Im Familypark St. Margarethen kam es am Freitagnachmittag zu einem kleinen Zwischenfall. Das Fahrgeschäft "Stellarium" blieb während der Fahrt stecken.
Elena und Karl Rittner bringen Glanz ins „Central“
Jetzt wird's central
In Eisenstadt liegt Aufbruch in der Luft. Ein Ort, den viele seit Jahrzehnten kennen, bekommt ein neues Gesicht – und vor allem eine neue Seele. Das Café Central, traditionsreich, ein wenig in die Jahre gekommen, wird neu übernommen und öffnet am 1. Mai seine Pforten. Und zwar von Menschen, die keine Unbekannten sind und deren Geschichte fast so facettenreich ist wie das Leben selbst.
Nina Mayer freut sich auf das neue „Café Central by Takitos“ von Elena und Karl Rittner, das am 1. Mai eröffnet wird.
© Nina Mayer
Karl Rittner – dieser Name sagt in Eisenstadt vielen etwas. Seine Eltern waren Geschäftsleute in der Stadt, und wer hier aufgewachsen ist, verbindet mit dem Namen „Rittner“ Erinnerungen. Kinderträume wurden im Spielzeuggeschäft auf der Hauptstraße erfüllt, Autoreifen beim „Reifen Rittner“ gewechselt. Eine Familie, tief verwurzelt in der Stadt.
Los Angeles, Las Vegas, Eisenstadt
Karls beruflicher Weg führte ihn jedoch früh hinaus in die weite Welt. Vor vielen Jahren zog es ihn in die USA, wo er in der IT-Branche arbeitete. Ganze 25 Jahre verbrachte er in Los Angeles – eine Stadt, die für Träume, Wandel und Neuanfänge steht. Dort begegnete er auch seiner großen Liebe Elena. Die gebürtige Mexikanerin, die man immer mit einem herzlichen Lächeln antrifft, arbeitete in den USA als Modedesignerin. Zwei Welten trafen aufeinander und passten perfekt zusammen.
Nach den Jahren in Kalifornien ging es für Karl und Elena weiter nach Mexiko. Acht Jahre lang betrieben sie dort gemeinsam eine Kleidungsfabrik. Auch ihre Familie wuchs: Sohn Stefano kam in Las Vegas zur Welt, Tochter Mia in Los Angeles. Eine internationale Familiengeschichte, die wie ein Roman klingt.
Und dann kam ein Anruf. Karls Vater meldete sich aus der Heimat und fragte ganz einfach: „Wollt ihr nicht nach Hause kommen?“
Der „Kulturclub“ der Eisenstädter
Die Familie folgte dem Ruf. Voller Energie, Tatendrang und Freude am Neuen kehrten Karl und Elena nach Eisenstadt zurück. Und sie kamen nicht, um sich auszuruhen, sondern um wieder etwas zu schaffen. Pünktlich zum burgenländischen Landesfeiertag Martini, am 11.11.2024, eröffneten sie ihr Restaurant „Takitos“ in der Matthias-Marckhl-Gasse, im Herzen Eisenstadts.
Ein amüsantes Detail am Rande: Wir erinnern uns alle, dass in diesem Etablissement viele Jahre nicht dem Kulinarischen gefrönt wurde, sondern anderen fleischlichen Gelüsten. Nur Elena ahnte bei den Heimatbesuchen nichts.
Wenn Geräusche aus dem „Lokal“ in die Wohnung der Familie im ersten Stock drangen, erklärte ihr Schwiegerpapa stets augenzwinkernd: „It’s a Cultural-Club, my Dear!“ - „Das ist ein Kulturclub, meine Liebe!“ Lange hielt sich dieser „Kulturclub“ – von den 70er-Jahren bis ins Jahr 2004. Aber drehen wir das Rotlicht nun wieder ab.
