Mit dem Thema Wirtschaftskriminalität befassten sich drei Schülerinnen der JusHAK Eisenstadt in ihrer Diplomarbeit. Kürzlich erhielten sie dafür den Preis "Wir sind Europa".
„Always On My Mind“: Elvis Presley wird 90!
Podersdorf & Eisenstadt
Am 8. Jänner 2025 wäre Elvis Presley 90 Jahre alt geworden. Er ist der erfolgreichste Solosänger, den die Welt je hervorgebracht hat. Seine schwarze Haartolle, extravagante Kostüme, die von Reichtum und Ruhm zeugten, sein Hang zu Dekadenz und seine unvergleichbar dargebotenen Rock 'n' Roll-Hits, das fasziniert Millionen Fans bis heute. Immer wieder hört man hoffnungsvolle Gerüchte, dass der King noch am Leben ist. Ich habe ihn gefunden! Durch Lucky Dean Luciano, Christian Diessner, Susanne Mauser-Bauer und unzählige seiner Fans wird er am Leben erhalten.
Nina Mayer (BVZ) deckte sich im "Monroe" mit Elvis-Schallplatten ein, um sich journalistisch einzustimmen.
© Nina Mayer
Etwas abgelegen, in Podersdorf am See, hat im vergangenen Jahr ein neues Lokal eröffnet. Christian Diessner heißt der Inhaber, Café la Musica das Etablissement. Tritt man durch die Tür des kleinen, verglasten Ladens, fühlt man sich sofort verzaubert, zurückversetzt in die 50er-Jahre. Einen Jugendtraum hat sich der seit vielen Jahren in Parndorf lebende Wiener, der wohl zu den größten Elvis-Sammlern Österreichs zählt, mit diesem erfüllt.
Er kann sich noch gut erinnern, wie alles begann: es war der 16. August 1977, der Todestag Elvis Presleys. Im Radio spielte es die Hits des Sängers auf und ab. Einer der ganz Großen war gestorben, die Welt stand unter Schock. Christian fragte seinen Vater: „Wer singt da so schön?“ Das war der Beginn einer nie enden wollenden Liebe.
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Das Leben ist zu kurz, um Leidenschaften nicht auszuleben
Gleich am nächsten Tag ging Christian Diessner in den Schallplattenladen und erstand seine erste Schellack. 12000 dieser runden Scheiben mit Songs vom King des Rock'n Roll besitzt er mittlerweile. Die Stimme von Elvis ist es, die den Sammler dermaßen berührt, die bis heute in der Lage ist, Emotionen in ihm hervorzurufen, die ihn zum Weinen bringen.
Weltweit wurden bis heute etwa eine Milliarde Tonträger des Kings verkauft. Auch im „Monroe“ in Eisenstadt hat die Nachfrage nach Schallplatten vom Rock 'n“ Roller nie nachgelassen, erzählt Inhaber Heinz Kovacs. „Elvis geht immer!“

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Der Mann hat freien Mut, der gern tut, was er tut (Thomasin von Zerclaere)
Ganz glücklich ist seine Frau nicht über die Sammelleidenschaft, investiert er in sie doch Unsummen an Geld. Aber wofür könnte Geld besser verwendet werden, als für Dinge, die glücklich machen?
Einen original weißen Bühnen-Jumpsuit mit hunderten glitzernden Steinen hat er erstanden, die letzte Gitarre, auf der Elvis einen Tag vor seinem Tod gespielt hat, den einzigen Cadillac, den Elvis je selbst gekauft hat - in Gelb mit einem eigens vom King in Auftrag gegebenen goldenen Zündschlüssel. Das Kompliment eines Freundes „Elvis lächelt im Himmel, weil du ihn so schön hergerichtet hast!“, ließ sein Herz strahlen.
Ach ja: nicht zu vergessen ist ein Plattenspieler mit der Unterschrift des Künstlers, den er bei seinem Einsatz in Deutschland dabeigehabt hat und auf dem er wahrscheinlich seiner Priscilla Platten vorgespielt hat. Die Seele eines Menschen vermag es, länger an einem Platz zu verweilen, als dieser selbst.
Priscilla meinte über Elvis in einem Interview, dass er im Herzen immer der Junge vom Lande geblieben ist. Ein Frauenschwarm und Sexsymbol, im Inneren aber einsam, ein Einzelgänger, der nur ganz wenige Menschen an sich heranließ. Gemündet hat diese Gefühlslage in schwerer Tablettensucht.

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„Es war, als ob Elvis kam und jedem einen Traum ins Ohr flüsterte. Und irgendwann haben wir ihn alle geträumt“ (Bruce Springsteen)
Aber zurück nach Podersdorf, zurück ins „Café la Musica“. Herzstück ist ein Wurlitzer über dem ein großer Bildschirm hängt. Staunend, bewundernd, mit einem glücklichen Lächeln stehen die Besucher meist vor diesem, schauen sich alte Videos des Kings in neuester Qualität an. Es ist die Sehnsucht nach der „guten alten Zeit“, die Sehnsucht nach verloren gegangenem Glanz und Glamour, dem man auf unglaublich charmante Weise im Seewinkel nachspüren kann.
Beim Christian kann man sich alle Hits wünschen, zum „Jailhouse Rock“ wild tanzen, zu „Return to Sender“ lachen, sich zu „Suspicious Minds“ im Strandkorb vor dem Lokal im Arm halten.

