Uneinig wegen Fahrstils: Konflikt begann auf A3

Siegendorf

Am 5. Dezember 2023 soll ein Audi-Fahrer auf der A3 wegen des Fahrverhaltens eines Suzuki-Fahrers in Rage geraten sein und auf einer Kreuzung bei Siegendorf den Lenker und seine Beifahrerin bedroht haben.

Von Elisabeth Kirchmeir

Der 41-Jährige behauptete vor Gericht: "Ich rutschte aus und schlug mit dem Kopf gegen die Seitenscheibe."

Der 41-Jährige behauptete vor Gericht: "Ich rutschte aus und schlug mit dem Kopf gegen die Seitenscheibe."

© BVZ/Kirchmeir

Wegen seines Verhaltens an diesem Tag muss sich der Audi-Lenker, ein 41-jähriger Ungar, jetzt vor Gericht verantworten. Am 16. Februar 2024 fand seine Einvernahme statt, danach wurde der Prozess vertagt, weil der Suzuki-Fahrer und seine Beifahrerin nicht zur Zeugeneinvernahme erschienen waren.

Am Nachmittag des 5. Dezember 2023 waren der Audi-Fahrer und der Suzuki-Fahrer zeitgleich auf der A3 in Richtung Ungarn unterwegs gewesen.

Es herrschte dichtes Verkehrsaufkommen. Offenbar ärgerte sich der Ungar über das Fahrverhalten des Suzuki-Fahrers.

Angeklagter: „Ich musste stark bremsen“

„Er wechselte auf die langsamere Spur, um von rechts zu überholen“, sagte der Angeklagte über den anderen Verkehrsteilnehmer. Dann habe der Suzuki-Fahrer wieder auf die linke Spur fahren wollen. „Ich musste stark bremsen, sonst wäre er mir reingefahren“, sagte der Angeklagte.

Anders hatten der Suzuki-Fahrer und seine Beifahrerin die Situation geschildert. Man habe nach rechts gewechselt, um den Audi-Fahrer vorbeifahren zu lassen. Als der Suzuki sich dann wieder links hinter den Audi setzte, habe der Ungar stark gebremst, sodass es zum Zusammenstoß gekommen wäre, hätte der Suzuki-Fahrer dies nicht durch eine Notbremsung verhindert.

Aggressives Fahrverhalten über zehn Kilometer?

Über eine Strecke von zehn Kilometern soll der Ungar dann den Suzuki-Fahrer durch Abdrängen zu weiteren Notbremsungen und Ausweichmanövern genötigt haben.

„Es war ein Wettbewerb“, meinte der Ungar. Der Suzuki-Lenker habe im dichten Verkehr versucht, ein Auto nach dem anderen zu überholen. An diesem „Wettbewerb“ habe er sich jedoch nicht beteiligt. „Ich war nervös und böse, weil ich abbremsen musste, weil er sonst in mein Auto reingefahren wäre.“

Zum direkten Aufeinandertreffen mit dem wütenden Audi-Lenker kam es dann auf einer Kreuzung bei Siegendorf, wo beide Fahrzeuge wegen der roten Ampel stehen blieben.

Vor roter Ampel stieg der Audi-Fahrer aus

„Wieso stiegen Sie aus?“, fragte Richterin Karin Knöchl den Angeklagten.

„Um ihn zu fragen, warum er das gemacht hat“, erklärte der Ungar.

Er soll den Suzuki-Lenker und seine Beifahrerin gefährlich bedroht haben, indem er ankündigte, er werde dem Mann „das Gesicht einschlagen“ und beide Personen „zusammenschlagen“. Mit seinem Kopf und seiner Faust soll der Ungar gegen die Seitenscheibe des Suzukis geschlagen haben, die dabei zu Bruch ging.

Angeklagter: „Ich rutschte aus und haute mir den Kopf an“

„Ich rutschte aus und haute mir den Kopf an“, behauptete der Angeklagte. „Es war nicht meine Absicht, es ist passiert.“

Er habe auf der Autobahn nicht versucht, den Suzuki abzudrängen, habe auch niemanden gefährdet oder bedroht, widersprach er den Schilderungen der Zeugen.

Dennoch sei er „aufgebracht“ gewesen, gab der Angeklagte zu. „Schlugen Sie auf das Fenster?“, fragte die Richterin.

„Nein, das habe ich nicht getan“, antwortete der Angeklagte. Er habe angeboten, den Schaden an der Seitenscheibe zu bezahlen. „Aber sie wollten so viel Geld“, behauptete der Ungar.

Beim nächsten Prozesstermin sollen der Suzuki-Fahrer und seine Beifahrerin zu ihren Wahrnehmungen befragt werden.