Karl und Elena Rittner renovierten das Lokal komplett. Alles wurde neu gemacht, mit viel Liebe zum Detail. Doch es ist nicht nur die mexikanische Küche, die das „Takitos“ so beliebt macht – es ist vor allem die Herzlichkeit der Gastgeber. Genau diese war es auch, die Alfred Tombor Tintera, den Besitzer des Gebäudes, in dem das Café Central beheimatet ist, dazu bewegte, an Karl und Elena heranzutreten. Mit der Bitte, sich dieses Kleinods anzunehmen, aus dem man so viel machen könne.
Neuer Hotspot für die Landeshauptstadt
Langer Rede, kurzer Sinn: Die beiden entschlossen sich, nun ein zweites Lokal in Eisenstadt zu betreiben. Am 1. Mai wird es voraussichtlich so weit sein. Dann heißt es: „Tretet ein ins 'Café Central by Takitos' und lasst euch verwöhnen.“
Schon erste Details lassen Vorfreude aufkommen. Im Entrée wird man von einer Sekt- und Champagnerbar empfangen werden – natürlich begleitet von Brötchen und Tapas. Stehtische werden zum Verweilen einladen, denn hier ist die Hemmschwelle kleiner, sich dazuzustellen, zu plaudern, ins Gespräch zu kommen. Das soziale Miteinander fördern, Kommunikation und Gemeinschaft zu leben – das ist Karl und Elena besonders wichtig.
Die Räume werden in unterschiedlichen Farben gestaltet: freundlich, hell, stilvoll, elegant. Edle Samtpolster, kristallen glitzernde Gläser, weiß gedeckte Tische. Das „Central“ ist über die Jahre ein bisserl morbid geworden – diese Tatsache soll nun der Geschichte angehören.

© Karl Rittner
Rückkehr von Stil und Eleganz
Noblesse in die Stadt mit dem Schloss bringen – ja, danach sehnen sich viele Eisenstädter. Vielleicht schafft man es sogar, dass man sich „a bisserl hübsch macht“ für einen Besuch im „Central“, wird beim Interview augenzwinkernd gescherzt.
Das wichtigste Ziel der neuen Betreiber ist jedoch ein anderes: Die Gäste sollen sich willkommen und zu Hause fühlen. Touristen stehen dabei nicht im Mittelpunkt. Vielmehr soll das Lokal ein Geschenk an die Burgenländer sein – an jene, die regelmäßig kommen. So formuliert es Elena mit ihrem strahlenden Lächeln. Und dafür wollen sie und ihr Mann Karl alles geben.
Kulinarisch darf man sich freuen: Ein reichhaltiges Frühstück wird angeboten – klassisch und mexikanisch. Chilaquiles, Huevos a la Mexicana und vieles mehr – da rinnt einem das Wasser im Mund zusammen. In der Küche wird - zur Freude vieler - Chicco stehen. Mittags gibt es täglich ein Buffet mit allem, was das Herz begehrt: Ossobuco, Spareribs und natürlich das Dienstags-Backhenderl. (Ich kann es kaum erwarten!)
Ein Küsschen in Ehren
Auch der Raum links wird wieder geöffnet. Wir erinnern uns: jener Ort, an dem in den 80er- und 90er-Jahren die Jugend Schule schwänzte oder sich heimlich küsste. (Da werden Erinnerungen wach!) Musik, schöne Lichter, Blumen – ein Wohlfühlort soll entstehen, an dem man gerne verweilt.
Und der Garten? Natürlich wird auch er ein Paradies. Im Sommer wird Chicco draußen grillen. Elena erzählt lachend, sie habe ihm bereits eine sexy Grillschürze gekauft. Man spürt sie deutlich – die Vorfreude der beiden herzlichen neuen Betreiber. Ansteckend ist das Leuchten in ihren Augen.
Und noch ein letztes Detail, das Romantiker aufhorchen lässt: Hochzeiten wird man hier ebenfalls ausrichten. Solche, die man nie vergisst. Denn im Garten des historischen Gemäuers gibt es einen „Romeo & Julia“-Balkon. Vielleicht eine wunderschöne Idee für einen Heiratsantrag – ein Gedanke, der mir als romantisch veranlagte Journalistin unweigerlich kam.
Eines steht fest: Das Café Central bekommt nicht nur neue Besitzer. Es bekommt neues Leben.

© Karl Rittner