Die Pfarren St. Margarethen, Oggau, Rust und Mörbisch werden seit September in einem gemeinsamen Seelsorgeraum geführt. Im Gespräch mit Daniel Freismuth (BVZ) erklären der neue Pfarrleiter und die Sekretärin des neuen Seelsorgeraums, welche Veränderungen und Vorteile der Seelsorgeraum mit sich bringt.
Schritt für Schritt weniger Beton: Eisenstadt entsiegelt
Auf bekannten Plätzen
Vom Kalvarienbergplatz über den Jerusalemplatz in die Innenstadt: In die Entsiegelung kommt noch mehr Bewegung. So lief der erste „BürgerInnen-Dialog“, diese Projekte sind in der Landeshauptstadt geplant.
Schritt für Schritt zur Entsiegelung in Eisenstadt (v.l.): Colmarplatz, Domplatz, Jerusalemplatz und Kalvarienbergplatz.
© Wolfgang Millendorfer
Mehr Grün vor der Bergkirche und am Domplatz mit seinen Bushaltestellen, der Colmarplatz braucht etwas Glanz als Tor zur Fußgängerzone; und dass der Jerusalemplatz zwischen Landesmuseum und Österreichischem Jüdischem Museum mehr kann, das hat man schon bei Gassenfesten gesehen. Eisenstadt macht mobil und setzt den Maßnahmenplan zur Entsiegelung um - am Oberberg wurde jetzt der nächste Schritt gemacht.
Im September des Vorjahres hat der Gemeinderat den Grundsatzbeschluss einstimmig gefasst, in der Vorwoche hat die Stadt unter reger Beteiligung den ersten „BürgerInnen-Dialog“ abgehalten. Direkt am Kalvarienbergplatz brachten mehr als 50 Bürgerinnen und Bürger zusätzliche Ideen ein und diskutierten den Entwurf. Im Herbst soll das Projekt nach der Planungsphase starten, die Fertigstellung wird man dann im kommenden Jahr feiern können.
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Den Dialog zur aktiven Einbindung hat man bewusst an den Anfang gesetzt, und es kamen auch etliche konkrete Vorschläge und Ideen. „Wir haben gesehen, dass unser erster Entwurf bereits viel Anklang findet – und durch die vielen zusätzlichen Anregungen noch einmal deutlich an Qualität gewinnt“, sagte Bürgermeister Thomas Steiner nach dem Beteiligungs-Auftakt.
Gemützlich sitzen und den Wasserspielen zuschauen
Den Kalvarienbergplatz - „ein ganz besonderer Ort für Eisenstadt“, wie Oberberg-Ausschuss-Vorsitzende Andrea Dvornikovich sagt - wird klimafit weitergedacht. Am Platz selbst werden Wasserspiele integriert; die Esterházystraße soll bis zum Schloss mit zusätzlichen Bäumen grüner werden, der Durchgang zum alten Haydn-Kino soll verkehrsberuhigt werden.
Der Linienverkehr der Schulbusse über die Wiener Straße ist ebenfalls ein Thema. Die Feedback-Bögen vor Ort haben gezeigt, dass die Anrainer eben auch wegen des Verkehrs besorgt sind. Nicht zu vergessen: der Wunsch nach gemütlichen Sitzgelegenheiten, Radstellplätzen oder Windschutz.
Der Weg vom Oberberg in die Innenstadt ...
Die Anregungen werden in der Planung besprochen, und für die weiteren Plätze der Landeshauptstadt nehmen die Vorarbeiten Gestalt an. Experte Alexander Cerny von „Umweltplanung Knollconsult“ begleitet den Stadtentwicklungsplan „STEP 2030“ und sieht in der von Bürgermeister Steiner angestoßenen Initiative und in der Planung von Baudirektor Werner Fleischhacker „einen sehr überzeugenden und zukunftsweisenden Ansatz“.
Am Beispiel Kalvarienbergplatz sollen sich somit bald „sowohl ökologische Funktionen als auch die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum deutlich verbessern“. Das gilt schließlich ebenso für die weiteren prominenten Plätze der Landeshauptstadt. „Auf öffentlichen Flächen Verantwortung übernehmen“, nennt der Bürgermeister einen Antrieb für die Offensive. Und: Es soll kühler werden! Mit den ökologischen Maßnahmen wird nämlich auch das Stadtklima abgekühlt und Hitze-Inseln der Kampf angesagt.
Vom Oberberg über den Unterberg stadteinwärts liegen die (Schau-)Plätze, die dabei besonders im Fokus stehen. Unweit des Kalvarienbergplatzes führt der Weg über die Wertheimgasse unweit des Krankenhauses (wo ebenfalls Maßnahmen gesetzt werden) auf den Jerusalemplatz.
Dort dauert es zwar noch, bis zur entscheidenden Phase, eine erste Skizze aus dem Rathaus zeigt aber schon, in welche Richtung es gehen könnte. Beim Entsiegeluns-Wettbewerb des Landes (mit dem Titel „Baba, Beton!“) bekam der Projektentwurf den Anerkennungspreis der Österreichischen Hagelversicherung.
Domplatz & Colmarplatz: Zwei Bekannte in der Stadt
Ist der Jerusalemplatz im ehemaligen Jüdischen Viertel im Lauf der Jahre vor allem in der Funktion als zentraler Ort etwas in Vergessenheit geraten, so wird der Domplatz laufend von Tausenden genutzt. Für Schülerinnen und Schüler beginnt und endet am Busbahnhof der Tag, der Verkehr der Innenstadt fließt hier am Martinsdom vorbei. Der Dom als Wahrzeichen genießt mit dem großen, freien Platz uneingeschränkte Sichtbarkeit, es geht aber noch viel grüner.

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Einerseits wolle man in Eisenstadt „nicht nur über Klimaschutz reden, sondern aktiv handeln“, sagt Thomas Steiner, andererseits soll mit den Maßnahmen allerorts „ein spürbarer Mehrwert für die Menschen in der Stadt“ einhergehen. Auch Best-Practice-Beispiele nennt die Stadtgemeinde, etwa die Renaturierung des Eisbachs, die Gestaltung des Andrea-Fraunschiel-Parks oder die Verkehrsraumgestaltung am Bründlfeldweg.
Ein gutes Beispiel für eine „grüne Lunge“ ist die Rossschwemme am Colmarplatz, zwischen Kulturzentrum und dem ehemaligen (und derzeit nicht genutzten) Hotel Burgenland. Seinen Namen hat der Platz vom französischen Colmar, seit 1983 eine Partnerstadt; seine zentrale Lage im altbekannten „Bundesländerhof“ und am Eingang zur Fußgängerzone prädestiniert den Colmarplatz für ein weiteres Entwicklungsprojekt.

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Exemplarisch für den Wandel der Zeit sind sie alle, die bekannten Plätze der Landeshauptstadt, daran wurde beim Dialog in der Vorwoche erinnert: Der sinnbildliche Blick richtet sich dabei auf das Stadtbild wie auf gesellschaftliches Denken. So wurde beispielsweise der Kalvarienbergplatz erst vor rund 20 Jahren umgestaltet und versiegelt, damals Ausdruck einer Zeit, in der Asphalt und Nutzbarkeit im Vordergrund standen. Heute haben sich die Prioritäten verschoben, und die Entsiegelung wird das Stadtbild in den kommenden Jahren wieder deutlich verändern.