Seit 1. Oktober 2026 ist der Ehemann der Steinbrunner Amtsfrau bei der Gemeinde beschäftigt. Für die ÖVP hat das eine "ethisch-moralische Dimension".
Neue Direktorin: Zukunft der Landwirtschaft heißt „AgriNEXT“
Fachschule Eisenstadt
Mit Julia Mainx wurde an der Landwirtschaftlichen Fachschule Eisenstadt die neue Direktorin vorgestellt. Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner präsentierte unter dem Titel „AgriNEXT“ zugleich die Zukunftspläne für die Fachschulen in Eisenstadt und Güssing: Landwirtschaft als Zukunftsberuf brauche eine Ausbildung, „die nahe an der Praxis ist und gleichzeitig nach vorne schaut“.
Franz Bock, Leiter der Bildungsregion Nord, die neue Direktorin Julia Mainx, Vorgänger Erich Unger und Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner.
© Landesmedienservice
Das Ziel ist klar vorgegeben: Bildungsangebote weiterentwickeln, künftige Anforderungen an die Landwirtschaft analysieren und die Schulstandorte langfristig stärken. So setzte Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner bei der Präsentation in Eisenstadt die Eckpunkte. Mit Julia Mainx übernehme eine Direktorin Verantwortung, die selbst fest in der Landwirtschaft verwurzelt ist und die Schule seit vielen Jahren kennt.
„Mit AgriNEXT wollen wir gemeinsam mit den Schulen genau hinschauen“, erklärte Haider-Wallner: „Was braucht die Landwirtschaft von morgen und welche Kompetenzen müssen wir dafür heute vermitteln? Wie gehen wir mit den Herausforderungen des Klimawandels um?“ Die Erfahrungen von Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern sowie von Betrieben sollen mit wissenschaftlicher Expertise verbunden werden. Das Ergebnis: „Konkrete Perspektiven für die Weiterentwicklung unserer landwirtschaftlichen Fachschulen!“
Julia Mainx ist seit dem Jahr 2010 als Lehrerin und Erzieherin an der Landwirtschaftlichen Fachschule Eisenstadt tätig. Ihre Verbindung zur Landwirtschaft reicht weit zurück: Im Alter von neun Jahren zog sie mit ihrer Familie ins Waldviertel, wo diese eine Landwirtschaft übernahm und in die biologische Wirtschaftsweise einstieg. Mit 14 Jahren besuchte sie das Francisco Josephinum in Wieselburg und absolvierte anschließend eine berufspädagogische Ausbildung.
Vor ihrer Tätigkeit an der LFS Eisenstadt sammelte Mainx unter anderem Erfahrungen im Obst- und Gemüsebereich, in der Landtechnik, im Natur- und Umweltschutz sowie als Jagd- und Waldpädagogin. Sie verfügt zudem über zahlreiche Weiterbildungen, etwa in Naturmediation, Wald- und Kräuterpädagogik, Permakultur und Bienenwirtschaft. Seit 25 Jahren lebt sie im Burgenland und betreibt eine kleine Bio-Hobbylandwirtschaft.
„Die Landwirtschaft steht vor großen Veränderungen – und damit auch die Ausbildung. Unsere Aufgabe ist es, junge Menschen fachlich fundiert und möglichst praxisnah auf diese Veränderungen vorzubereiten.“ So sieht Julia Mainx die Ausgangssituation. Und: „Dazu gehört für mich nicht nur Wissen über Produktion und Betriebsführung, sondern auch ein Verständnis für Boden, Natur, Ressourcen und die wirtschaftlichen Zusammenhänge eines landwirtschaftlichen Betriebs.“
Gleichzeitig würden durch die neuen Anforderungen auch neue berufliche Möglichkeiten entstehen, meint Mainx, etwa im Klima- und Naturschutz, in der Landschaftspflege oder in Naturparken und Nationalparks. „Landwirtschaft und Naturschutz sind dabei kein Widerspruch, sondern können sich gegenseitig ergänzen“, sagt die neue Direktorin.
Im Mittelpunkt von „AgriNEXT“ steht die Frage, wie die landwirtschaftliche Ausbildung im Burgenland bestmöglich auf die Herausforderungen der Zukunft ausgerichtet werden kann. Themen wie Klimawandel, Nachhaltigkeit, Digitalisierung und innovative Produktionsformen werden ebenso betrachtet wie die Anforderungen der landwirtschaftlichen Praxis.
Wissenschaftlich begleitet wird das rund einjährige Projekt von der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik Wien. Eingebunden sind die Bildungsdirektion, Schulleitungen und Lehrkräfte sowie Schulqualitätsmanagerinnen und -manager. Auch Schülerinnen und Schüler, Absolventinnen und Absolventen, landwirtschaftliche Betriebe, Interessenvertretungen und weitere Expertinnen und Experten sollen ihre Perspektiven einbringen.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die biologische Landwirtschaft. Im Regierungsprogramm ist das Ziel bekanntlich verankert, den Anteil biologisch bewirtschafteter Flächen bis 2030 von derzeit rund 41 Prozent auf 50 Prozent zu erhöhen. „Wenn wir die biologische Landwirtschaft im Burgenland weiterentwickeln wollen, müssen wir auch bei der Ausbildung ansetzen. Die jungen Menschen von heute sind die Landwirtinnen und Landwirte von morgen. Sie brauchen das Wissen und die Fähigkeiten, um Böden fruchtbar zu halten, Ressourcen sorgsam einzusetzen und Landwirtschaft auch unter den Bedingungen des Klimawandels erfolgreich zu betreiben“, sagt Landeshauptmann-Stellevertreterin Haider-Wallner.