Die Pfarren St. Margarethen, Oggau, Rust und Mörbisch werden seit September in einem gemeinsamen Seelsorgeraum geführt. Im Gespräch mit Daniel Freismuth (BVZ) erklären der neue Pfarrleiter und die Sekretärin des neuen Seelsorgeraums, welche Veränderungen und Vorteile der Seelsorgeraum mit sich bringt.
Traditionelle Weinlese in St. Georgen
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Die Weinlese zählte immer schon zu den bedeutendsten Ereignissen im Jahresablauf. Folgende Beschreibung bezieht sich auf die Zeit nach dem 2. Weltkrieg.
Lesegruppe in den 1960er Jahren.
© Jahraus-Jahrein S 275, oben links
Die Vorbereitungen begannen circa zwei bis drei Wochen vorher. Zuerst wurde das „Geschirr“ (Fassl, Boudinga und Stounter (Holzbottiche und kleine Holzschaffel) hergerichtet. Da es damals aus Holz bestand, musste es sorgfältig gesäubert und konserviert werden um einen Schimmelbefall zu verhindern. Morsche Holzteile wurden erneuert und „Foß-Roafn“ nachgeschlagen. Ganz wichtig das „Eindechtigen“, das Dichtmachen des gesamten Holzgeschirrs. Danach wurde der Lesewagen wieder zusammengestellt.
Der Hausherr legte dann den Lesebeginn fest und suchte nach genügend Helfern aus der Familie bzw. Bekanntenkreis. Eine Leserpartie bestand meist aus 5 bis 10 Personen, wovon ein bis zwei Männer Buttenträger waren.
Die Männer kümmerten sich um die Gerätschaften, die Frauen um das Essen. Alles Essen und verschiedene Kleidungsstücke trugen die Frauen in Buckelkörben in die Weingärten hinaus. Bis in die 1950er Jahre gab es überwiegend Stockkulturen.
Das Ablesen war umständlich, da man den Stock rundherum absuchen musste. Die vollen Kübel wurden dann in die Butten geleert und dann in den großen Holzbottich, der am Lesewagen stand. Von einem Stockweingarten wurden pro Tag circa 30 bis 40 Butten (1000 Kilogramm) gelesen.
Es gab eine kurze Frühstückspause und eine längere Mittagspause, wo sich die Leser stärkten. Sie aßen kalte Sachen, wie Topfenkäse, Extrawurst, Blunzen, Brot und Essiggemüse, aber sie brieten auch Speck und Kartoffel über dem Feuer.
Bis Anfang der 1960er Jahre gab es zur Lesezeit Schulferien. Die Kinder halfen mit, trieben aber auch manchen Schabernack, da die Erwachsenen beschäftigt waren. Sie verheizten abgeschnittene Reben und rauchten verbotener Weise „Irlisch“ oder trockenes Weinlaub.
Wenn das Tagwerk des Lesens zu Ende war, sammelten die Frauen die abgeschnittenen Speisetrauben ein, packten die Kleidungsstücke in die Buckelkörbe, verstauten alles auf dem Lesewagen, der zum Abfahren bereit war. Im Haus begannen die Frauen mit der Zubereitung des Abendessens, die Männer kümmerten sich um das Vieh und begannen mit der Verarbeitung der Trauben.
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