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Lucky und der King im Seewinkel
Diese Liebe teilt auch der Wimpassinger Lucky Dean Luciano, der bekannteste burgenländische Elvis-Interpret, der in beeindruckenden, fast immer ausverkauften Shows, seinem Vorbild durch einzigartige Performance Rosen der Erinnerung streut. Zum Beispiel zu Ehren von Elvis 90. Geburtstag am Samstag im Restaurant „Albatros“ in Ebreichsdorf, wo das Publikum bestimmt wieder außer Rand und Band sein und dem „King“ euphorisch zujubeln wird.

© Nina Mayer
Lucky feierte bei einem Elvis-Wettbewerb in Amerika außergewöhnliche Erfolge, verkehrte in den Staaten mit Big Playern des Elvis-Business und war trotzdem von Christian Diessners entzückender kleiner Bar verzaubert, deren Charme man sich nicht entziehen kann. Sicher liegt das auch an der Begeisterung und am Herzblut des Besitzers, Christian Diessner, dessen Traum sich damit erfüllt hat, einen Ort zu haben, an dem er seine Liebe zum King anderen vermitteln und sie mit ihnen teilen kann.

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Das burgenländische Graceland - Ein Monument der Hingabe

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Fährt man durch eine Seitengasse in Weiden am See bleibt man plötzlich staunend vor einem Haus stehen. „Ist das nicht...?“, fragt man sich. Und ja, es ist außen ein identer Nachbau von Graceland in Memphis, der Villa, in der Elvis von 1957 bis 1977 gelebt hat. Weiße Säulen reichen in den Himmel, steinerne Löwen bewachen das Entrée, die grünen hohen Fenster, ja sogar die Hängeleuchte über dem Eingang sind gleich. Das Anwesen gehört der Familie Mauser-Bauer.
Das Innere des Hauses ist keine Nachbildung Gracelands, aber sehr amerikanisch geprägt. Kein Raum, in dem Elvis nicht präsent ist. Unzählige Fotos, ein Jumpsuit in der Vitrine, Platten, ein Radio mit Unterschrift und vieles, vieles mehr. Besonders stolz ist Susanne, die seit frühester Kindheit dem King verfallen ist, über einen Brief des Vaters von Elvis, den sie als Mädchen als Antwort auf ihr Schreiben bekommen hat. Nie wird sie den Tag vergessen, an dem die Post aus der USA eingetroffen ist.

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Always on My Mind
Am 8. Jänner wird Susanne Mauser-Bauer, wie jedes Jahr, wieder eine Geburtstagsparty für den King geben. Diesmal eine ganz besondere, denn Elvis feiert seinen 90. Geburtstag.
Viele Fans könnten noch genannt werden. Zum Beispiel der Krensdorfer Franz Possuth, der seinem Idol unter dem Künstlernamen „Francis Lane“ gehuldigt hat. Leider tat er es seinem Vorbild gleich und verließ, viel zu früh, im Alter von nur 52 Jahren diese Welt. Dem „King“ war es nur vergönnt, 42 Jahre der Welt mehr Glanz zu verleihen. Das tat er aber in einer Weise, wie kein anderer. Ob sein früher Tod der Preis seines Ruhms war, sei dahingestellt.
Rudolf Lorenz aus Andau sammelt schon seit einem halben Jahrhundert alles, was mit Elvis zu tun hat. Stolz ist er auf seine tausende Schallplatten, Poster, Statuen und allem, was dazu gehört. Seine Frau Ilse hat er mit seiner Sammelleidenschaft angesteckt, allzu gerne erlag sie dem Charme des „King of Rock 'n' Roll“.
Thank you for the music!
Sicher ist Elvis glücklich im Himmel, sieht er doch, dass er Spuren in den Herzen der Menschen hinterlassen hat. Spuren der Liebe und der Freude und diese sind die einzigen, die im Leben zählen. Auf dass weiterhin Liebesbünde zu „Always On My Mind“ geschlossen werden, zu „Kiss Me Quick“ das eine oder andere Küsschen den Besitzer wechselt, bei „Jailhouse Rock“ die Röcke schwingen, sodass man am Ende nur mehr sagen kann: „Can't Help Falling in Love“ - „Ich kann nichts dafür, dass ich mich verliebt habe!“
Elvis, du hast alles richtig gemacht! Leicht war es sicher nicht und oft wirst du dir gewünscht haben, dass es anders ist, aber eines ist sicher: du hast Millionen Menschen mit deiner Musik glückliche, unvergessliche Momente geschenkt! Und dafür möchten wir dir danken!
Infos:
Wer Lust hat das „Café la Musica“ zu besuchen, hier die Adresse: 7141 Podersdorf, Am Steinbruch 1/35a (gegenüber des Sporthotels). Ab 15. März ist der Chef, nach einer kleinen Winterpause, wieder persönlich anwesend.

© Nina Mayer