Ein „Hochschul-Werkzeugkasten“ als Gastgeschenk

Ministerin zu Gast

Beim Besuch an der Hochschule Burgenland tauschte sich Ministerin Eva-Maria Holzleitner mit Geschäftsführer Georg Pehm und Rektorin Bettina Schauer-Frank zur „Strategie 2040“ aus - diese wird von beiden Seiten als Chance gesehen. Für die Reform wurde der Ministerin ein symbolstarker Werkzeugkasten auf den Weg mitgegeben.

Von Wolfgang Millendorfer

Hochschul-Rektorin Bettina Schauer-Frank, ÖH-Vorsitzende Ronja Hasler, Ministerin Eva-Maria Holzleitner und Hochschul- Geschäftsführer Georg Pehm (v.l.).

Hochschul-Rektorin Bettina Schauer-Frank, ÖH-Vorsitzende Ronja Hasler, Ministerin Eva-Maria Holzleitner und Hochschul- Geschäftsführer Georg Pehm (v.l.).

© Hochschule Burgenland

Nichts weniger als die großen Fragen der Zeit nannte Eva-Maria Holzleitner bei ihrem Besuch in Eisenstadt als größten Antrieb für die „Hochschulstrategie 2040“. Denn die Fragen, die Künstliche Intelligenz, Klimaschutz oder eine Stärkung der Demokratie mit sich bringen, würden die zentrale gesellschaftliche Bedeutung der Hochschulen noch unterstreichen. Die Bemühungen für „ein starkes Zukunftsbild“ werde man auch im Burgenland unterstützen, versicherten Hochschul-Geschäftsführer Georg Pehm und Rektorin Bettina Schauer-Frank.

Die Hochschule Burgenland bezeichnete auch Ministerin Holzleitner als Erfolgsmodell: Besonders hervorzuheben sei die starke soziale Dimension: Drei von vier Studierenden (das macht 77 Prozent) sind First-Generation Students, also Studierende, bei denen die Eltern noch keinen Hochschulabschluss haben. „Das zeigt, welche zentrale Rolle Fachhochschulen und Hochschulen für Angewandte Wissenschaften für Chancengerechtigkeit, Durchlässigkeit und regionale Entwicklung spielen“, so Holzleitner.

„Wir gehen konstruktiv, engagiert und mit klaren Erwartungen in diesen Prozess“, sagte Hochschul-Geschäftsführer Georg Pehm zur „Strategie2040“. Ziel müsse es sein, das Profil der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften konsequent zu schärfen – auf Basis der bisherigen Erfolge, moderner Lehre, praxisnaher Forschung und klarer fachlicher Kompetenz.

Den aktuellen Konsolidierungskurs der Bundesregierung hätten die Hochschulen „zähneknirschend akzeptiert“, so Pehm in seiner Funktion als Erster Vizepräsident der Fachhochschul-Konferenz. „Aber wir sind an der Belastungsgrenze. Mehr geht nicht.“ Ab 2027 brauche es eine verlässliche, ausreichende Finanzierung. „Wer von Hochschulen Leistung erwartet, muss sie auch ermöglichen. Das gilt für die Lehre ebenso wie für angewandte Forschung und Innovationen in Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Internationalisierung.

Rektorin Bettina Schauer-Frank begrüßt die Bemühungen, über Änderungen in den derzeitigen Akkreditierungsprozessen nachzudenken. „Wer Verantwortung für Qualität trägt, braucht auch Entscheidungsspielräume.“

Mehr Autonomie und weniger Bürokratie, etwa durch die Verlagerung von Verantwortung bei der Einrichtung neuer Studiengänge direkt an die Hochschule - wären ein starkes Signal, meint Schauer-Frank. „Die Hochschulen wissen am besten, was ihre Studierenden, Wirtschaft und Gesellschaft brauchen.“

Beim Besuch an der Hochschule in Eisenstadt kam Ministerin Holzleitner auch mit Vize-Rektorinnen und -Rektoren, Departmentleitungen sowie Betriebsratsvorsitzender Alexandra Baldwin zusammen, ebenso mit der ÖH-Vorsitzenden Ronja Hasler. Einen weiteren Programmpunkt bildete ein Austausch mit Studierenden des Masterstudiengangs Digitale Medien und Kommunikation, moderiert von Vizerektor Michael Roithe

Da die Ziele der Ministerin ambitioniert seien und vielfältiges Geschick wie Ausdauer erfordern, überreichte die Hochschule einen eigens gestalteten, symbolträchtigen „Hochschulpolitik-Werkzeugkasten“. Dieser enthält bewusst ausgewählte Symbole:

Ein Maßband steht für messbare, planbare, mehrjährige Finanzierung und verlässliche Rahmenbedingungen ab 2027. Eine Wasserwaage symbolisiert faire und ausgewogene Bedingungen im Hochschulsystem: „Qualität braucht Augenmaß und Stabilität. Ein Schraubenzieher steht für den „nötigen Dreh“ zu mehr Gestaltungsspielraum und institutioneller Autonomie. Ein Hammer versinnbildlicht Durchschlagskraft.

Notizblockund Stift symbolisieren Bürokratieabbau – weniger Berichtspflichten, mehr Zeit für Studierende, Lehre und Forschung. Trinkflascheund Traubenzucker stehen für Ausdauer – denn echte Reformen brauchen Energie und Durchhaltevermögen.