Der Bezirk Eisenstadt-Umgebung bietet ein umfangreiches und vielfältiges Veranstaltungsprogramm rund um die Herbstferien. Die BVZ hat den Überblick:
St. Georgen: „Karwoche in meiner Kindheit“
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Für die bäuerliche Bevölkerung waren bis in die 1970er Jahre die Karwoche und die Osterfeiertage streng nach dem kirchlichen Ablauf geregelt.
Ratschenbuben. Foto: Jahrein-Jahraus
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Am Palmsonntag nahmen die Dorfbewohner, mit den „Palmbuschen“, an der Palmprozession teil. Die geweihten Palm- Weidenkätzchen wurden auf den Grundstücken (Weingärten, Feldern) ausgebracht. Auch die Familiengräber schmückte man mit einem geweihten Zweig. Die Karwoche diente zur Vorbereitung auf das große Osterfest. Der „Osterputz“ stand an, die Frauen brachten das Haus auf Hochglanz. Die Männer trafen sich zum Reben-Veredeln. Am Gründonnerstag aßen die Leute Speisen mit grüner Farbe, Spinat oder Kräutersuppe. Die Feier des letzten Abendmahles in der Kirche mit dem „Fortfliegen der Glocken nach Rom“ war für die Kinder geheimnisvoll. Ab diesem Zeitpunkt dominierten die Ratschenbuben das Straßenbild. Es durften nur die Ministranten ratschen. Voraussetzung war, die „Ministrantur“, bestimmte Gebete in lateinischer Sprache, zu können.
Es war eine Ehre ein Ratschenbub zu sein um mit lauter Stimme „Mia raaatschna, mia raatschna…..“ und dem Lärm der Holzratsche die Dorfbewohner zum Gebet und zur Messe zu erinnern. Am Karfreitag waren Erdarbeiten untersagt und der Tag war ein strenger Fasttag, d.h. einmalige Sättigung und absolut keine Fleischspeisen. Das karge Essen bestand aus gekochten Kartoffeln, Sardinen, Dorschleber und Topfenkäse. Am Karfreitag war es immer sehr ruhig im Dorf, man sah nur die Leute auf der Straße, die am Weg in die Kirche waren. Zum Kreuzweg und der Kreuzverehrung mit Kreuzenthüllung brachte man Blumen mit, die dann das Heilige Grab schmückten. Am Karsamstag besuchten die Ratschenbuben die Häuser mit dem Spruch: „Mia taten bitten um den Ratschenteil“.
Meist erhielten die Buben Eier, die anteilsmäßig, wenn auch nicht immer ganz gerecht, aufgeteilt wurden. Die Frauen färbten die Ostereier, bereiteten Germgebäck zu und richteten den Korb für die Speisensegnung (Schinken, Pinze, Eier) her. Bei der Auferstehungsfeier, in der bis zum letzten Platz gefüllten Kirche, kehrten mit lautem Geläut die Kirchenglocken aus Rom zurück und alle sangen laut und mit großer Freude das „Halleluja“. Nach dem Gottesdienst segnete der Priester den Osterschinken, der anschließend mit Genuss zu Hause gegessen wurde. Am Ostersonntag und Ostermontag feierte die Gemeinde ein musikalisches Hochamt.
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