Welch Abend voller großer Emotionen, musikalischen Glanzlichtern und gelebter Solidarität: Am Donnerstag lud die Familie Weintritt zu ihrer traditionellen „Licht ins Dunkel“-Charity-Gala in den Haydnsaal von Schloss Esterházy.
Manfred Pani - lässt Emotionen lebendig werden
KÜNSTLERPORTRAIT
Es sind Gesichter voller Emotionen, die der Ruster Maler Manfred Pani in seinen großformatigen Acrylbildern zum Leben erweckt. Mag es das Leuchten in den Augen sein, das er wie Wenige einzufangen versteht, die Mimik oder Eigenheiten der Persönlichkeit? Gehen wir dem auf die Spur.
Künstler Manfred Pani steckt voller kreativer Ideen
© Nina Mayer
Das erste Jahr seines Lebens war geprägt von der Ruhe des Südburgenlands. In Güssing geboren, übersiedelte er aber bereits nach wenigen Monaten mit seinen Eltern in die Hauptstadt nach Wien, genauer gesagt nach Simmering. Vielleicht hatte das Schicksal es so gewollt, denn in der Hauptschule durfte er Unterricht beim Zeichenlehrer Oskar Luksics nehmen.
Dieser moderierte einst im ORF die Sendung „Zeichnen, malen, formen“. Luksics war zwar selbst kein großer Künstler, aber das Lehren des Zeichnens, das Wecken der Begeisterung dafür, war seine Berufung. Bei Manfred hatte das zur Folge, dass er, durchaus talentiert, ganze Comichefte gestaltete.
Wahrscheinlich war es der Pubertät geschuldet, dass er bis zu seinem Zwanziger das Malen auf Eis legte. Doch dann gab es kein Halten mehr. Picasso inspirierte ihn so sehr, dass er sich an eine Kopie eines seiner Werke wagte. Nicht unzufrieden mit dem Ergebnis, fesselte ihn fortan die bildende Kunst dermaßen, dass er sich ihr bis heute widmet.
© Nina Mayer
Burgenland - unumstrittene Inspiration für Maler
2008 übersiedelte der Maler mit seiner Frau von Wien nach Rust. Das war nicht nur der Zeitpunkt einer räumlichen Veränderung, sondern auch einer künstlerischen. Statt Abstraktion war nun Fotorealismus angesagt. Ob es die liebliche Landschaft des Burgenlandes war, die dazu führte? Ausgeschlossen ist es wohl nicht.
Hauptberuflich ist er bei einem großen Baumaschinenhändler mit der Öffentlichkeitsarbeit betraut, doch die freien Minuten widmet er seiner Leidenschaft. Vier bis fünf Stunden sind keine Seltenheit, die er im hellen Obergeschoss seines Hauses vor seiner geliebten Staffelei verbringt. In den nächsten Jahren will er dieses Pensum noch erhöhen.

© Nina Mayer
„Ein Bild lebt von seiner Legende - und von nichts anderem“ (Pablo Picasso)
Kein Wunder, wenn man den vollendeten Fotorealismus betrachtet, den seine Werke prägen. Acrylfarben dürfen sich nun sein Arbeitsmittel nennen. Pro Bild sind es meistens nur vier bis sechs von ihnen, in Perfektion gemischt. Was entsteht ist Lebendigkeit: Romy Schneiders melancholischer Blick aus glitzernden Augen mit dem Hauch eines wehmütigen Lächelns auf ihren schönen Lippen, vielleicht gerade an Alain Delon denkend.
Keith Richards, rockig mit gegerbtem Gesicht, vielleicht gerade am Kreieren seines Hits „I Cant't Get No Satisfaction“. Der Boxer Muhammad Ali, mit entschlossener Miene, vor seinem letzten großen Kampf. Natürlich Elvis, der King, in seinem All White Suit. Man wartet nur darauf, dass er zu singen beginnt. Ihn hat Pani übrigens groß- und hochformatig verewigt. In der oberen Hälfte sind Beschläge angebracht, sodass das Bild als originelle Garderobe verwendet werden kann.

© Nina Mayer
Die amerikanische Traumfabrik
Natürlich darf Marilyn Monroe nicht fehlen, Tom Waits, Tilda Swinten, Brad Pitt, Paul Newman und viele andere. Man wähnt sich in Hollywood, umgeben vom Who is Who der Filmwelt. Dazwischen findet man Gesichter, die einem nicht bekannt, wohl aber interessant vorkommen. Nach ihnen gefragt, sind es vor allem Verwandte und Freunde.
Die Entscheidung für ein Motiv entspringt immer derselben Motivation: ein plötzlicher Kick, eine Spannung, etwas, das ihn magisch in den Bann zieht. Einmal im Kopf, setzt es sich dort fest und saugt einem Schwamm gleich, Informationen auf, die helfen das Bildnis perfekt umzusetzen. Viele solcher „Gedankenschwämme“ befinden sich im Kopf des sympathischen, bescheidenen Künstlers und warten auf ihre Verwirklichung.
Im noblen Rahmen der Burg Perchtoldsdorf hat er seine Werke schon ausgestellt, im Ruster Seehof und bei der Art Innsbruck. Demnächst haucht er seiner alten Heimat Wien mit seinen mondänen Werken Flair ein. Man darf sich schon freuen.