
Schülerinnen bauten aus Schilf und Gedanken den „Raum der Stille“
Am See und in der Galerie
Wie fühlt sich Stille an? Dieser Frage gingen 14 Schülerinnen der 6d-Klasse des BG/BRG/BORG Kurzwiese Eisenstadt in einem außergewöhnlichen Kunst- und Architekturprojekt nach. Das Ergebnis ihrer monatelangen Auseinandersetzung mit Natur, Handwerk und Kreativität wurde in der Architekturgalerie nun als „Raum der Stille“ präsentiert.
Handwerk und Kopfarbeit. Die 6d des Gymnasiums Kurzwiese beim Schilf-Workshop mit Jacobus vanHoorne und Nikolaus Gartner.
© Privat
Ausgangspunkt des Projektes war der Neusiedler See, seine Landschaft und Atmosphäre erkundeten die Schülerinnen auf vielfältige Weise: Eine geführte Klangreise in einer stillen Bucht bei Rust sensibilisierte die Jugendlichen für die oft überhörten Geräusche der Natur und für jene selten gewordenen Momente echter Ruhe. Anschließend begaben sie sich auf fotografische Entdeckungsreisen durch das Schilf und hielten ihre Eindrücke in Bildern und Texten fest.
Unterstützt wurde das Projekt vom „Architektur-Raumburgenland“ und dessen Leiter Nikolaus Gartner. In Vorträgen vermittelte er Wissenswertes über die Entwicklung des Neusiedler Sees als Natur-, Kultur- und Erholungsraum. Besonderes Interesse weckte dabei die Bedeutung des Schilfs als traditioneller und zugleich nachhaltiger Baustoff.
Praktische Erfahrungen sammelten die Schülerinnen bei einem Workshop mit dem Schilfdachdecker Jacobus vanHoorne in Weiden am See. Dort lernten sie alte Handwerkstechniken wie das Bündeln, Schneiden und Binden von Schilf kennen. In gemeinsamer Arbeit entstanden daraus Meditationssitze aus Schilf, die später Teil ihres imaginären „Raums der Stille“ wurden.
Die gesammelten Eindrücke flossen schließlich in eine künstlerische Installation ein. Fotografien aus dem Schilf wurden mit selbst verfassten Texten kombiniert und auf transparente Folien gedruckt. Spiegel, Holzsockel und bewegliche Elemente greifen die sanfte Bewegung des Schilfs im Wind auf.
Ergänzt wird die Ausstellung durch Modelle von Räumen und Objekten aus Schilf sowie weitere gestalterische Arbeiten. Das Projekt verbindet Naturerfahrung, kulturelles Erbe, nachhaltiges Bauen und künstlerisches Schaffen. Gleichzeitig lädt es dazu ein, in einer zunehmend lauten Welt bewusst innezuhalten.
Betreut wurde das Vorhaben von den Professorinnen Ingrid Hesselbach und Kristina Lehner. Entstanden ist „Raum der Stille“ im Rahmen der österreichweiten Projektreihe „RaumGestalten“, einer Kooperation von OeAD, Architekturstiftung Österreich und der Bundeskammer der Ziviltechniker:innen.
Der „Raum der Stille“ ist bis 25. Juni im Architekturraum in Eisenstadt (Fanny-Elßler-Gasse 4) zu den Öffnungszeiten zu besichtigen (Donnerstag von 9 bis 13 Uhr; Freitag, Samstag, Sonntag von 13 bis 17 Uhr).