Die Waldorfschule Eisenstadt wurde am Samstag, 17. Oktober 2026, offiziell an ihrem neuen Standort im Stadtteil St. Georgen eröffnet.
Getreideernte: „Die Klimakrise ist auf den Feldern angekommen“
Erntebilanz Getreide 2026
Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Landwirtschaft werden immer deutlicher sichtbar. Bei einer Pressekonferenz zur Erntebilanz im Burgenland diskutierten Experten die Herausforderungen, die Trockenheit und veränderte Wetterbedingungen für die Getreideproduktion mit sich bringen, und betonten die Notwendigkeit innovativer Anpassungsstrategien.
Bilanz. Mario Winkler (Hagelversicherung), Markus Fritz (PANNATURA), Hannes Mosonyi (WKO), Anja Haider-Wallner (Landeshauptmannstellvertreterin) und Martin Pinczker (Bioprodukte Pinczker, v.l.) gaben einen Überblick über die heurige Getreideernte und die Folgen des Klimawandels.
© Furtner-Janisch
Am Biolandgut Esterhazy in Donnerskirchen zogen Vertreter von Wirtschaftskammer, Land, Landwirtschaft und der Hagelversicherung am Ende der Ernte Bilanz über die Situation der Getreide-Landwirte und über mögliche Maßnahmen, mit dem Klimawandel und den neuen Wettergegebenheiten umzugehen.
So stellte Hannes Mosonyi, Obmann des burgenländischen Agrarhandels in der Wirtschaftskammer fest, dass der Ertrag im Burgenland zwischen rund 30 Prozent im Süden und sogar rund 50 Prozent im Norden aufgrund der Trockenheit im Herbst und im Frühjahr geringer ausfällt. „Die Versorgungssicherheit ist aber gegeben“, betonte er.
Da noch Mengen aus dem Vorjahr eingelagert seien und Getreide vor allem aus Kanada und den USA importiert werden, müssten die Landwirte aber mit einem geringeren Preis rechnen. Für Biobetriebe ist die Situation weniger angespannt, wie Martin Pinczker von Bioprodukte Pinczker, feststellt: „Es ist weniger als im Vorjahr, aber dennoch eine beachtliche Menge.“ Das Getreide reife früher und durch den bereits stattfindenden Bodenaufbau habe dieser eine bessere Wasserspeicherung.
„Wir konnten Biogetreide im vergangenen Jahr sehr gut vermarkten, etwa nach Deutschland, daher sind hier die Preise besser“, zieht Pinczker den Vergleich. Positiv sei auch, dass mehr Biogetreide als Futter in der Bioviehhaltung im Burgenland zum Einsatz komme.
„Die Klimakrise ist auf den Feldern angekommen“, ist Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner überzeugt. Sie betont, dass Landwirten geholfen werden muss, denn „hinter den Zahlen stehen Familien! Wer hochwertige Lebensmittel auf dem Teller will, muss aber auch dafür sorgen, dass sie unter guten Bedingungen produziert werden können. Das braucht faire Preise für unsere Bauern, regionale Wertschöpfung und eine Landwirtschaft, die auch unter veränderten Klimabedingungen Zukunft hat.“
So müsse etwa die Unwetterversicherung geändert werden. Dürre ist zwar abgedeckt, aber mit Einschränkungen. Mario Winkler von der Hagelversicherung zeigt die enormen Kosten, die aufgrund von Unwetterereignissen entstehen. „In den letzten zehn Jahren gab es 250 Millionen Euro Gesamtschaden in dem Bereich“, gibt er an.
Auch Bodenschutz und die Forschung dazu sollen mit einem „Forschungscenter“ vorangetrieben werden, fährt Haider-Wallner fort. Mit den Maßnahmen solle die innovative Arbeit der Landwirte unterstützt werden. Ein Beispiel dafür sei PANNATURA. Hier werden seit über 20 Jahren immer wieder von Universitäten begleitete Versuche durchgeführt, etwa mit standardangepassten Kulturen, aber auch Methoden für den Bodenschutz, wie Markus Fritz, Prokurist von PANNATURA, erklärt.
Neben einer vielfältigen Fruchtfolge setzen wir dazu auch auf neue technische Ansätze wie den Strohstriegel“, so Fritz. Stroh bedeckt Ausfallgetreide und die Erde, wodurch die Verdunstung von Wasser aus dem Boden reduziert werden soll. In Tadten wiederum wird im „Streifenversuch“ Mais und Soja in jeweils sechs Meter breiten Streifen abwechselnd angebaut. „Der Mais am Rand ist deutlich größer, als der in der Mitte des Felds in einem 12 Meter breiten Streifen angebaute“, so Fritz.
Auch AGRI-PV-Anlagen werden getestet, etwa in Donnerskirchen. „Was für uns normal ist, ist für andere in Österreich Zukunft. Wir möchten Innovationsgeber sein und zusammen mit den Landwirten situationsangepasste Lösungen finden“, spricht Fritz eine Einladung für alle Betriebe aus.
Auch Winkler sieht in Maßnahmen zu Bodenschutz, Klimaschutz und umfassenden Risikomanagement den richtigen Weg für die Landwirte. „Das Burgenland ist hier Vorreiter, da die Versicherung, das Land und die Landwirte zusammenarbeiten. Das gibt den Landwirten Sicherheit und stabilisiert die Versorgung und ist eine Frage der nationalen Sicherheit!“