Nahversorger wird zum Politikum

Nahversorger Wimpassing

Die Schließung des Nahversorgers in Wimpassing sorgt für politische Bewegung. Die ÖVP will mit einer Gemeinderatssitzung Klarheit erhalten.

Von Sigrid Furtner-Janisch

In Wimpassing schließt der Nahversorger mit Ende des Monats. Nun überlegen die politischen Vertreter der Gemeinde, wie es weiter gehen soll.

In Wimpassing schließt der Nahversorger mit Ende des Monats. Nun überlegen die politischen Vertreter der Gemeinde, wie es weiter gehen soll.

© Google.com

Ein Sommerloch ist in Wimpassings Politik nicht zu befürchten. Mit Ende des Monats schließt der Nahversorger Nah&Frisch, betrieben von Martina Hönigsberger. Mit einem Schreiben an die Bevölkerung gab die langjährige Betreiberin nun diesen Schritt „aus wirtschaftlichen Gründen“ bekannt. Nun wird das Thema „Nahversorger“ zum Politikum der Ortsparteien, denn überrascht zeigten sich auch die politischen Vertreter der Gemeinde.

Die ÖVP beantragte nach Paragraf 36/2 daher die Einberufung einer Gemeinderatssitzung, um über „alternative kurzfristige Angebote unter Koordination der Gemeinde für eine Grundversorgung in Wimpassing, speziell für ältere und nicht mobile Mitbürger/innen“ zu diskutieren, wie es in dem Antrag heißt.

„Aufgrund des Ausfalls der Juni Gemeinderatssitzung und der Dringlichkeit des Themas können wir keinen Aufschub bis zur nächsten Sitzung im September 2026 akzeptieren. Wir erwarten vom Bürgermeister volle Transparenz zum Projekt Nahversorger!“, wird in dem Antrag weiter begründet.

Dabei schien mit dem Kauf des ehemaligen Gasthaus Wahl durch die OSG die Zukunft des Nahversorgers im Ort gesichert zu sein. Die OSG plant, an dem Standort Wohnungen zu errichten, im unteren Bereich hätte der Nahversorger seinen neuen Standort gefunden (die BVZ berichtete). Bürgermeister Ernst Edelmann (SPÖ), der bis zum Redaktionsschluss nicht für eine Stellungnahme erreicht werden konnte, war ein starker Befürworter dieser Idee.

Üblicherweise findet einmal im Quartal eine Gemeinderatssitzung statt, die durch den Bürgermeister oder seinen Stellvertreter einberufen wird. Dies kann aber auch von Gemeinderäten schriftlich verlangt werden, wenn mindestens ein Viertel der Gemeinderatsmitglieder zustimmt. In Wimpassing hat die ÖVP sechs von 14 Mandaten und kann somit eine Gemeinderatssitzung fordern. „Diese Sitzung ist spätestens innerhalb von weiteren acht Tagen abzuhalten“, wie es in der Gemeindeordnung heißt.