Kinder in schwierigen Situationen finden in einer neuen Betreuungsstelle von SOS Kinderdorf in Eisenstadt ein stärkendes pädagogisches Angebot.
Die nicht von allen geliebte Eingemeindung St. Georgens 1971
Dorfblick St. Georgen
Mit dem Verfassungsgesetz vom 1. September 1970 wurden die Gemeinden Kleinhöflein und St. Georgen ab 1. Jänner 1971 mit der Freistadt Eisenstadt vereinigt.
Bürgemeister Georg Hahnekamp, sitzend, 2. von rechts, mit Gemeinderat, 1968
© Geschichte und Geschichten
Die Zusammenlegung wurde nicht von allen St. Georgenern mit Freude angenommen, es war keine „Liebesheirat“, eher eine „Zweckgemeinschaft“. Georg Hahnekamp, der langjährige Bürgermeister von St. Georgen (1958 – 1970) gab im Dezember 1970 der Bevölkerung in einer Postwurfsendung die Eingemeindung bekannt.
„Liebe Mitbürger! Unsere Gemeinde zählt zu jenen Gemeinden, die im Interesse der Kommunalstruktur mit anderen Gemeinden zusammengelegt wird. Für uns alle war es nicht leicht, uns mit dieser Tatsache abzufinden, aber wir wissen, dass den zwingenden Entwicklungen der Zeit Rechnung getragen werden muss. Die ehemalige Gemeinde St. Georgen wird auch künftig ihre Sonderprobleme besitzen. Die Stadtverwaltung muss daher dieser Tatsache Rechnung tragen und sie zum Wohle der Bevölkerung berücksichtigen. Mit gemeinsamer Kraftanstrengung gelang es uns, viele Schwierigkeiten verschiedener Art zu überwinden und auch bedeutende Fortschritte in unserer Gemeinde zu erzielen.
Im Einzelnen möchte ich erwähnen: Das Wasserleitungsnetz konnte endgültig ausgebaut werden. Die Kanalisation erfolgte in einigen Straßenzügen. Der Ortsbach wurde bis zum Eisbach geräumt, damit er als Vorfluter der Kanalisationsanlagen dienen kann und bei Unwetter das Hochwasser abführt. Wichtige Straßenbauarbeiten wurden durchgeführt. Wir trachteten auch immer danach, dass nach Unwettern die Weingartenwege befahrbar blieben. Zur Ortsverschönerung tragen das Kriegerdenkmal, der Attilabrunnen, Grünanlagen und die Totenstraße mit dem neugestalteten Friedhofsplatz bei.
Unser Dorf wird bereits von fünf Transformatoren mit Strom versorgt. Der Bau des Gemeindehauses mit dem darin befindlichen Kindergarten darf nicht vergessen werden. Auch mit der Anlage eines größeren Sportplatzes wurde bereits begonnen. Um den Platz vergrößern zu können, war ein Grundstückkauf notwendig. Eine Schipiste und Rodelbahn ist am Florianiberg geplant, das natürlich schneeabhängig ist. Die Flachgrabenüberfahrt steht vor ihrer Vollendung. Vieles wäre noch zu erwähnen, aber sie haben die Aufbauarbeiten ja selbst miterlebt.
Ich bedanke mich, dass mir die Möglichkeit gegeben wurde, als Bürgermeister zum Wohle der Einwohnerschaft zu wirken.“