Modernste Magnetresonanz-Ordination in Eisenstadt eröffnet

Mit „Wunder“-Gerät

Seit Anfang Oktober präsentiert Dr. Wolfram Kluger das modernste MRT-Gerät des Landes der Öffentlichkeit. Der BVZ verrät er, was es alles kann – und warum die Krankenkasse dennoch nichts dazuzahlen will.

Von Markus Kaiser

Dr. Wolfram Kluger präsentiert seinen neuen Magnetresonanztomograph, der selbst für ihn, den Radiologen aus Leidenschaft, noch wie ein Wunder wirkt.

Dr. Wolfram Kluger präsentiert seinen neuen Magnetresonanztomograph, der selbst für ihn, den Radiologen aus Leidenschaft, noch wie ein Wunder wirkt.

© Foto: BVZ/Kaiser

Die Medizingeschichte ist voll von Zufällen. Hätte Wilhelm Conrad Röntgen nicht vor ziemlich genau 129 Jahren seine Hand unabsichtlich zwischen die Kathodenröhre und den Fluoreszenzschirm gehalten, wäre dort nie das erste „Röntgen-Bild“ der Welt zu sehen gewesen. Und wir müssten immer noch tasten, ob Knochen gebrochen sind.

Diese Zufälle gibt es aber nicht nur im Großen, sondern auch im Kleinen: Hätte ein Radiologie-Primar dem frisch gebackenen Jungarzt Wolfram Kluger nicht einen der damals noch heiß begehrten Turnusplätze angeboten (Kluger: „Damals hatten wir genau das Gegenteil von einem Ärztemangel“), dann wäre der Mödlinger wohl nie Radiologe geworden. Und hätte wohl nie in Eisenstadt eines der modernsten Magnetresonanz-Institute des Landes eröffnet. Nun ist es in zwei Wochen so weit (siehe Infobox).

Wie aus einem Magnetfeld ein Bild entsteht

Es gibt in der Medizin aber nicht nur Zufälle, sondern auch Wunder. Eines davon ist das MRT-Verfahren selbst. Ob sich dieses einfach erklären lässt? Kluger lacht: „Nein – denn es ist ja alles andere als einfach. Für mich wirkt es auch nach Jahrzehnten der Beschäftigung damit wie ein Wunder.“ Nicht umsonst trägt dieses Verfahren den komplizierten Namen „Magnetresonanztomographie“.

Zum Glück muss niemand, der in Klugers „Wunderwaffe“ liegt, verstehen, wie menschliche Atome im Magnetfeld des MRT auf Radiowellen reagieren, sodass daraus detaillierte Bilder vom Körperinneren entstehen. Hauptsache ist: Man kann damit nach Verletzungen oder Tumoren suchen, über Hirn und Rückenmark neurologische Probleme wie Schlaganfälle oder Tumore finden, aber auch Verletzungen an Bändern, Muskeln und Knorpeln sichtbar machen. Und das alles ohne schädliche Strahlung.

„Acht Wochen Wartezeit im Kassenbereich sind unethisch!“

Ein weiteres „Wunder“ ist eher negativer Natur, also eines, über das man sich nur wundern kann. Und das ist, dass die Krankenkasse die Leistungen von Kluger nicht übernimmt. Das österreichische Gesundheitssystem setze, so kritisiert Kluger, auf die Versorgung in Spitälern, obwohl es eine Studie der Österreichischen Gesundheitsagentur gibt, die zeigt, dass MRT-Untersuchungen in niedergelassenen Praxen doppelt so effizient wie in Krankenhäusern sind. Dazu kommen die langen Wartezeiten im Spitalsbereich.

„Ein System, das hier Wartezeiten von 6 bis 8 Wochen toleriert, ist meiner Meinung nach unethisch“, kritisiert Kluger. Er selbst habe jahrelange Rechtsstreits hinter sich, weil er wollte, dass seine Patientinnen und Patienten mit der E-Card statt mit der Kreditkarte zahlen können - vergeblich.

Im Burgenland wurde der erste und einzige MRT im niedergelassenen Bereich 1997 bewilligt – etwa zehn Jahre vor dem ersten Smartphone und damit in Technologie-Jahren eine halbe Ewigkeit. Damit sich hier etwas zum Vernünftigen ändert, braucht es hoffentlich nicht schon wieder ein Wunder oder den Zufall, sondern eine Einsicht der politischen Entscheidungsträger.