Eisenstadt: Plus bei Öffi- und Rückgang bei Pkw-Nutzung

Mobilitätswende

Immer mehr Bürgerinnen und Bürger nutzen ihr Fahrrad, ihren E-Scooter oder die öffentlichen Verkehrsmittel anstelle des Autos, um sich in Eisenstadt fortzubewegen. Dies zeigt eine aktuelle Studie der Universität für Bodenkultur Wien im Auftrag der Stadtgemeinde Eisenstadt.

Von Daniel Freismuth

Ergebnis der Mobilitätsbefragung: Mehr Öffi- und Fahrrad-Nutzung - Autofahrten gehen zurück.

Ergebnis der Mobilitätsbefragung: Mehr Öffi- und Fahrrad-Nutzung - Autofahrten gehen zurück.

© BVZ/Daniel Freismuth, Daniel Freismuth

Um in Eisenstadt von A nach B zu kommen gibt es verschiedenste Möglichkeiten. Üblicherweise das eigene Auto, das Fahrrad oder öffentliche Verkehrsmittel. Letztere Option verzeichnet auch ein deutliches Plus im Vergleich zur letzten großen Mobilitätsbefragung im Jahr 2013.

An der aktuellen Mobilitätsbefragung haben rund 790 Personen teilgenommen. Während 2013 lediglich 1,4 Prozent aller Wege mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt wurden, waren es 2025 bereits 11,3 Prozent. Damit hat sich die Öffi-Nutzung innerhalb von zwölf Jahren fast verachtfacht.

Ausschlaggebend für das deutliche Plus ist vor allem der Stadtbus, den es bei der ersten Erhebung im Jahr 2013 noch nicht gab. Juliane Stark und Reinhard Hössinger von der Universität für Bodenkultur Wien führen den Anstieg des öffentlichen Verkehrs unter anderem auf die Einführung und den Ausbau des Stadtbusses zurück. Schließlich werden laut Studie mittlerweile beinahe 6 Prozent aller Wege in Eisenstadt mit dem Stadtbus zurückgelegt.

Außerdem wurde das Liniennetz laufend weiterentwickelt. Mit der Umstellung auf Elektrobusse wurde zuletzt auch der Betrieb selbst „klimafreundlicher“, heißt es aus dem Rathaus. Dennoch lohnt sich ein genauerer Blick auf den Fuhrpark: Auch wenn häufig nur die Elektrobusse erwähnt werden, sind weiterhin neben den Elektrobussen auch die Stadtbusse mit Verbrennungsmotor in der Stadt unterwegs.

Eine weitere klare Entwicklung zeichnet sich beim Radverkehr ab. 2013 entfielen knapp 2 Prozent der Wege auf das Fahrrad. 2025 sind es bereits 5,9 Prozent und somit eine Verdreifachung der Fahrradnutzung. Die BOKU Wien sieht darin einen Zusammenhang mit dem Ausbau der Radinfrastruktur. In den vergangenen Jahren wurden neue Radwege errichtet und diese miteinander verbunden.

Gleichzeitig ist die Dominanz des Autos zurückgegangen. Der Anteil der Wege, die die Bevölkerung mit dem Auto oder Motorrad zurücklegen, ist um fast 8 Prozent gesunken. Somit sind es statt 57,2 Prozent im Jahr 2025 nur noch 49,7 Prozent.

Gesunken sind auch die täglich mit dem Pkw gefahrenen Strecken. Gründe für den Rückgang sind gesellschaftliche Trends wie etwa vermehrtes Homeoffice, Online-Services und der vermehrte virtuelle statt physische Kontakt mit anderen Leuten.

Unterdessen kritisiert die FPÖ Eisenstadt - unmittelbar nach der Präsentation der Ergebnisse der aktuellen Mobilitätsstudie - die Verkehrspolitik der Stadt, die Stadtparteiobfrau Julia Reich als „völlig verfehlte Ideologiepolitik an den Bedürfnissen der Bevölkerung vorbei“ und als „reine Autofahrer-Schikane ohne jeglichen Mehrwert“ bezeichnete. Reich fordert ein dichteres und flexibleres Öffi-Angebot: „Wer im Schichtdienst arbeitet, am Wochenende unterwegs ist oder in den Randbezirken wohnt, wird von diesem System schlichtweg im Stich gelassen.“

Trotz verbesserter Ergebnisse gibt es laut Bürgermeister Thomas Steiner ohnehin noch keinen Grund sich zurückzulehnen: „Wir sind noch lange nicht am Ziel. Gerade auf kurzen Wegen steckt enormes Potenzial“. Damit kurze Wege mit dem Rad oder zu Fuß zurückgelegt werden, braucht es auch die entsprechende Beschattung und Grünflächen. „Dort wo es kühler ist und der Weg mit Bäumen beschattet ist, kann das Zu-Fuß-Gehen attraktiver gemacht werden. Daher werden auch vermehrt Plätze entsiegelt, um mehr Grünflächen zu schaffen“, erklärt Steiner.