Mit Herzblut und Verstand – Junge Bauern, alte Tierrassen

Donnerskirchener Brüder

Traditionelle Kreislaufwirtschaft und Naturschutz bringen die jungen Landwirte Matthias und Simon Erharth in Donnerskirchen erfolgreich unter einen Hut.

Von Sigrid Janisch

Engagement. Die Donnerskirchner Brüder Matthias und Simon Erharth halten alte Haustierrassen - etwa die Pinzgauer Strahlenziegen - und helfen durch Beweidungsprojekte den Lebensraum "Trockenwiese" zu erhalten.

Engagement. Die Donnerskirchner Brüder Matthias und Simon Erharth halten alte Haustierrassen - etwa die Pinzgauer Strahlenziegen - und helfen durch Beweidungsprojekte den Lebensraum "Trockenwiese" zu erhalten.

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In Donnerskirchen haben es sich die Brüder Matthias und Simon Erharth zur Aufgabe gemacht, alte Tierrassen zu (er)halten und damit auch die Vielfalt bei Insekten und Pflanzen zu fördern.

Dazu reaktivierten die Brüder den Hof ihrer Großeltern. „Als Kinder sind wir mit ihnen oft auf die Felder mitgegangen. Dort haben wir die Früchte genascht, aber auch viel über die Insekten und Pflanzen der Region gelernt“, erinnert sich Simon Erharth.

Mit Herzblut und Verstand – Junge Bauern, alte Tierrassen

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Diese Erinnerungen waren ein Mitgrund, warum sich die Brüder entschlossen, wieder Tiere auf den Hof zu holen und so den Familienbetrieb wieder aufleben zu lassen. Im Zuge dessen absolvierten sie auch die notwendigen Ausbildungen und sind damit nun einer der wenigen verbliebenen klein strukturierten landwirtschaftlichen Betriebe der Region.

Echte Pannonier, „Teil des Kulturguts“

Bald war auch klar, dass sie alte Tierrassen halten wollen. „Die Tiere sind an diese Region angepasst, da sie über Jahrhunderte hier gehalten wurden. Außerdem sind sie daher auch Teil des Kulturguts“, so Matthias Erharth. So erhalten sie diese bedrohten Tierarten, die heutzutage nur noch selten gehalten werden.

Mithilfe der Tiere können sie auch etwas für den Erhalt der Artenvielfalt bei Insekten und Pflanzen beitragen, und zwar durch so genannte Beweidungsprojekte. Dank ihrer Zackelschafe, Pinzgauer Strahlenziegen, Ungarischen Steppenrindern und Mangalitza-Schweinen in Kombination mit der Beweidung verschiedener Flächen durch die Tiere, kommt diese Vielfalt wieder zurück.

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Mit Herzblut und Verstand – Junge Bauern, alte Tierrassen
Bezug. Bei aller professioneller Distanz spürt man bei den Brüdern Matthias und Simon Erharth, dass sie ihre Tiere kennen und auch eine Beziehung zu ihnen aufgebaut haben.

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Mit Herzblut und Verstand – Junge Bauern, alte Tierrassen
Beweidung 1. Eine Herde Zackelschafe weidet am Donnerskirchner Madberg und erhält so den wichtigen Lebensraum "Trockenwiese".

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„Die Trockenrasenflächen werden durch die Schafe und Ziegen von Bäumen und Büschen frei gehalten. Dadurch wachsen mehr Blumen und somit gibt es wieder mehr Insekten und kleine Reptilien sowie verschiedenen Vogelarten in diesem Lebensraum“, erklärt Matthias Erharth.

Weideflächen von Donnreskirchen bis Oslip

Mittlerweile beweiden die Herden nicht nur die Trockenrasenflächen am Donnerskirchner Mad- und Kirchberg, sondern auch Flächen rund um Oslip. Diese wechseln also regelmäßig die Weiden. Durch die Beweidung bekommen die Tiere außerdem frisches, unbehandeltes Futter, wie verschiedene Gräser und Kräuter, zu fressen und auch viel Bewegung. Die Tiere werden am Hof auch gezüchtet und mithilfe von Zuchtverbänden europaweit verkauft, womit auch die Durchmischung der Gene gefördert wird.

Mit Herzblut und Verstand – Junge Bauern, alte Tierrassen

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Neben den Tieren bewirtschaften die Brüder auch die Felder, wo neben Obst und Gemüse auch das Futter für die Tiere angebaut wird. „Wir haben eine geschlossene Kreislaufwirtschaft, wie es sie auch früher gegeben hat“, stellen sie fest. Gleichzeitig haben sie einen Blick auf die umliegende Natur – welche Tiere und Pflanzen es gibt - und halten ihre Beobachtungen im Rahmen verschiedener Monitoring-Projekte auch fest. Diese werden etwa durch die EU, Österreich oder Initiativen wie „Blühendes Österreich“ der REWE-Gruppe unterstützt.

Ohne Freunde ist alles nichts

„Ein Landwirt sollte ein Allrounder sein, der auch die Pflanzen kennt, da man daran auch sehen kann, wie es den Böden geht und wie sie beieinander sind“, schmunzelt Simon Erharth.

Unterstützung erhalten sie in der Familie und im Freundeskreis, die vor allem in Hochphasen wie der Getreideernte mithelfen, „ohne die es nicht gehen würde“, wie sie feststellen, denn Arbeit gibt es immer genug. Es entstehen auch neue Freundschaften durch verschiedene Zuchtvereine.