Gymnasium Kurzwiese Eisenstadt setzt auf Selbstständigkeit und Sport

Kooperatives Lernen COOL

Das Gymnasium Kurzwiese setzt in Zukunft verstärkt auf Eigenverantwortung und individuelle Förderung. Im Rahmen einer Pressekonferenz präsentierte Direktorin Petra Mayer gemeinsam mit Lehrkräften und Experten das neue pädagogische Konzept „COOL“, das kooperatives Lernen mit sportlichen Schwerpunkten und digitaler Begabungsförderung verknüpft.

Von Von Markus Kaiser

Gemeinsam lernt es sich besser, beweist ein neues Lernkonzept am Gymnasium Kurzwiese, präsentiert von Direktorin Petra Mayer, Sport-Fachinspektor Harald Ziniel, die Professorinnen Brigitte Jirschik und Julian Himmelbauer, die Schülerinnen Hannah Springsits und Luisa Amon aus der 4. Klasse sowie die Vertreterinnen und Vertreter der Sportvereine: Lukas Linzer (Basketball), Uschi Bredlinger (Leithathletik), Doris Rupp (UET Dancers) und Martina Michal (Dance Station Austria).

Gemeinsam lernt es sich besser, beweist ein neues Lernkonzept am Gymnasium Kurzwiese, präsentiert von Direktorin Petra Mayer, Sport-Fachinspektor Harald Ziniel, die Professorinnen Brigitte Jirschik und Julian Himmelbauer, die Schülerinnen Hannah Springsits und Luisa Amon aus der 4. Klasse sowie die Vertreterinnen und Vertreter der Sportvereine: Lukas Linzer (Basketball), Uschi Bredlinger (Leithathletik), Doris Rupp (UET Dancers) und Martina Michal (Dance Station Austria).

© BVZ/Kaiser

Die Vision der Schulleitung ist klar definiert. „Meine Vision für die Schule ist: Wie schaut eine Schule aus, in die alle gerne gehen würden?“, erklärte Direktorin Petra Mayer das Ziel der Erneuerungen. Ein zentraler Baustein ist dabei das eigenverantwortliche Lernen. Wie Brigitte Jirschik erläuterte, wird das bereits bestehende Format „EVA“ (Eigenverantwortliches Arbeiten) nun vollständig in das „COOL“-Konzept integriert. Ziel ist es, die Selbstständigkeit der Jugendlichen massiv zu erhöhen. Neben der Leistung steht das soziale Lernen im Mittelpunkt der Schulentwicklung. Petra Mayer möchte Resilienz, Teamarbeit und Konfliktmanagement als feste „Lebenskompetenzen“ im Schulalltag verankern.

Die Lehrkräfte nehmen dabei eine neue Rolle ein: Weg von der reinen Wissensvermittlung, hin zu einer begleitenden Funktion. Derzeit arbeitet das Gymnasium an der offiziellen Zertifizierung, um sich in die Riege der rund 150 österreichischen „COOL“-Schulen einzureihen.

Individuelle Förderung durch digitale Drehtür

Ein weiterer innovativer Ansatz ist das Projekt der sogenannten „digitalen Drehtür“. Julian Himmelbauer erklärte, dass dieses Format speziell zur Begabungsförderung eingesetzt wird. Schülerinnen und Schüler, die von ihren Lehrkräften aufgrund besonderer Talente nominiert werden, können sich zeitweise aus dem regulären Unterricht herausnehmen. In dieser Zeit arbeiten sie eigenständig an Schwerpunkten, nehmen an Selbstlernkursen teil oder verfolgen online Live-Vorträge. Nachdem das Projekt seit dem Vorjahr erprobt wurde, soll im kommenden Schuljahr ein breiterer Roll-out erfolgen. Die „digitale Drehtür“ ermöglicht es so, auf die individuellen Begabungen der Kinder einzugehen, ohne den Klassenverband dauerhaft aufzulösen.

Sportliche Schwerpunkte und Vereinssport

Die Individualisierung macht am Gymnasium Kurzwiese auch vor dem Sportunterricht nicht halt. Laut Direktorin Mayer gehört „COOLer“ Unterricht untrennbar mit körperlicher Betätigung zusammen. Lukas Linzer, Koordinator für den Oberstufensport, verwies auf die erfolgreiche Kooperation mit dem Basketballsport. Diese wird nun um den Bereich Tanz sowie Leichtathletik erweitert. Die Jugendlichen absolvieren zwei Trainingseinheiten pro Woche, wobei sie zwischen Breitensport und ihrer spezifischen Disziplin wählen können.

Dass dieses Modell Früchte trägt, zeigt das Beispiel von Dogus Demirel, der im Vorjahr maturiert hat und nun den Sprung zu den „Dragonz“ in die Bundesliga geschafft hat. Laut Linzer, der selbst lange Zeit für die Oberwart Gunners aktiv war, ist ein solches Leistungsniveau nur durch ein familiärem Umfeld und langjährigen Aufbau möglich. Auch Uschi Bredlinger von der Leichtathletik betonte, wie schwierig es früher war, Leistungssport und Schule zeitlich zu vereinen. Durch die neuen flexiblen Strukturen werde diese Hürde nun deutlich gesenkt.

Begeisterung bei den Schülerinnen

Ein enormer Zuwachs ist im Bereich Tanz zu verzeichnen. Hier kooperiert die Schule eng mit Doris Rupp von den UET Dancers und Martina Michal von der Dance Station Austria. Wie gut das Angebot ankommt, bestätigten die Schülerinnen Hannah Springsits und Luisa Amon aus der vierten Klasse im Gespräch mit der BVZ. Die beiden Mädchen, die aktiv bei den UET Dancers tanzen, profitieren direkt von der Neuerung.

Anstatt des klassischen Turnunterrichts stehen für sie nun zwei Stunden Tanz auf dem Stundenplan, die sie gemeinsam mit anderen Mitgliedern ihres Vereins absolvieren. „Wir freuen uns auf das Tanzen und darüber, dass das nicht nur in der Freizeit ist“, hielten die Schülerinnen fest. Die Leidenschaft für den Sport ist so fest in den Schulalltag integriert.

Fachinspektor Harald Ziniel unterstrich die positive Entwicklung der burgenländischen Schullandschaft. Er erinnerte sich an seine eigene Jugend, in der er für ein Sportgymnasium noch nach Wiener Neustadt auspendeln musste. „Heute hat sich das komplett gedreht: Wir haben so viele Standorte, dass wir schon gezielt schauen müssen, wie wir Schwerpunkte mit den Vereinen vor Ort kombinieren“, so Ziniel. Die Kombination aus schulischer Bildung und regionalem Vereinssport sei zudem eine wichtige Investition ins Gesundheitswesen.