Karin Seifried - die Keramikkünstlerin am Waldesrand

KÜNSTLERPORTRAIT

Ein verwunschenes Atelier am Waldesrand in Hornstein, Wiesen, Blumen, dazwischen bunte, kunstvolle Tonobjekte. Das ist die Heimat der freischaffenden Keramikkünstlerin Karin Seifried, die sie inspiriert und zu kreativem Schaffen antreibt.

Von Nina Mayer

Nina Mayer besuchte die Keramikerin Karin Seifried "im Paradies"

Nina Mayer besuchte die Keramikerin Karin Seifried "im Paradies"

© Nina Mayer

Einem Urlaub auf der griechischen Insel Ägina ist es zu verdanken, dass die Hornsteinerin Karin Seifried zum Material Ton gefunden hat. Beim Schlendern durch eine Altstadt wurde ihr Blick magisch von einem älteren Griechen angezogen. Mit einem glücklichen Lächeln saß er an seiner Töpferscheibe und arbeitete mit so viel Freude an einem Kunstwerk, dass Karin dachte: „Das will ich probieren!“

Zurück in Wien, das zu diesem Zeitpunkt noch ihre Heimat war, schrieb sie sich voller Euphorie für Volkshochschulkurse ein, erstens um töpfern zu lernen, zweitens um sich an der griechischen Sprache zu versuchen. Die Griechischkenntnisse blieben bescheiden, das Töpfern wurde ihre Passion.

Karin Seifried - die Keramikkünstlerin am Waldesrand

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„Kreativität braucht Mut“ (Henri Matisse)

Vorerst arbeitete sie noch weiter als Bürokauffrau. Ihr damaliger Chef ermöglichte ihr eine erste Ausstellung im Firmenbüro, bei der die Kollegen begeistert ihre Erstlingsarbeiten kauften. Das spornte sie an. Bald folgte eine weitere Ausstellung in einem Künstlercafé im 1. Wiener Gemeindebezirk.

Motiviert beschloss sie ihr Können zu perfektionieren und absolvierte eine vierjährige Keramikausbildung an der Wiener Kunstschule. Dort eignete sie sich Fertigkeiten und Wissen rund um die Keramik an. Der Spaß am gemeinsamen Lernen, an der gegenseitigen Befruchtung, das gefiel der kommunikativen Kreativen.

Karin Seifried - die Keramikkünstlerin am Waldesrand

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„Kunst ist eine Harmonie parallel zur Natur“ (Paul Cézanne)

Schon immer vom Landleben fasziniert, beschloss Karin Seifried 1994, sich mit ihrem damaligen Lebens- und Künstlerpartner und dem gemeinsamen Töchterchen auf die Suche nach einem Haus im Burgenland zu begeben. Vor allem die Nähe zum Neusiedler See war ein maßgeblicher Entscheidungsfaktor, aber auch die zur Kunstmetropole Wien. In Hornstein wurde man fündig, eine Kombination aus Wohnhaus und Atelier.

Letzteres war immer schon ein sozialer Treffpunkt gewesen, beheimatete doch der Raum früher ein Gasthaus. Vielleicht kennen es noch einige: Der Lutschki am Paradiesplatzl, wie geschaffen für Kreativität und Geselligkeit. 1997 eröffnete Karin Seifried im „Paradies“ ihr Atelier und wagte den Weg in die Selbstständigkeit.

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Kreativität ist Intelligenz, die Spaß macht (Albert Einstein)

Sie machte sich daran, all ihre Ideen zu verwirklichen und nach ihrem Motto zu handeln: „Das Leben ist voll von schönen Dingen. In Österreich haben wir das Glück und die Freiheit alles auszuprobieren, Neues kennen- und liebenzulernen.“

Zusätzlich zu ihrem Schaffen als Künstlerin begann sie in ihrem Atelier Kurse zu geben, in Kindergärten, Schulen und seit 26 Jahren zwei Mal in der Woche an der Kunst-Volkshochschule Wien 9. Viele Ausstellungen folgten: zum Beispiel im Stadttheater Baden, in der Galerie am Stiergraben in Neunkirchen, im Justizzentrum in Wien, in der Landesgalerie Eisenstadt und jedes Jahr zum Tag der offenen Ateliertür im eigenen Atelier in Hornstein.

Karin Seifried - die Keramikkünstlerin am Waldesrand

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Viele Wege führen zum Ziel

Nicht nur Erwachsene sind begeisterte Schüler, auch Kinder. Was macht die Faszination an der Arbeit mit Ton aus? Vielleicht, dass ihr ein bisschen etwas Sinnlich-Erotisches innewohnt. Das formbare, feuchte Material, das sich durch die Wärme und den Druck der Hände gestalten lässt, entstanden aus dem Ursprungsmaterial Erde.

Techniken gibt es einige: die Daumentechnik, die Wulst-und Plattentechnik, die Drehscheibe - unvergessen aus dem Film „Nachricht von Sam“. Hat man seine Phantasien umgesetzt, heißt es geduldig sein. Eine Woche muss das gute Stück an der Luft trocknen bevor es in den 1000 Grad heißen Brennofen zum Rohbrand wandert. Erst danach wird es glasiert und noch einmal gebrannt. Mit Überraschungen muss, wie immer im Leben, gerechnet werden.

Aber genau da ist das Schöne und Spannende für die Keramikerin.

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Karin Seifried - die Keramikkünstlerin am Waldesrand

© Nina Mayer, Nina Mayer

Karin Seifried - die Keramikkünstlerin am Waldesrand

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