Leitha-Hochwasserschutz hält 100-jährlichem Hochwasser stand

Informationsabend

Ein Informationsabend gab Einblicke in den Stand des Hochwasserschutzes rund um Leithaprodersdorf.

Von Sigrid Furtner-Janisch

Großes Interesse zeigte sich beim Informationsabend zum Thema "Hochwasserschutz" im Deutsch Brodersdorfer Gasthaus Gratzer.

Großes Interesse zeigte sich beim Informationsabend zum Thema "Hochwasserschutz" im Deutsch Brodersdorfer Gasthaus Gratzer.

© Furtner-Janisch

Hochwasserschutz ist auch für die Bewohner entlang der Leitha ein wichtiges Thema. Daher lud vor Kurzem der Wasserverband Leitha III zu einem Informationsabend, bei dem über den derzeitigen Stand der Hochwasserschutzmaßnahmen informiert wurde.

Gabriel Bodi, (von aqua alta, einem Ingenieurbüro für Kulturtechnik & Wasserwirtschaft e.U.) war auch an dem Projekt „Hochwasserschutz in Leithaprodersdorf“ beteiligt. Er gab den Anwesenden Auskunft über die Hochwasserschutzmaßnahmen der letzten 30 Jahre sowie was der Begriff „xx-jährliches Hochwasser“ eigentlich bedeutet.

100-jährliches Hochwasser: Eine Frage der Wahrscheinlichkeit

„Hier handelt es sich um eine Wahrscheinlichkeit, nicht um zeitliche Angaben. Man kann sich vorstellen, dass man eine Schüssel gefüllt mit 100 Bällen hat, von denen einer rot ist. Dieser stellt das hundert-jährliche Hochwasser dar. Jedes Jahr zieht man einen Ball – die Wahrscheinlichkeit den roten zu ziehen, liegt bei einem Prozent“, veranschaulicht Bodi die Begrifflichkeit.

In verschiedenen Bereichen wurden die Voraussetzungen für Dammbalkensysteme geschafft, die von den Feuerwehren errichtet werden können. An verschiedenen Punkten gibt es Pumpen, die die Wassermassen abpumpen. Flutmulden vor und nach dem bebauten Gemeindegebiet sind ebenfalls ein guter Schutz. Über diese wird Wasser auf die landwirtschaftlichen Flächen abgeleitet.

„Das ist notwendig, um einerseits den Durchfluss durch den Ort zu schmälern, aber auch um den nächsten Ort zu schützen, durch den sonst mehr Wasser fließen würde“, stellt Bodi die gesetzlichen Vorgaben fest.

In den Dämmen wurden zusätzlich Verdichtungen mit mineralischem Material eingebracht und so im Inneren verstärkt. Durch das mineralische Material kann es, vor allem bei längerem Hochwasser, trotzdem zu „geringen Durchlässigkeiten kommen. Das durchsickernde Wasser wird hier dann durch Sickerleitungen im Damm zu den Pumpen transportiert und in die Leitha zurück gepumpt“, erklärt Bodi die technischen Details weiter.

Pflege der Schutzdämme: Wartung als Schlüssel

Ein weiterer wichtiger Punkt sei die Instandhaltung. Dazu zählt etwa die Wartung der Dämme und diese im Zuge dessen von Büschen und Bäumen freizuhalten, erklärt Helmut Rojatz, der ebenfalls am Hochwasserschutz in der Region mitgearbeitet hat. Dazu wurden Radaruntersuchung der Dämme durchgeführt, deren „Auswertung derzeit läuft“, so Wasserverband Leitha III-Obmann Andreas Csukovich.

Auch die Ansammlung von Sedimenten im Fluss spiele eine Rolle. Diese werden alle fünf bis zehn Jahre ausgebaggert. Generell würden Renaturierungsmaßnahmen helfen, denn „ein Fluss braucht Raum und Fläche“, betont Rojatz. Csukovich bittet auch die Bevölkerung um Mithilfe: „Wenn beim Spazierengehen etwas auffällt, bitte gebt in den Gemeinden Bescheid!“

„In den letzten 30 Jahren wurde hier viel im Hochwasserschutz gemacht“, stellt Csukovich zur Situation fest. Die Maßnahmen entsprechen den Vorgaben der EU, die einem 100-jährliches Hochwasser standhalten, wie Diplomingenieur Gabriel Bodi festhält. Die Dämme wurden sogar um einen halben Meter höher gemacht, so Rojatz.

/
Leitha-Hochwasserschutz hält 100-jährlichem Hochwasser stand
Information. Die Experten Gabriel Bodi (l.) und Helmut Rojatz (2.v.r.) mit Franz Püreschitz (Vizebürgermeister Seibersdorf), Christine Solinger (Bürgermeisterin Seibersdorf), Fritz Gratzer (Gemeinderat Seibersdorf) und Horst Blümel (Vizebürgermeister Leithaprodersdorf).

© Furtner-Janisch

Die Ortschaften entlang der Leitha sind in verschiedenen Wasserverbänden vertreten. Die Wasserverbände Leitha sind unter anderem für den Hochwasserschutz für die Gemeinden entlang der Leitha zuständig. Leithaprodersdorf gehört zusammen mit den niederösterreichischen Gemeinden Deutsch-Brodersdorf und Seibersdorf zum Wasserverband Leitha III.