Hunderte Wohnungen und keine Gastronomie? Die Durststrecke im Stadtteil Kirchäcker hat ein Ende.
Eisenstädter Legende beendet seine fotografische Laufbahn
Im Portrait
Am 31. Jänner beendete der Lackenbacher Peter Reiterits seinen Beruf als Fotograf und trat in den Ruhestand. Jeden Tag der vergangenen 30 Jahre begrüßte er mit einem Lächeln seine Kundinnen und Kunden in Eisenstadt. Lächeln wird er auch im Ruhestand weiter, wie im BVZ-Gespräch gleich zu spüren war.
Auch die WKO bedankt sich für sein Engagement in Eisenstadt. Im Bild zu sehen sind links Florian Schober, mittig Peter Reiterits und rechts von ihm Günter Buchinger.
© Foto: BVZ/Thiel, Lara Thiel
Reiterits führte sein Unternehmen in Eisenstadt stolze 37 Jahre lang. Während dieser Zeit stand er vor zahlreichen Herausforderungen wie der Digitalisierung, den Auswirkungen von Corona und einem familiären Krankheitsfall. Trotzdem bewältigte er all diese Hindernisse mit Engagement und Freude an seiner Arbeit.
In BVZ-Gespräch erzählte er zunächst die faszinierende Geschichte, wie er zur Fotografie kam. Ursprünglich führte sein Vater eigentlich ein Textilgeschäft, das jedoch nicht mehr rentabel war und deshalb wechselte er in die Fotografie, wo er zunächst Filme zu Fotos entwickelte. Erst Jahre später wurde er durch die ständig neuen Technologien zu dem Fotografen, der er nun letztendlich ist.
Innovationen als Herausforderungen
In der heutigen Zeit verfügt jede Person über ein Mobiltelefon. Fotos werden geschossen und können jederzeit problemlos angesehen werden. Für Reiterits stellte dies als Fotograf leider auch eine Herausforderung dar, möglicherweise sogar die Größte. Anfangs erfolgte alles analog mit Film, und dann wechselte alles auf digitale Technologie.
Ursprünglich gab es in Eisenstadt sieben Fotogeschäfte, und schließlich blieb nur noch seines übrig. War es wirklich die Digitalisierung? Passbilder waren in den vergangenen zehn Jahren seine Hauptquelle für sein Einkommen.
Einmal Nena vor der Linse haben
Ein Höhepunkt seiner Erlebnisse ereignete sich beim Donauinselfest, als er die damals weltberühmte Musikerin „Nena“ fotografieren durfte. Dennoch betont er, dass auch zahlreiche andere Aufträge fesselnd und faszinierend waren.

© Foto: BVZ/Thiel, Lara Thiel
„Mir wird nicht der Job als Fotograf fehlen, sondern ich werde vor allem meine Kundschaft sehr vermissen. Ich liebte es mit Menschen zu kommunizieren und ihnen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern“, so Reiterits nostalgisch. Vor allem die ältere Generation ist mit den sozialen Medien nicht vertraut und ein Geschäft wie dieses wird in Eisenstadt, einer Hauptstadt, auf jeden Fall fehlen. Die Professionalität wird in den kommenden Jahren leider noch mehr durch die Smartphones ersetzt werden.
Arbeitsmöglichkeiten in einer solchen Branche werden in Zukunft wahrscheinlich anspruchsvoller sein und erfordern eine neue Differenzierung. Schließlich ist mittlerweile die gesamte Gesellschaft mit der Fotografie vertraut und benötigt aufgrund der hochwertigen Qualität der Smartphones nicht mehr zwangsläufig einen externen Fotografen.
Derzeit gibt es für sein Geschäft noch keinen Nachmieter, jedoch wird sich hoffentlich bald jemand finden. Im Gespräch mit Reiterits spürt man gleich, dass er eine sehr herzliche, offene und wirklich bemühte Person ist. Man wünscht einer Person wie dieser nun viel Glück, Liebe, Zufriedenheit und vor allem Gesundheit im wohlverdienten Ruhestand. Möge alles, was er sich erträumt, in Erfüllung gehen.