Kinder in schwierigen Situationen finden in einer neuen Betreuungsstelle von SOS Kinderdorf in Eisenstadt ein stärkendes pädagogisches Angebot.
Thomas Sailers Eisenstadt-Kolumne: Erhaltenswerte Idylle
Idyllisches Eisenstadt
Autor Thomas Sailer äußert noch einen Wunsch für das neue Jahr.
Eisenstädter Idylle in einem Bild: Ein märchenhafter Blick auf Schloss Esterhazy im Juli 2024.
© Thomas Sailer
Das neue Jahr ist da und damit ein guter Zeitpunkt, auch auf neue Perspektiven zu blicken. Zuletzt thematisierte ich das rapide Wachstum der Stadt in den vergangenen zwei Jahrzehnten, aber auch das steigende Bewusstsein dafür, dass Wachstum eben nicht ausnahmslos etwas Positives ist und weniger oft mehr sein kann.
So muss eine Perspektive nicht zwangsläufig "Wachstum" oder "Modernisierung" sein. Auch "Bewahrung" oder "Rückbesinnung auf die Wurzeln" können Perspektiven sein. Die Zukunft ist nicht in Stein gemeißelt; wir haben es schon selbst in der Hand, in welche Richtung sich die Entwicklung bewegt.
In diesem Zusammenhang habe ich vor bald vier Jahren den Bildband "Idyllisches Eisenstadt" veröffentlicht – mit dem Ziel, die schönen, charakteristischen Seiten Eisenstadts, die im Alltag jedoch oft kaum Beachtung finden, festzuhalten und in den Fokus zu rücken. Weil ich es für wichtig hielt (und halte), dem Charakter Eisenstadts einen Wert zu geben – und zwar bevor er gänzlich einer Betondecke aus architektonischem Einheitsbrei weichen muss.
Soviel zur Theorie, aber wie sieht es in der Praxis aus? Gibt es derzeit Entwicklungen, die spannende Veränderungen versprechen? Zuletzt war etwa von Entsiegelungsoffensiven die Rede – beispielsweise am Kalvarienbergplatz: Vor knapp 20 Jahren hielt man es noch für eine gute Idee, Plätze fast vollständig mit Betonplatten zu versiegeln, ohne nennenswerte Begrünung. Hier soll es bald eine Veränderung geben – und wer weiß, vielleicht orientiert man sich hinsichtlich Neugestaltung und Begrünung mitunter auch am ursprünglichen Aussehen des Platzes?
Schon vor Jahren schrieb ich – anlässlich des STEP2030 – einen Gastkommentar, in dem ich für die Zukunft Eisenstadts den Wunsch äußerte, dass die Eisenstädter Idylle erhalten bleibe und man sich hier auch in Jahrzehnten noch wohlfühlen möge. Worte, zu denen ich nach wie vor stehe – und, wie ich meine, eine durchaus spannende Perspektive für die Zukunft Eisenstadts.
In diesem Sinne: Prosit Neujahr!