Das Archiv der Freistadt Rust ist diese Woche Schauplatz eines grenzüberschreitenden Projekts, bei dem ungarische und österreichische Archivare und Studierende teilnehmen.
Vom Seegrund auf die Felder: Schlamm wird zum Bodenhilfsstoff
Nachhaltigkeit
Jährlich werden bis zu 60.000 Kubikmeter Weichschlamm aus dem Neusiedler See gepumpt. Nun profitieren auch die burgenländischen Landwirte davon.
Was einst als Abfall galt, wird heute als zertifizierter Bodenhilfsstoff vom Neusiedler See auf die Felder gebracht.
© zVg. Seemanagement Burgenland
Was früher als Abfall galt, ist heute ein zertifizierter Bodenhilfsstoff: Das Seemanagement verwertet den aus dem Neusiedler See abgepumpten Weichschlamm für die Landwirtschaft.
Seit der Gründung des Seemanagements im Juli 2022 werden jährlich zwischen 40.000 und 60.000 Kubikmeter Schlamm aus dem See entfernt. Während der Wintermonate wird das Material über Transportleitungen in Absetzbecken gepumpt, wo es bis zum Sommer weitgehend trocknet.
Mittlerweile stehen dafür fünf funktionstüchtige Anlagen zur Verfügung. In den kommenden Jahren sollen fünf weitere Absetzbecken dazukommen. Im Sommer wird das getrocknete Material aus den Becken entnommen und zur Bodenverbesserung auf landwirtschaftliche Flächen aufgebracht.
Ein entscheidender Meilenstein war laut Seemanagement-Geschäftsführer Erich Gebhardt die Zertifizierung des Sediments als Bodenhilfsstoff im vergangenen Jahr. Dadurch gilt das Material nicht mehr als Abfall, sondern als wertvoller Rohstoff.
Auch Landwirt Johannes Eder sieht darin Vorteile für die Landwirtschaft. Vor allem sandige Böden könnten durch den Schlamm verbessert werden, da dieser als Wasserspeicher dient. Zudem unterstütze das Material den Humusaufbau.
Mit dem Ausbau der Infrastruktur und der Zertifizierung soll somit ein doppelter Nutzen entstehen: eine nachhaltige Pflege des Neusiedler Sees und eine wertvolle Ressource für die regionale Landwirtschaft.