Welch Abend voller großer Emotionen, musikalischen Glanzlichtern und gelebter Solidarität: Am Donnerstag lud die Familie Weintritt zu ihrer traditionellen „Licht ins Dunkel“-Charity-Gala in den Haydnsaal von Schloss Esterházy.
Chefwechsel im Friseursalon „Monika“ in Steinbrunn
Friseurportrait
Fast ein halbes Jahrhundert lang war Monika Schmidt als Friseuse tätig, zuletzt mit einem eigenen Salon in Steinbrunn. Viel hat sich in dieser Zeit getan. Nun übergibt sie den Salon „Monika“ an ihre Schwiegertochter Denise, die mit genauso viel Enthusiasmus an ihre Aufgabe geht und mit viel Liebe nicht nur den Steinbrunnerinnen und Steinbrunnern fesche Frisuren verpassen wird.
Monika Schmidt freut sich ihren seit zwölf Jahren bestehenden Friseursalon "Monika" an ihre Schwiegertochter Denise Schmidt weitergeben zu dürfen und weiß ihn in besten Händen.
© Nina Mayer
Schwiegermutter und Schwiegertochter verbindet eines: beide kommen aus Friseurfamilien, kennen das Metier also von der Pike auf. Trotzdem waren ihre Wege unterschiedliche. Die Seniorchefin Monika Schmidt stammt aus Neufeld. Schon ihr Großvater hatte in Ebenfurth einen Frisörsalon. Er war es, der seiner Enkelin die Liebe zum Beruf vermittelte. Die Zeiten waren damals andere. Fesch wollte man am Wochenende sein.
Zum Opa kamen samstags immer die Herren zur Rasur. Mit Messer und Ledergurt hat er gearbeitet, kein Haar sollte stehenbleiben. Und die Damen? Monika Schmidt erinnert sich noch gut: auch sie erschienen am Samstag, um sich hübsch machen zu lassen. Wasserwellen waren angesagt, waschen, legen und ab unter die Trockenhaube. Dauerwellen fielen kraus aus, groß die Begeisterung als die Miniplis endlich schöne Locken ermöglichten.
Lernen bei einem der Besten
Monika Schmidt entschied sich ihre Lehre in Wiener Neustadt zu machen. Im eigenen Betrieb lernt man nicht so viel, ihre Meinung. Bei einem der ganz Großen der damaligen Zeit trat sie ins Geschehen ein. Peter Maurer hatte 13 Friseure angestellt und fünf Lehrlinge. Spaß hat es Monika gemacht, sowohl die Arbeit selbst, als auch der Kontakt zu den Kunden. Das war in den späten 70er-Jahren.
Da war eine Frisur noch eine Frisur. Heute nicht mehr erhältliche Präparate sorgten für die Erfüllung der Haarträume. Das Marilyn Monroe-Blond wurde mit einem heute als bedenklich geltenden 18%igen Wasserstoff ermöglicht. Ganz schön heiß wurde dieser am Kopf. Außerdem hielt die Frisur jedem Wind und Wetter stand. Man erinnere sich an die Werbung, die nicht übertrieb. Schon der Festiger formte die Haare, der Taft machte die Frisur tagelang unverwüstlich.
Ein Salon muss her
Einige Jahre arbeitete Monika Schmidt dann doch im Familienbetrieb. Zuerst bei ihrer Mutter, dann mit ihrer Schwester. Vor 12 Jahren dann die schicksalhafte Fügung. Ihr Sohn und ihre Schwiegertochter leben in Steinbrunn. Als sie eines Tages ihren Enkelsohn vom Kindergarten abholte, sah sie am Heimweg, dass ein Geschäftslokal leer stand. Kurzerhand entschloss sie sich und eröffnete im Jahr 2013 den Friseursalon „Monika“.
Bereut hat sie es nie. Vorlieben hat sie auch keine. Färben, waschen, schneiden, föhnen - alles macht ihr Spaß. Männerfrisuren liegen ihr besonders am Herzen. Immer mehr Friseure legen keinen Wert mehr auf die männliche Kundschaft und schicken diese zum Barbier, aber Monika liebt es dafür zu sorgen, dass auch Männer was hermachen und sich voneinander frisurtechnisch unterscheiden.
Von der Pferdemähne zur Menschenmähne
Dem stimmt auch Schwiegertochter Denise Schmidt zu. Die Juniorchefin stammt aus der Bundeshauptstadt Wien. Auch für sie war der Weg als Friseuse vorgesehen, aber sie machte der Familie einen Strich durch die Rechnung. Eine Ausbildung zur Pferdewirtin lachte sie mehr an.
Nach dem zweiten Kind kam dann aber die Erkenntnis: ich probier's doch mit einer Friseurausbildung. Überraschung bei der eigenen Familie, da Denise zu Hause die Ausbildung ausgeschlagen hatte, sie im Friseursalon ihrer Schwiegermutter dann aber doch absolvierte. Nun ja, alles im Leben hat seine Zeit.
Mitgefangen - mitgehangen
Denise hat ein Faible für Farben, da darf es auch schon mal bunt zugehen. Regelmäßig bildet sie sich fort, alles will sie lernen und wissen. Ihre Lehre absolvierte sie während der Coronazeit. Nicht einfach, ohne Kundschaft sich in der Praxis zu üben. Also musste die Familie herhalten. Alle und das mehrmals. Mittlerweile beherrscht sie ihr Handwerk und zwar so gut, dass sie den Friseursalon in Steinbrunn bald alleine führen wird.
Aber natürlich, lacht Monika Schmidt, wird sie ihrer Schwiegertochter helfen, wenn Not am Mann, oder besser gesagt an der Frau, ist. Weihnachten, Ostern oder zu ähnlichen Anlässen. Vor allem will Denise ihren Kunden vermitteln: „Selbst, wenn das Leben nicht perfekt ist, deine Haare können es sein!“