Immuntherapien eröffnen neue Wege in der Krebsbehandlung

Krankenhaus Eisenstadt

Über Jahrzehnte zielte die Krebstherapie darauf ab, Tumorzellen mit maximaler Intensität zu zerstören – auch auf Kosten gesunder Zellen. Moderne Immuntherapien , wie sie im Krankenhaus Eisenstadt angewendet werden, eröffnen neue Wege, Tumore gezielt zu bekämpfen – oft ohne den Einsatz klassischer Chemotherapie.

Von BVZ Redaktion

Oberarzt Dr. Markus Korger (l.) und Primar Univ.-Prof. Dr. Andreas Püspök (r.) begutachten ein CT-Bild im Rahmen einer Visite.

Oberarzt Dr. Markus Korger (l.) und Primar Univ.-Prof. Dr. Andreas Püspök (r.) begutachten ein CT-Bild im Rahmen einer Visite.

© KHBB Eisenstadt

Grundsätzlich ist der Körper in der Lage, kranke Zellen selbst zu erkennen und zu beseitigen. Krebszellen können sich jedoch tarnen oder das Immunsystem „abschalten“. Genau hier setzen moderne Immuntherapien an.

„Die Immuntherapie hat die Onkologie revolutioniert. Viele Tumorerkrankungen können heute ohne klassische Chemotherapie behandelt werden. Das wäre noch vor wenigen Jahren kaum vorstellbar gewesen“, betont Primar Univ.-Prof. Dr. Andreas Püspök, Vorstand Abteilung Innere Medizin II am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt. „Moderne Therapiekonzepte sind zunehmend zielgerichtet, wirksamer und zugleich schonender und ermöglichen eine gezieltere Bekämpfung von Tumorzellen,“ so Püspök weiter.

Die Immuntherapie stellt dabei einen entscheidenden Fortschritt dar. „Die Aktivierung des körpereigenen Immunsystems ist ein zentraler Bestandteil in der onkologischen Behandlung geworden. Wir können gezielt gegen den Tumor vorgehen und gleichzeitig stabilere Krankheitsphasen bei den Patientinnen und Patienten erreichen,“ erklärt Oberarzt Dr. Markus Korger, Facharzt für Innere Medizin und Facharzt für Hämatologie und internistische Onkologie.

Künstlich hergestellte Antikörper können die eigene Abwehr gegen den Tumor aktivieren. Neuerdings entwickelte sogenannte bispezifische Antikörper verbinden die Tumorzelle direkt mit der Krebszelle und erreichen eine noch höhere Aktivität bei speziellen Erkrankungen.

Durch die Aktivierung des eigenen Immunsystems ergibt sich jedoch auch ein spezielles Nebenwirkungsspektrum, das einer regelmäßigen hämato-onkologischen Kontrolle bedarf. Insbesondere zu Behandlungsbeginn ist eine engmaschige Betreuung erforderlich.

Die Therapien können oftmals ambulant, wie in der Onkologischen Tagesklinik im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt durchgeführt werden. Das erleichtert den Alltag der Patientinnen und Patienten erheblich.