Weniger Besucher und Gerüchte um Schließung: Clubs kämpfen um Gäste

Nachtleben

Eisenstadts Clubs und Bars haben es immer schwieriger, mit einem gewöhnlichen Discoabend genügend Gäste anzulocken. Die Clubbesitzer sind daher dauernd gefordert, neue Ideen und Konzepte zu entwickeln, um Jugendliche wieder in die Clubs zu bringen. Ein Gerücht über die Schließung des „Base Clubs“ in der Mattersburger Straße sorgt zudem für Unruhe.

Von Daniel Freismuth

Ohne Mottopartys und ständig neue Ideen geht es in vielen Clubs nicht mehr.

Ohne Mottopartys und ständig neue Ideen geht es in vielen Clubs nicht mehr.

© Nina Mayer

Samstagnacht, eine volle Tanzfläche, viel Andrang an der Bar und der DJ, der einen Mix aus beliebten Partyhits auflegt. Was früher einmal zu einer klassischen Samstagnacht in einer Diskothek gehörte, ist heute keine Selbstverständlichkeit mehr. Für Clubbetreiber wird es immer schwieriger, Leute zu gewöhnlichen Abenden in ihre Lokale zu locken.

Auch in den Clubs in Eisenstadt zeigt sich dieser Trend: Die Besucherzahlen gehen insbesondere an regulären Abenden zurück. Die BVZ hat deshalb bei den drei Clubs in Eisenstadt „Base Club“, „Mauerwerk“ und „Jackson Club“ nachgefragt. Letzterem war es nicht möglich, vor Redaktionsschluss ein Statement abzugeben.

„Ein gewöhnlicher Abend in der Disco funktioniert heutzutage einfach nicht mehr so wie früher“, erklärt der Betreiber des „Base Club“, Stefan Kovacevic. Die Jugendlichen erwarten sich mehr als Musik und einer Tanzfläche. Für Stefan Kovacevic und sein Team heißt das, dass sie sich immer wieder etwas Neues einfallen lassen müssen, um die Gäste anzulocken.

Mottopartys, spezielle Musikrichtungen und spezielle Angebote an der Bar, helfen den Club-Betreibern, die Leute zum Ausgehen zu animieren. So gehören bei Stefan Kovacevic und seinem „Base Club“ Events wie „All you can drink-Abend“, „Ballermann-Party“ oder „White Night“ mittlerweile zum regelmäßigen Bestandteil. „Die Leute brauchen einen Anlass, um in den Club zu kommen“, sagt Stefan Kovacevic.

Ähnlich sieht es auch David Hofer - Besitzer des „Mauerwerks“ am Domplatz. Auch bei ihm finden immer wieder Mottopartys wie etwa 80er/90er-Party oder HipHop-Abend statt. Hofer geht noch einen Schritt weiter und holt mit „PriCycling“, sogenanntes Disco-Cycling, den Heimtrainer in den Club.

Ergänzt werden soll das Programm im Winter mit Veranstaltungen wie den Malkurs „Paint and Drink“ wo bei Musik und köstlichen Getränken die Gäste ihre Kreativität ausüben dürfen. Zudem sind auch noch Salsaabende geplant, die für mehr Abwechslung sorgen sollen.

Durch die Kombination aus Gastgarten, Cocktailbar und Club ist das „Mauerwerk“ nicht ausschließlich vom klassischen Clubgeschäft abhängig. Die unterschiedlichen Bereiche ermöglichen es, verschiedene Zielgruppen anzusprechen und auch Gäste anzulocken, die nicht unbedingt zum Feiern in einen Club kommen würden.

Besonders herausfordernd ist die Situation für David Hofer in den Sommermonaten. Wenn zahlreiche Outdoor-Events stattfinden, ist es noch schwieriger, Gäste anzulocken. Zeltfeste und Sommerpartys bieten den Partygästen Alternativen zum klassischen Clubbesuch. „Hätten in der Stadt nicht die Genusstage und ,Eisenstadt in Weiß' stattgefunden und hätten wir keine Public Viewings zur WM gemacht, dann wäre bei uns überhaupt nichts los gewesen“, sagt David Hofer.

Nicht nur der Besucherrückgang macht Stefan Kovacevic vom „Base Club“ derzeit zu schaffen. Auch ein kursierendes Gerücht über eine angebliche Schließung des Lokals sorgt für Verunsicherung. Einige Gäste haben bereits den Eindruck, dass das Lokal ohnehin nicht mehr offen hat. Stefan Kovacevic stellt jedoch klar: „Der Base Club wird nicht zugesperrt. Wir haben weiterhin für unsere Gäste geöffnet“.