Erste Agri-PV-Anlage mit Trackersystem in Donnerskirchen in Betrieb genommen

Grüner Bahnstrom

Die ÖBB und die Burgenland Energie haben in Donnerskirchen ein weltweit innovatives Solarkraftwerk gestartet. Die Anlage erzeugt 100 Prozent grünen Bahnstrom und ermöglicht gleichzeitig die vollflächige landwirtschaftliche Nutzung.

Von Von BVZ Redaktion

Startschuss in Donnerskirchen (v.l.): Esterhazy-Betriebe-Vorstandsvorsitzender Matthias Grün, Landesrat Heinrich Dorner, Burgenland-Energie-Vorstandsvorsitzender Stephan Sharma und Silvia Angelo, Vorständin der ÖBB-Infrastruktur AG.

Startschuss in Donnerskirchen (v.l.): Esterhazy-Betriebe-Vorstandsvorsitzender Matthias Grün, Landesrat Heinrich Dorner, Burgenland-Energie-Vorstandsvorsitzender Stephan Sharma und Silvia Angelo, Vorständin der ÖBB-Infrastruktur AG.

© Foto: ÖBB, Richard Tanzer, Richard TANZER

Das gemeinsame Unternehmen von ÖBB und Burgenland Energie nahm im Juli 2026 in Donnerskirchen die weltweit erste Agri-Photovoltaikanlage mit Tracker-System für 16,7-Hertz-Bahnstrom offiziell in Betrieb. Durch die automatische Ausrichtung der Module nach dem Sonnenstand wird ein höherer Energieertrag erzielt, während das Biolandgut Esterhazy die sieben Hektar große Fläche direkt neben der Pannoniabahn weiterhin für die Bio-Landwirtschaft nutzt. Das Projekt soll die Eigenversorgung der Bahn mit grünem Strom steigern, die regionale Energieunabhängigkeit sichern und einen Beitrag zum Klimaschutz in Österreich leisten.

Stimmen zur neuen Anlage

Silvia Angelo, Vorständin der ÖBB-Infrastruktur AG, betont die strategische Bedeutung: „Mit der Agri-PV-Anlage in Donnerskirchen setzen wir einen weiteren wichtigen Schritt auf unserem Weg zu einer noch nachhaltigeren Bahn. Unser Ziel ist es, die Eigenversorgung mit grünem Bahnstrom konsequent auszubauen und die Energie dort zu erzeugen, wo sie unmittelbar genutzt wird.“

Auch Stephan Sharma, CEO der Burgenland Energie, sieht einen Meilenstein für die Region: „Diese erste sonnennachgeführte Agri-PV-Bahnstrom-Anlage Österreichs und weltweit die erste dieser Art zeigt den Weg in die erneuerbare Mobilitätszukunft: Bio-Landwirtschaft, erneuerbare Energien und saubere Mobilität – ein Dreiklang für die Zukunft.“

Landesrat Heinrich Dorner verweist auf die Vorreiterrolle des Bundeslandes: „Das Projekt in Donnerskirchen verbindet Innovation, regionale Entwicklung und Klimaschutz auf vorbildliche Weise und ist ein weiterer Schritt in Richtung Energieunabhängigkeit.“ Für die landwirtschaftliche Komponente erklärt Matthias Grün, Vorsitzender des Vorstands der Esterhazy Betriebe AG: „Durch Agri-Photovoltaik sichern wir den Erhalt landwirtschaftlicher Produktionsfläche, ermöglichen aber zeitgleich die Verwertung der Sonnenenergie.“

Erste Agri-PV-Anlage mit Trackersystem in Donnerskirchen in Betrieb genommen

© Foto: ÖBB, Christopher Seif

Technische Details und Naturschutz

Mit einer Leistung von 6,6 Megawatt-Peak erzeugt die Anlage einen jährlichen Energieertrag von rund 8,3 Gigawattstunden, was rechnerisch für etwa 32.500 Zugfahrten von Wien nach Eisenstadt reicht. Da der Strom direkt in die Oberleitung der Pannoniabahn eingespeist wird, sinken die Energieverluste. Die spezielle Bauweise ohne Bodenversiegelung sorgt dafür, dass die Fläche barrierefrei bleibt, da statt Zäunen nur natürliche Abgrenzungen wie Gräben und Hecken genutzt werden.

Ausblick auf die Mobilitätszukunft

Die erfolgreiche Umsetzung in Donnerskirchen beweist, dass sich moderne Infrastruktur und der Erhalt des ländlichen Raums nicht ausschließen müssen. Die dreifache Bodennutzung aus Energieerzeugung, biologischer Bewirtschaftung und Biodiversität könnte als Vorbild für zukünftige Bahnstromprojekte in ganz Europa dienen.