Kinder in schwierigen Situationen finden in einer neuen Betreuungsstelle von SOS Kinderdorf in Eisenstadt ein stärkendes pädagogisches Angebot.
Geschichte der Gemeinderichter und Bürgermeister in St. Georgen
Dorfblick St. Georgen
Bis ca. 1848 wurden durch die Herrschaft der Esterházy aus der Gruppe der Lehensbauern drei Männer für die Richterwahl vorgeschlagen. Einen davon wählte man beim jährlichen stattfindenden „Banntaiding“ (öffentlicher Gerichtstag, bis ca. Mitte 18. Jhdt.) zum Richter. Dieser Gemeinderichter war der Vertrauensmann des Grundherrn.
Blick von St. Georgen auf Eisenstadt.
© zVg Dorfblick
Ab 1848 wurden die Gemeinderichter, Geschworene und Notäre (Amtsmänner) auf Vorschlag des Bezirkskommissärs vom Komitatsvorstand bestimmt. 1921 kam es zur Auflösung der Gemeindevertretungen.
Im März 1923 fanden die ersten burgenländischen Gemeinderatswahlen statt. Josef Reil war der erste vom Volk gewählte Bürgermeister von St. Georgen (1923-1931). Sein Nachfolger Johann Tinhof übte das Amt von 1932 bis zum Anschluss im Jahr 1938 aus. Während der NS Herrschaft verlor St. Georgen die Selbstständigkeit und wurde an Eisenstadt angeschlossen.
Nach dem Krieg kam es 1949 zur Trennung von Eisenstadt, St. Georgen war wieder ein eigenständiges Dorf. Schnedl Valentin leitete von 1950 bis 1958 die Geschicke im Dorf. Seine Verdienste waren der Wiederaufbau nach dem Krieg. Der Ausbau und die Verbesserung der dörflichen Infrastruktur unter schwierigen organisatorischen und finanziellen Umständen. Der Bau der Volksschule, die Baulandfreigabe in der Berg- und Angergasse mit Finanzierungshilfe für Siedlungshäuser fielen in seine Amtszeit. Ebenso der Bau des Feuerwehrhauses, die Asphaltierung der Ortsstraßen und der Ausbau der Stromversorgung. Georg Hahnekamp trug über 20 Jahre politische Verantwortung für St. Georgen, als Bürgermeister, Stadt- und Gemeinderat. Er führte den weiteren Ausbau der dörflichen Einrichtungen fort und setzte viele Projekte um. Auf seine Initiativen wurden auch Genossenschaften und Vereine gegründet, die nicht nur zur wirtschaftlichen, sondern auch zur kulturellen Weiterentwicklung des Dorfes beitrugen.
St. Georgen zählte zu einer der bedeutendsten Weinbaugemeinden im Land und das rege Vereinsleben stärkte die Dorfgemeinschaft. Als Anerkennung für ihr Arbeit erhielten BM Schnedl und BM Hahnekamp den Ehrenring der Gemeinde. Heute erinnern die „Valentin Schnedl Straße“ und die „Georg Hahnekamp Straße“ in der neuen Siedlung der Gartenäcker an unsere Bürgermeister.
Seit 55 Jahren sind wir ein Teil der Landeshauptstadt, wir feiern heuer ein Jubiläum. Ich schätze Eisenstadt sehr, bin sehr gerne in der lebens- und liebenswerten „Kleinsten Großstadt der Welt“, aber zu Hause bin ich in St. Georgen.